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Luxus Brut

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Luxus

Die Vorlage zur außergewöhnlichen Schreibschrift Luxus Brut findet sich am Eingang einer Wiener Buchbinderei: Ein Ladenschild aus der Nachkriegszeit.

Wenn man durch Wien läuft, kann man etliche solcher Lettering-Perlen finden. Diese verbundene Schreibschrift jedoch hat durch ihre ungewöhnlich großzügige Laufweite und den eleganten Schwung einen ganz besonderen Reiz.

buchbinderei_spath

Mit dem besagten Schild der Buchbinderei Spath hatte der Gestalter Roland Hörmann eine nahezu ideale Vorlage für die Kleinbuchstaben – viele unterschiedliche Zeichen, aus denen sich das restliche Alphabet gut ableiten ließ. Die Großbuchstaben hingegen erforderten eine intensive Auseinandersetzung mit den typischen Stilmitteln der Epoche: Kopflastigkeit und eine unter die Grundlinie abgesenkte Positionierung sind auch die Hauptcharakteristika der digitalen Interpretation geworden. Der Designer hat sich etliche andere Häuserbeschriftungen angesehen, während er skizzierte. Die Typedesignerin Veronika Burian half ihm während des Gestaltungsprozesses durch regen E-Mail-Kontakt. Roland Hörmann arbeitete zunächst die wichtigsten Schlüsselglyphen aus. Er konstruierte aus diesen charakteristischen Merkmalen nach und nach die übrigen Zeichen; ein baukastenartiger Prozess, der sich bei einer formalen Schreibschrift anbietet. An einigen Stellen ist dieses System an seine Grenzen gestoßen; hier mussten wieder die analogen Skizzen und das gestalterische Auge des Designers die individuellen Feinheiten austarieren.

luxusbrut_sk2

Nachdem der Basis-Zeichensatz geschaffen war, hatte Hörmann nicht einmal ein Drittel der Arbeit hinter sich: Die Buchstaben hatten zwar schon perfekte Kurven, aber um eine überzeugende Schreibschrift mit einem realistischen Duktus zu schaffen, muss es von jedem Buchstaben mehrere Verbindungsvarianten geben. Mit Hilfe der OpenType-Technologie wurden die Abhängigkeiten der einzelnen Buchstaben untereinander programmiert, wobei nun aus drei verschiedenen Verbindungshöhen die passenden Buchstabenvarianten ausgewählt werden. Darüber hinaus gibt es Ligaturen, alternative Endungen und Unterstreichungen – womit die Luxus Brut eindeutig den wachsenden Ansprüchen an digitales Lettering gerecht wird.

LuxusB_Muster

phospho-Fonts

Luxus Brut wurde vor kurzem unter dem Label phospho veröffentlicht. Hinter diesem (per HTML-Namensgenerator gewürfelten) Pseudonym steckt der Wiener Schriftgestalter Roland Hörmann. Er studierte ab 1999 an der Grafischen in Wien und ist jetzt Full-Time-Grafikdesigner, sowie seit 2008 Part-Time-Typedesigner. Seine Leidenschaft und sein Gespür für Typografie begann mit Letraset-Katalogen, denn seine Lieblingsbeschäftigung als Kind war das Nachzeichnen von Schriften aus Letrasets Handbuch Grafik Design.

phospho-Fonts werden hauptsächlich inspiriert durch das typografische Erbe Wiener Seitenstraßen. Neben einer kleinen wienspezifischen Schrift-Edition plant Hörmann Kollaborationen mit anderen Wiener Designern und Illustratoren.

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