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Heimat Sans

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Christoph Dunst: Heimat Sans

Eine lesbare geometrische Schrift zu gestalten – mit diesem vermeintlich einfachen Vorhaben trauen sich viele Anfänger ins Reich der Schriftgestaltung. Was aber entsteht, wenn sich ein exzellent ausgebildeter, TDC-prämierter Schriftgestalter in seiner Arbeit mit geometrischen Grundformen beschäftigt? Christoph Dunst beantwortet diese Frage mit seiner neuen Schrift Heimat.
Heimat Sans: Specimen

Die Heimat ist zwar eine Überraschung – gerade nach seinem klassischen Debüt mit der perfektionistischen Textschrift Novel – aber bei Kenntnis von Christophs Biografie nicht allzu weit hergeholt: Die ausdauernde Beschäftigung mit den Tücken konstruierter Schriften hat er schließlich schon als freier Mitarbeiter von Albert-Jan Pool bei der Gestaltung der DIN Round kennengelernt. »Die Arbeiten an der FF DIN Round hatten mich dazu gebracht, zu überlegen, wie konsequent ein Schriftkonzept eigentlich sein darf«, verrät Christoph.

Heimat Sans: Specimen 2

Doch während sich kaum noch ein Gestalter an der DIN reibt, polarisiert die Heimat schon lange vor der Veröffentlichung: »Als ich befreundeten Kollegen die ersten Phasen der Entwicklung zeigte, waren die Meinungen so gespalten, wie sie nur hätten sein können«, sagt Christoph. »Die einen waren begeistert, wie gut sie trotz der extremen Formen gerade in kleinen Graden lesbar ist. Für die anderen war sie zu unausgeglichen und nicht universell genug.«

Die Heimat Sans hat relativ kleine Versalien. Für eigenwillige Buchstaben wie f, g oder r gibt es Alternativformen.

Die Inspiration zur eigenwilligen Formensprache entsprang der Zeichnung Paul Renners von einer ähnlichen fl-Ligatur, wie sie jetzt auch die Heimat mitbringt.

Die Gemeinen der Heimat Sans, normal und kursiv, jeweils mit Standard- und Wahlformen

Entstanden ist eine Kombination aus ideologischer Helvetica und idealistischer Futura, gewürzt mit der Eigenwilligkeit von Interstate und der Schreibmaschinenhaftigkeit dicktengleicher Schriften – obwohl es sich um eine Proportionalschrift handelt. Das g, r und q sowie das kursive f sind formal sehr ungewöhnlich – dank ziviler Alternativen (per OpenType-Feature automatisch ersetzbar) bekommen aber auch konservative Gemüter die Chance, sich mit der Heimat anzufreunden.

Die Heimat Sans umfasst 6 Strichstärken, die jeweils mit einer Italic ausgestattet sind.

Die Heimat wirkt mechanisch und insbesondere in fetten Graden fallen Eigenwilligkeiten und Lücken ins Auge. Das liegt an der konsequenten Konstruktion, in der das geometrische Konzept einen höheren Stellenwert hat als ein gleichmäßiges Schriftbild.

Christoph merkt an: »Anders als bei Textschriften stand hier nicht die Harmonie und Eleganz im Vordergrund, sondern ein Schriftkonzept, das es möglichst konsequent umzusetzen galt. Ziel war es, eine Displayschrift mit guter Lesbarkeit zu gestalten – und nicht umgekehrt. Wäre sie harmonischer, hätte ich das Ziel verfehlt.«

Heimat ist der harte Gegenentwurf zum serifenlosen Einheitsbrei, erfrischend sticht sie heraus aus der Flut von Grotesk-Revivals und humanistischen Sans-Schriften. Und natürlich ist sie mit jener handwerklichen Perfektion umgesetzt, die man vom Büro Dunst erwartet.

Der Name Heimat provoziert freilich genau wie der Entwurf. Würde eine Fraktur Heimat heißen, wäre der Beigeschmack wohl für manch einen unerträglich. Da aber eindeutig die Moderne und die Experimentierfreudigkeit in bester Bauhaustradition zu erkennen sind, siegt die Diskrepanz zwischen Name und Form über eventuelle nationalistische Assoziationen – und auch über banale Wirtshaus-und-Berge-Klischees aus Schlagerschnulzen mit Peter Kraus und Conny Froboess.

Obwohl – oder gerade weil – Christophs konzeptlastiges Schriftstatement insbesondere Typo-Profis ansprechen dürfte, sind wir uns sicher, dass die Heimat für kontroverse Diskussionen sorgen wird. Heimat kann und will nicht everybody’s darling sein. Und das ist gut so. »Heimat ist nichts für den übervorsichtigen Designer, der den Anspruch hat, es jedem Recht machen zu müssen«, so der Gestalter.

Christoph Dunst ist bekannt dafür, kein Billigheimer zu sein.
Heimatfreunde sollten deshalb den exklusiven MyFonts.de-Einführungsrabatt nutzen: $ 199 für die gesamte Familie aus 12 Schnitten.
Einfach im Einkaufswagen den Rabattcode MF-DE-HEIMAT eingeben. Gültig bis zum 15.10.2010.

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