Marat
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Marat ist die bisher erfolgreichste Schrift des jungen deutschen Designers Ludwig Übele, der an der KABK (Königliche Akademie) in Den Haag ein Master-Studium Type+Media absolvierte.
Marat wurde Anfang dieses Jahres vom Amerikaner Eben Sorkin für die Jahresliste Fonts of 2008 des Blogs Typographica ausgewählt. Als Student des Master-Curriculums Schriftentwurf der Universität von Reading (UK) ist Sorkin, der bis 2008 in Alaska ein Designstudio betrieb und außerdem als Fotograf in der Typo-Szene tätig ist, gewissermaßen ein Kommilitone Übeles.
Eben Sorkin war skeptisch als er die Marat zum ersten Mal sah: War der Anspruch, eine brauchbare Textschrift zu machen, überhaupt mit soviel Extravaganz kombinierbar?
»Aber je öfter ich sie benutzt habe, desto sicherer wurde ich, dass ich mir darüber keine Sorgen machen müsste: Ihre liebenswürdigen und blickfangenden Details treten erst in größeren Schriftgraden hervor. Ihre ephorische, bezaubernde und trotzdem nachvollziehbare Eigentümlichkeit nimmt sich genug zurück, um ein gleichmäßiges, lesbares und sehr angenehmes Schriftbild in Textgrößen zu erzeugen. Die Möglichkeit, sowohl in kleinen als auch in großen Schriftgrößen zu arbeiten, ist etwas, das ich bei vielen meiner Lieblingsschriften zu Schätzen gelernt habe.
Marat besteht nicht nur aus der stabilen Regular. Klugerweise hat Übele Marats Fettschnitte, Kursivschnitte und Kapitälchen im starken Kontrast zur Normalen gestaltet. Diese Entscheidung macht die Marat auch zur guten Wahl für Informationsdesign, Werbung, Zeitschriften, Kochbücher etc.
Für mich ist allerdings nicht die Anzahl von Marats offensichtlichen Stärken der Grund, warum sie besondere Aufmerksamkeit verdient, und auch nicht ihre gestalterische Eigenständigkeit. Vielmehr ist es die Gründlichkeit, mit der jeder Schnitt, die Zahlen und auch weniger häufige Glyphen so gestaltet wurden, dass sie untereinander funktionieren. Diese tiefgründigen Überlegungen machen Marat zuverlässig, was wahrscheinlich die wichtigste Eigenschaft ist, die eine Schrift haben kann.«







































