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»Anschlag« – Berliner Plakate auf dem Plakatfestival Weltformat in Luzern


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Im Juli letzten Jahres hatten wir an dieser Stelle die Ausstellung »Das Luzerner Plakat« in Berlin-Neukölln angekündigt, die vom Berliner Designer Sven Lindhorst-Emme in Zusammenarbeit mit Weltformat kuratiert wurde. Ein gutes Jahr später findet nun ab den 26. September die siebte Ausgabe des Plakatfestivals Weltformat in Luzern statt, mit einem reichhaltigen und vielfältigen Programm (PDF). Gezeigt wird unter anderem eine breite Auswahl Schweizer Tourismusplakate – Klassiker aus dem 19. und 20. Jahrhundert neben frischen Arbeiten aus der Luzerner Hochschule für Design & Kunst; ausgewählte Werke von jungen Grafikern aus Südkorea; die Preisträger des Wettbewerbs »100 beste Plakate – Deutschland Österreich Schweiz« und eine Retrospektive zum Schaffen von Mel­chior Imbo­den, dem Gestalter des diesjährigen Fes­ti­valplakats.

Grafik: Melchior Imboden. Animation: Josh Schaub

Tourismusplakate

Schweizer Tourismusplakate: Historisches von Herbert Matter (links), Retrospektives von Erich Brechbühl (rechts). Abb.: Weltformat

Nicht zuletzt gibt es eine Fortführung der letztjährigen Ausstellung in Berlin: »Anschlag« versammelt einen Überblick zeitgenössischer Plakate von in Berlin tätigen Designern. Dem aktuellen Zeitgeist in der Gestaltung und insbesondere der Designszene Berlins folgend werden 100 Plakate von Newcomern und renommierten Designstudios wie Cyan, LSD, HeSign, Henning Wagenbreth, EPS51, Ruddigkeit, Ariane Spanier, Surface und vielen weiteren zu sehen sein. Sven Lindhorst-Emme kuratierte die Ausstellung diesmal zusammen mit Fons Hickmann; beide sind selbst renommierte Plakatgestalter. Die beiden fokussierten in ihrer Auswahl auf Werke, die eine imaginäre Grenze von Design und Kunst überschreiten. »Anschlag« wird von 26.9. bis 5.10.2015 im Rahmen des Weltformat Plakatfestivals in Luzern zu sehen sein.

Wir haben Sven Lindhorst-Emme ein paar Fragen gestellt.

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»paris est un femme« von Detlef Fiedler & Daniela Haufe (cyan); Siebdruck, 100 × 140 cm

Vor einem Jahr hast du in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Plakatfestival Weltformat in Berlin die Ausstellung »Das Luzerner Plakat« kuratiert. Wie wurde deine Initiative aufgenommen?

Die Ausstellung war mit rund 500 bis 600 Gästen zur Vernissage und sehr vielen weiteren Gästen an den Folgetagen ein voller Erfolg; ich bekam viel positives Echo. Ich glaube, dass ein solch umfassende Ausstellung zur Schweizer Plakatgestaltung in Deutschland schon lange nicht mehr zu sehen war.

Du arbeitest diesmal mit Fons Hickmann zusammen. Was waren eure Kriterien oder euer Konzept?

Die kuratorische Zusammenarbeit mit Fons war eine große Bereicherung für mich, da er schon wesentlich länger in Berlin lebt, weitaus engere Kontakte zu manchen Gestaltern hat und bei einem Projekt dieses Ausmaßes die Arbeit zu zweit einfach mehr Spaß macht.

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Links: »In between He jianping« von Jianping He (HeSign); Siebdruck, A0.
Rechts: »Stern« von Fons Hickmann (m23); Digitalprint, A0.

Wichtig war uns beiden, dass es Berliner Plakatgestalter sind, die aktiv tätig sind und die im Bereich des eher künstlerischen Plakats schon etabliert bzw. bereits durch interessante Entwürfe aufgefallen sind. Etablierte Designer und Büros sind wichtig, weil sie die Designlandschaft seit geraumer Zeit prägen. Der Nachwuchs ist relevant, weil er diese Generation irgendwann ablösen wird. Uns war wichtig, diese Mischung zu zeigen – wenn man so möchte, ein mutiger Blick in die Zukunft. 

Der Titel – Anschlag – hört sich provozierend an. Was bedeutet er?

Provozierend, na das ist gut, ein Plakat darf dies auch! Aber die Doppel­deutigkeit ist natürlich gewollt. Das Wort Plakat leitet sich aus dem französischen placard ab, das wiederum Anschlagzettel, Aushang bedeutet. »Ein Plakat anschlagen« und somit einen öffentlichen Aushang oder Aufruf zu machen, das wollten wir damit erreichen. Der zweiten Bedeutung folgend verüben wir mit der Ausstellung natürlich auch einen visuellen Anschlag auf den öffentlichen Raum.

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»Kosmostage« von Henning Wagenbreth. Abb.: Weltformat

Diesmal wird es auch eine Verlagspublikation geben. Wie kam es dazu?

Ja, wir freuen uns sehr, dass wir ein Buch realisieren konnten. Es erscheint am 20. September im Verlag seltmann + söhne und wird selbstverständlich auch auf dem Weltformat-Festival in Luzern erhältlich sein. Durch die Unterstützung von Druckerei, Buchbinderei, des Verlags und des Festivals sowie durch viel Eigeninitiative aller Beteiligten konnten wir diesen Traum wahr werden lassen. Eine Ausstellung ist etwas Wunderbares, aber eben zeitlich begrenzt. Ein Buch hingegen hat etwas Nachhaltiges, es archiviert die kuratierten Plakate und schafft so eine Momentaufnahme des gestalterischen »Ist-Standes«. Weil es um Plakate dreht, ist das Buch komplett auf Affichen-Papier gedruckt und in schwarze Buchpappen mit Prägung gebunden. Ein schwarzer Farbschnitt und die auf 300 Exemplare limitierte Auflage lassen es zudem zu etwas Besonderem werden.

Sven, vielen Dank für Deine Zeit. Wir wünschen eurer Ausstellung viele interessierte Besucher!

Anschlag Berlin
SLE

»Mein eigen Fleisch und Mut« von Sven Lindhorst-Emme; Offset, A1 / Digitalprint, A0

LSD

Imageplakate Volksbühne Berlin von Leonhard Neumann/LSD Berlin; Neonpaper mit Metallic-Folie, A1.

Weitere Einblicke ins Buch »ANSCHLAG – BERLIN. Zeitgenössische Plakate Berliner Designer« gibt es auf der Verlagsseite. Dort kann das Buch auch bestellt werden (140 Seiten, 30 Euro).

Titelbild (ganz oben): Ausstellungsplakat »Anschlag – Berlin«. Design: Fons Hickmann & Sven Lindhorst-Emme; Siebdruck (Irisprint), Weltformat (F4)

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