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Mota Italic, Ende einer Typo-Galerie


In wenigen Tagen nimmt Berlin Abschied von einem seiner aktivsten typografischen Treffpunkte – Mota Italic schließt die Türen. Am nächsten Samstag, den 21. September, findet der finale Ausverkauf statt. Und eine Party, die den ganzen Tag und Abend dauern darf. MyFonts.de ist mit von der Partie und sponsert Häppchen und Getränke – die Initiative war uns immer besonders sympathisch.

Mota-card

Die Typo-Buchhandlung und Galerie Mota Italic gab es seit Mai 2011. Zweieinhalb Jahre sind keine besonders lange Zeit, aber was Gründer Rob Keller zusammen mit seiner Frau Sonja in dieser kurzen Zeit auf die Beine gestellt hat, ist beeindruckend. Sage und schreibe 16 Ausstellungen hat es gegeben, zudem Workshops, Vorträge und Publikationen.

Angefangen hat es in 2011 mit einer bescheidenen Auswahl von Büchern, T‑Shirts und Drucken. Im Laufe des nächsten Jahres füllten sich die Regale. Es entstand ein einzigartiges Angebot mit hunderten von Designbüchern und ‑magazinen, darunter viele selbst importierte Publikationen, die in Deutschland sonst nicht oder nur schwer aufzutreiben sind. Obendrein gab es Schriftplakate, Buchstabenanhänger und andere Artikel mit typografischem Bezug.

Das Ende der Galerie und des Ladens bedeutet nicht das Ende von Mota Italic. Rob Keller setzt seine Typefoundry unter demselben Namen fort. Gerade das war ein wichtiger Grund für die Veränderungen: der gebürtige Amerikaner möchte sich ab jetzt wieder mehr auf die Schriftgestaltung konzentrieren. Seine Schriften, darunter die beindruckende Vesper, die während seines Studiums in Reading (UK) entstand, werden demnächst auch bei MyFonts verfügbar sein.

Es folgen einige Bilder von Ausstellungen, die bei Mota Italic stattfanden – von Studentenprojekten über Foundry-Präsentationen und Privat­sammlungen bis hin zu komplexen Installationen.

CAPITAL Ausstellung

Für die erste Ausstellung, CAPITAL: Berliner Buchstaben, wählte Mota Italic 27 Buchstaben aus Fonts von Berlinern Schriftgestaltern aus, die von 27 Künstlern/Illustratoren/Designern interpretiert wurden. Zur Ausstellung erschien ein Katalog mit einem Vorwort von Jan Middendorp von MyFonts. Unten eine Doppelseite mit der Marat von Ludwig Übele, interpretiert von der Illustratorin Laura Serra.

CAPITAL Doppelseite

Berliner Buchstaben, den Katalog zur Ausstellung CAPITAL, bekommt jeder Besucher geschenkt, der während des Ausverkaufs bei Mota Italic mindestens 10 Euro ausgibt.

Photo-Lettering

Oktober 2011: Eine Präsentation des Photo-Lettering-Projekts von House Industries

Blacklecker

Keller und Co. machten es sich selten leicht: für die Ausstellung Blacklecker: tasty Fraktur (November–Dezember 2011) wurden Wörter aus zwei Dutzend digitalen gebrochenen Schriften gesetzt, aus Pappe ausgeschnitten und von Hand zu einer dreidimensionalen Wandskulptur verarbeitet.

Rotation

Januar 2012: Rotation, Reflection, Repetition, Repetition. Inspiriert von Judith Schalanskys Buch Fraktur mon Amour kreierten Studenten der Visuellen Kommunikation an der Universität der Künste Berlin eine Serie von Mustern, die aus Glyphen digitaler Schriften abgeleitet wurden. Entstanden im Rahmen eines Seminars von Simone von Eldik (Assistenz Tanja Kapahnke).

mastering-type

Dreimal wurden die Jahresergebnisse der Schriftdesign-Masterstudiengänge in Reading und Den Haag zusammen ausgestellt. Hier ein Bild von Mastering Type 12 (August–September 2012).

Mister K

Mister K & Franz Kafka war wahrscheinlich die vielfältigste Ausstellung der Mota Italic-Reihe. Die in Berlin lebende finnische Designerin Julia Sysmäläinen hatte für die Ausstellung rundum ihre Kafka-Schrift FF Mister K eine charmante Installation gestaltet – mit Möbeln, Skulpturen, Schmuckwaren und Gardinen, alles mit Mister-K-Mustern. September–November 2012.

Chromeography

Der amerikanische Schriftspezialist Stephen Coles (u.a. bekannt von Fonts in Use) kuratierte die Ausstellung Chromeography (November–Dezember 2012). Wie seine gleichnamige Website hatte die Ausstellung die Chrome-Schriftzüge auf Autos zum Thema. Die Fotos von Sammlern und Chrome-Geeks waren nach der Farbe sortiert – diese Idee wurde spontan auch auf das Mota Italic-Bücherregal übertragen.

In Progress

In Progress: Creating a New Typeface (Januar–Februar 2013) war eine Ausstellung ›in eigener Sache‹. Sie dokumentierte den Designprozess einer neuen Schrift Rob Kellers. Einerseits wollte Keller sich damit zwingen, in kurzer Zeit einen kompletten Font fertigzustellen. Andererseits hoffte er, über die Zurschaustellung seiner Notizen den Entwurfsprozess ein wenig zu entmystifizieren.

Lettering vs Calligraphy

Lettering vs Calligraphy, das Online-Projekt der beiden Wahlberliner Martina Flor (Argentinien) und Giuseppe Salerno (Italien) ist seit Ende 2012 ein Riesenerfolg. Die Ausstellung (Februar–April 2013) zeigte alle bisher veröffentlichte ›Battles‹. Das Publikum war eingeladen, über die neuesten Beiträge abzustimmen.

Final

…und so gemütlich sah es bei den Eröffnungen bei Mota Italic aus. Hier die letzte Ausstellung, Typographic Thali, Serving Letters from India (August–September 2013, am Samstag noch zu sehen), mit einer Sammlung von Bildern aus Indien, einem Land, in dem Rob Keller (im weißen Hemd) in den letzten Jahren viel Zeit verbracht hat.

Mota Italic, Closing Party & End Sale
Samstag, den 21. September 2013, ab 12 Uhr
Mit Unterstützung von MyFonts.de

Schliemannstraße 34
10437 Berlin
→ Anfahrt

Mota Closing

Fotos: Mota Italic

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