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Liebelei – from Vienna with Love

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Liebelei: Specimen

Vor genau achtzig Jahren, im Februar 1933, kam »Liebelei« in die Kinos. Für den jungen Regisseur Max Ophüls bedeutete die Verfilmung des Schauspiels von Arthur Schnitzler den Durchbruch. Für den Wiener Grafiker Rudolf Vogl bot der Titel des Liebesdramas die Gelegenheit, das Film­plakat mit einer zuckrig glänzenden Schreibschrift zu verzieren – inklusive Herzchen anstelle der i-Tüpfelchen.

Ekke Wolf hat das Plakat in der Sammlung der Wienbibliothek entdeckt und sich sofort in den alten Schriftzug verliebt. Ausgehend von den gerade mal fünf verschiedenen Buchstaben der Vorlage hat der Schrift­gestalter weitere Zeichen abgeleitet und nach und nach das Alphabet ver­vollständigt. Doch damit gab er sich noch lange nicht zufrieden. Sein Ziel: eine zeit­genössische und vielfältig verwendbare Familie schaffen – und dabei trotzdem den Charme der 30er-Jahre-Lettern erhalten.

Die soeben erschienene Liebelei Pro Italic ist eine unverbundene Pinsel-Kursive mit den charakteristischen spitz zulaufenden Abschlüssen. Sie umfasst vier Strichstärken, von denen die Bold dem Original am nächsten kommt und auch am besten funktioniert (während die Light sich leider nur wenig von der Grundstrichstärke abhebt).

Liebelei: Stile
Jeder der Stile umfasst knapp 850 Glyphen. Das ist für eine solch saloppe Displayschrift phänomenal viel. Unterstützt werden zahlreiche Latein-basierte Sprachen (u.a. diverse osteuropäische und baltische, Rumänisch, Türkisch) – und darüberhinaus sogar Griechisch! Selbst wer keine fremdsprachlichen Zeichen benötigt, kommt auf seine Kosten: Ekke Wolf hat den Fonts so einige Spezereien mitgegeben: Liebelei enthält Kapitälchen, diverse Ziffernarten und eine erkleckliche Zahl von Schwungversalien und Schmuckligaturen. Angesichts dieser Bandbreite fällt es leicht, über die ein oder andere unrunde Kurve hinwegzusehen.

Goudy Sans (oben) und Liebelei (unten)

Liebelei (unten) könnte als beschwipste Variation der – ohnehin nicht ganz nüchternen – ITC Goudy Sans (oben) durchgehen.

Mit ihren fröhlichen-fleckigen Wortbildern ist die Liebelei sicher nichts für typografische Puristen. Aber es muss ja nicht immer alles perfekt geleckt sein. Liebelei ist ein schön schwülstige Schrift für schmalzige Schlagzeilen und lüsterne Liebesschwüre. Auch auf Verpackungen von z.B. klebrigen Kakaoprodukten kann ich sie mir gut vorstellen. Bis Ende Februar 2013 kostet die komplette Familie nur $24,75. Einzelschnitte sind zur Einführung sogar für unwiderstehliche $9,75 zu haben.

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