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Fraktendon

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Fraktendon klingt wie ein Typografenwitz – und ist es auch:

Das Prinzip der Fraktendon von Boris Kahl und Lars Harmsen (erschienen bei Volcano Type) ist so schräg, dass man diese Schrift einmal gesehen haben muss. Andernfalls glaubt man kaum, dass ein Minotaurus aus Fraktur und Clarendon lebensfähig sein oder gar halbwegs lesbar funktionieren kann.

Nüchtern-gesitteter Frack-Gentleman tanzt Polka auf fröhlich schwingenden Fraktur-Beinen … möchte man das sehen? Ich schon! Als sie mir 2004 das erste Mal über den Weg lief, war ich entzückt und fasziniert, wie hervorragend schriftgestalterische Schamlosigkeit aussehen kann.

Fraktendon in Judith Schalanskys zweiter Auflage von Fraktur Mon Amour

Weit hergeholt ist die Verbindung beider Schriften übrigens nicht: Die Clarendon erfreute sich im ausgehenden 19. Jahrhundert auch in deutschen Gefilden großer Beliebtheit und war oft Seite an Seite mit gebrochenen Kollegen zu sehen. Damals wohlgemerkt gesittet nebeneinander – nicht gekreuzt.

Chip Kidd zeigt dem begeisterten Publikum der TypoBerlin 2009 sein mit Fraktendon gestaltetes Cover für Fangland (»A romantic dramady about vampires who work in network broadcasting«). | Foto © Slanted, Boris Kahl

Es gibt jede Menge sinnvolle Schriften; die Fraktendon zählt eher nicht dazu. Aber dieser Umstand sollte niemandem den Frankensteinschen Spaß an der vollendeten Buchstabenfledderei verderben. Spätestens zu Halloween sollte man das eigene Schriften-Arsenal um diesen Scherzartikel aufgerüstet haben, denn mit ihm lässt sich allen kulturhistorisch bewanderten Typografen ein Schauer über den Rücken jagen.

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