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Ingrid Mono, die charmantere Schreibmaschinenschrift

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Ingrid Mono Muster

Unter den Neuerscheinungen der letzten Wochen fiel uns die Ingrid Mono des in Köln lebenden Designers Jörg Schmitt sofort positiv auf. Für die Ingrid hat Jörg sich von Schreibmaschinenschriften inspirieren lassen. Die gut ausgebaute Familie ist tatsächlich eine »Monospace« — auf Deutsch: die Schrift ist dicktengleich, jedes Zeichen hat in der Breite gleich viel Platz. Sie ist sowohl für Programmierer als auch für anspruchsvolle Designer eine gelungene Alternative zu den Couriers, Monacos und Andales dieser Welt. Wir haben den jungen Gestalter über seinen Hintergrund und seine Pläne befragt.

Jörg, Du kommst aus Göttingen, hast aber für dein Grafikdesign-Studium die Fachhochschule Trier gewählt. Was macht die Schule in Trier speziell?

Ich denke, vor allem ihre Vielseitigkeit macht die FH Trier so besonders. Natürlich wusste ich das vor meinem Studium noch nicht. Ich glaube sowieso, dass sich die Schule die Studenten aussucht, und nicht umgekehrt. Typografie ist dort ein zentraler Unterrichtsgegenstand – das sieht man auch an der steigenden Zahl Trierer Absolventen, die dieser Leidenschaft nach dem Studium weiter nachgehen. Wer weiß, ob ich zur Typografie gefunden hätte, wenn ich nicht in Trier gelandet wäre – besser gesagt: die Typografie hat also eher mich gefunden.

Du hast außerdem in Valencia studiert und ein Praktikum bei Meta Design in Zürich gemacht. Gab es für Dich deutliche Unterschiede zwischen deutscher, spanischer und Schweizer Designkultur?

Ich bin der festen Überzeugung, dass es das nicht mehr gibt. Mit den vielen Kanälen, auf denen sich Designer heute austauschen können, ver­schwimmen die länderspezifischen Stile. So etwas wie Bauhaus aus Deutschland oder Schweizer Typografie wird heute überall zitiert. Ich will nicht behaupten, dass es keine Trends mehr gibt, aber sie sind definitiv nicht mehr standortbezogen.

Und jetzt?

Zur Zeit arbeite ich für Interbrand in Köln. Im Bezug auf die vorige Frage finde ich es deshalb spannend zu sehen, wie in den verschiedenen Agenturen gestaltet wird. Deswegen würde ich sagen: Unterschiede in der Designkultur bestehen eher zwischen den Designbüros als zwischen den Ländern. So versuchen wir bei Interbrand länderübergreifend eine gemeinsame Kultur zu pflegen. Diese bezieht sich natürlich auch auf Design-Prozesse – von denen die letztendliche Gestaltung nicht gänzlich unbeeinflusst bleibt.

Ingrid Mono Muster Groß

Acht Strichstärken zählt die Ingrid Mono, von der ultradünnen Hairline bis zur (nicht allzu) fetten Bold. In den fetteren Stilen fallen die elegant abgerundeten Striche angenehm auf.

Die Ingrid Mono ist eine Monospace. Kannst Du etwas über deine Faszination für solche dicktengleichen bzw. von Schreibmaschinen inspirierten Schriften sagen?

Seit der Geburt der Monospace ist schon etwas Zeit ins Land gegangen. Als die Schreibmaschinen aufkamen, brachten sie einen speziellen Schrifttypus mit sich. Was diesen so einzigartig macht, ist die Tatsache, dass alle Glyphen technisch bedingt auf der selben Breite untergebracht werden müssen. Das bringt natürlich gewisse Schwierigkeiten mit sich: An sich breite Buchstaben wie das kleine ›m‹ bekommen gleich viel Raum zugewiesen wie das schmale ›i‹. Da bleiben groteske Quetschungen und Streckungen nicht aus. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – haben Typewriter-Fonts eine Anmutung, der ich mich nie entziehen konnte. Verrückt, wenn man bedenkt, dass ich meine ersten Briefe nicht einmal mehr auf einer Schreib­maschine geschrieben habe!

Deine erste Doppelfamilie, Hellschreiber Serif und Sans, ist bei Gestalten herausgekommen. Die Ingrid hast Du unter Deinem eigenen Namen veröffentlicht. Warum ein eigenes Label?

Die Art des Vertriebs ist eine grundsätzlich andere. Der Gestalten Verlag sucht gezielt Schriften, die in sein Portfolio passen und bietet verglichen mit MyFonts oder FontShop nur eine kleine Schriftkollektion an. Das hat den Vorteil, dass ein gut gemachter Font nie gänzlich übersehen werden kann. MyFonts halte ich platt gesagt für typografischen Darwinismus. Bei der Fülle und Güte der ständig neu herauskommenden Fonts ist das Portal ein echter Gradmesser für die Qualität einer Schrift. Dem Urteil vieler Grafikdesigner weltweit möchte ich mich gerne stellen.

Was können wir in Zukunft noch von Dir erwarten?

Bis jetzt habe ich noch keine komplette Displayschrift gestaltet. Ich würde mich gerne einmal an einem Thema der Typografie ausprobieren, welches weniger regelgebunden ist. Dies schließt aber nicht aus, dass ich auch weiterhin »lesefreundliche« Schriften gestalte.  Die Vorfreude auf weitere Projekte ist riesig!

Jörg, besten Dank und weiterhin viel Spaß beim Schriftenmachen.

Ingrid Mono Zeichensatz

Mit ihrem üppigen Zeichenrepertoire inklusive Pfeilen, Kästchen und Akzentzeichen für Fremdsprachen ist die Ingrid Mono auch für außergewöhnliche Aufgaben gut gerüstet.

Aufgepasst, Superschnäppchen!

Die Ingrid Mono wird bis 6. Dezember 2012 zum halben Preis angeboten – also 50% Rabatt sowohl auf die ganze Familie als auch auf Einzelschnitte.

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