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Donki – die Reinkarnation des Bisons als schelmischer Esel

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Donki ist einfach zum Knuddeln: Eine witzige Mischung aus Cartoon-Optik, Bello-Charme, Pseudo-3D-Andeutungen, ein bisschen Kindchenschema, und das alles geneigt wie eine reklamige Pinselschrift.

Mit den knuffigen Proportionen und den schnittigen Einschnitten könnte Donki die verschollene Halbschwester der St Atmos sein – ist sie aber nicht, denn sie stammt aus der Feder (oder besser: der Maus) von Gunnar Link. Dieser Schwarzwälder Schriftentwerfer ist auch der Schöpfer der Selva, die wir 2012 in einer Fontschau vorgestellt hatten. Wir haben uns mit ihm über die Entstehung der Donki unterhalten.

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Gunnar schreitet beim Schriftentwurf gerne direkt zur Tat: Er macht sich ein paar lockere Skizzen und zeichnet dann direkt in FontLab. Seine Inspiration für die Donki fand er auf einer Mehlpackung. Ihm gefiel spontan die Schildermaler-Ästhetik der verwendeten Schrift, gleichzeitig fand er sie nicht zeitgemäß. Kein Wunder, denn wie er später herausfand, handelte es sich um die Bison von Julius Kirn aus dem Jahr 1938 (digital erhältlich als Brush 738). Für seine Interpretation wollte Gunnar die Pinselschrift-Elemente aufgreifen, sich dabei aber nicht streng an das Prinzip der Pinselführung halten. Dazu schreibt er: »Formale Stringenz ist mir wichtiger [als die Logik des Schreibwerkzeugs]. Also bestimmte Stilelemente in einer Schrift zu kultivieren und somit eine innere Logik schaffen.«

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Viele Buchstaben der Donki haben deshalb zwar kalligrafische, kursive Züge, in denen man ein Schreibwerkzeug zu erkennen glaubt, z.B. das g. Anderseits ist auch eine Collage aus verbogenen Halbkreisen zu erkennen; ganz deutlich sichtbar beim pfiffigen k. Natürlich bestehen die allermeisten Schriften aus Bausteinen und wiederkehrenden Elementen. Aber in der Donki werden diese Einzelteile unerwartet zusammengesetzt und springen deshalb als isolierte Formen ins Auge.

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Unter der Haube ist Donki sauber produziert. Ordentlich gezeichnete Kurven und eine wunderbar umfangreiche Sprachunterstützung lassen niemanden im Regen stehen.

Abgerundet wird der positive Eindruck durch Dreingaben wie hochgestellte unterstrichene Ziffernpaare für Preise (19, 29, 39, …, 99) und ein paar witzige Illustrationen für Wetterberichte und Naturfreunde. Für Hobby-Ornithologen gibt es in den Untiefen des Zeichensatzes ein überraschendes Detail zu finden, das es wohl so noch nie in einem Font gegeben hat.

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Gunnars Sinn für Humor spiegelt sich auch im Namen wider. Er schreibt: »Donki ist einfach ein falsch geschriebener Esel. Bei meiner ersten Schrift Frido sprach ich bereits von einem Donkey – in Anspielung auf die bekannten ›Workhorse‹-Schriften. So ein einzelner Display-Font ist nunmal das Gegenteil eines Arbeitstiers :)«

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Einen optimalen Einsatzkontext hat Gunnar auch im Kopf: Er würde die Donki gerne bei einem Kinder-Fernsehsender sehen. Eine gute Idee.

Nachtrag: Im Mai 2015 ist eine überarbeitete Erweiterung der Donki erschienen. Donki Pro verfügt über zwei neue, etwas leichtere Schnitte, Medium und Bold. Außerdem gibt es eine Schablonenvariante. Die kleine Schriftfamilie läuft einen Tick aufrechter als die ursprüngliche Donki und verfügt nun auch über Kapitälchen (per OpenType aktivierbar).

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