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Tÿpo St.Gallen: Tempo


Sankt Gallen in der Ostschweiz ist seit Jahrzehnten ein bedeutendes typografisches Zentrum im deutschen Sprachraum. Das Vorbild Jost Hochulis, Typograf, Schriftgestalter und Autor von international renommierten Werken über das Büchermachen, hat den Nachwuchs geprägt, ohne ihn stilistisch zu sehr zu beeinflussen. Offenheit und Anti-Dogmatismus kennzeichnen die Haltung der grafischen Szene in St.Gallen.

2011 hat die Stadt ihre Gastgeberrolle des 25. Bundestreffens des Forums Typografie ergriffen, um eine neue Initiative zu lancieren: die zweijährliche Konferenz Tÿpo St.Gallen. Wir berichteten von der Premiere zum Thema »Typisch Schweiz?« als auch über die zweite Folge, wo sich hochkarätige Fachreferate mit dem Tagungsthema »Weißraum« auseinandersetzten. Diesmal ist MyFonts.de sogar als Sponsor dabei. Vom 18. bis zum 20. September findet, erneut an der örtlichen Schule für Gestaltung, die dritte Ausgabe der Tÿpo statt, diesmal unter dem Motto »Tempo«.

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Das Programm der Tÿpo St.Gallen 2015 ist international, vielseitig und vielversprechend, mit unter anderem Luc(as) de Groot, Niederländer in Berlin, Plakat- und Buchgestalter Werner Jeke aus Lausanne, Schriftforscher und -künstler François Castanet aus Toulouse, Fritz Kahn-Spezialist Thilo von Debschitz, dem in Den Haag arbeitenden portugiesisch-deutschen Paar Carvalho/Bernau, und Jost Hochuli selbst.

Über das Thema »Tempo« schrieb uns Mit-Organisator Roland Stieger:

Was hat Tempo mit Typografie und Gestaltung zu tun? Tempo bedeutet Zeit und Geld und war insofern schon immer relevant. Schon bei der karolingischen Minuskel ging es darum, eine Schrift zu haben, welche schneller geschrieben werden konnte und gleichzeitig besser lesbar war, und letztlich sollten Inhalte verständlicher sein. Auch bei Gutenberg ging es um Tempo, plötzlich könnten viele Bücher gleichzeitig hergestellt werden, was eine enorme Kosteneinsparung bedeutete. Auch alle weiteren technischen Entwicklungen hatten zur Folge, dass Informationen schneller verbreitet werden konnten und dies zu tieferen Kosten. Bedeutet Tempo also vor allem Kosteneinsparungen?

Tempo ist auch relevant bei Computern, Smartphones und Datenübermittlung ganz allgemein. In Zukunft wird man sich vielleicht darüber wundern, dass man einst Zeitungen las, um Nachrichten von gestern nachzulesen. Tempo ist bei Nachrichten heute schon essentiell. Nachrichten sind bereits in Echtheit verfügbar.

Doch ist Tempo immer ein Vorteil? Wenn alles immer schneller wird, könnte es wertvoll sein, einmal zu entschleunigen, innezuhalten und zuerst zu überlegen, wohin man überhaupt möchte, bevor man ziellos losrennt? Also bedeutet Tempo nicht zwingend einfach schnell? Es gibt also verschiedene Tempi, und diese gilt es auch in der Gestaltung einzusetzen, um Leser zu führen, um sie schnell zum gewünschten Ziel zu führen und ihnen dann Ruhe und Zeit zum Konsumieren der Inhalte lässt.

In einer Zeit, wo wir täglich enorme Informationsmengen zu bewältigen haben, ist es wichtig zu wissen, wie man mit Design die passende Zielgruppe erreichen kann. Wie müssen Informationen gegliedert werden, dass sie mit der knappen zur Verfügung stehenden Zeit aufgenommen werden können? Dabei kann interessante Gestaltung und gute Typografie essentiell sein. Aber auch der Einfluss von Big Data muss man kenn, um ihn für sich nutzen zu können. Mit der Hilfe von Bid Date können wir Informationen gezielt selektieren.

Das sind Themen, um die es geht, wenn man von Tempo und Typo spricht.

Es sind noch einige wenige Plätze zu vergeben! Preise hier, Anmeldung hier.

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