MyFonts.de

Menü Twitter

MyFonts.de ist die deutschsprachige Dependence von MyFonts.com, der weltgrößten Bibliothek digitaler Schriften.

Schriften kaufen →

Acron

Diese Schrift testen …

Acron-Poster

Acron ist die erste Schriftveröffentlichung von Anna Cairns. Cairns, geboren 1989, hat ihr Designstudium 2009 an der UdK Berlin begonnen. Im Anschluss an ein Auslandssemester an der Willem de Kooning Academie in Rotterdam wechselte sie an die HfG Karlsruhe. Nach einem Praxissemester bei Magma arbeitet sie derzeit als selbstständige Gestalterin an Schriften, Websites, Publikationen und Erscheinungsbildern. Die Jacques ist eine zeitgenössische Serifenlose, die sich noch im Entwurfsstadium befindet. Für ihr jetzt bei VolcanoType erschienenes Debüt hat sich Cairns ein weniger abgegrastes Genre vorgenommen.

Acron-Zeilen

Die Acron ist die digitale Interpretation einer US-amerikanischen Schildermaler-Schrift, genauer gesagt die Simulation einer aus raschen Pinselzügen zusammengesetzten geneigten Sans-Serif. Charakteristisch sind die fetten, schräg ansetzenden und stets dynamisch gebogenen Striche. Das Additive des Schriftmalens wird hier nicht verschleiert, sondern bewusst herausgestellt; die Einzelgesten sind klar voneinander abgesetzt. An den Fugen entstehen Sprünge, die die Umrisslinie rhythmisieren und für ein belebtes, spontan wirkendes Schriftbild sorgen.

Ihren Anfang nahm die Schrift bereits 2011, damals noch unter dem Arbeitstitel Vernon. Im Vergleich zu dieser Vorstudie fällt die jetzt vorliegende Acron etwas breiter aus, vor allem aber ist sie fetter und kompakter, mit geringeren Zeichenzwischenräumen. Damit kann sie im erklärten Anwendungsfeld als Plakatschrift die nötige Durchschlagskraft entwickeln.

Vernon-Acron

Vernon (links) im Vergleich mit der Acron (rechts)

Die unverändert großen Innenräume etwa bei C und O lassen die Schwarz-Weiß-Verteilung jedoch weniger gleichmäßig erscheinen. Insbesondere ein schmaleres L mit weniger Fleisch zur Rechten wäre hier von Vorteil gewesen. Eine weitere grundlegende Änderung betrifft die Behandlung der Strichenden. Während diese in der Vernon noch an beiden Seiten im gleichen Winkel abschließen – das I ist ein Parallelogramm –, so sind die Linien in der Acron gegenläufig; sie zeigen nach innen und lassen die Zeilen in Leserichtung streben. Diagonale Elemente wie die Balken in E oder G wurden begradigt, die serifenartigen Anstriche an C, G, S eliminiert zugunsten von Abschlüssen, die sich in die Kurvenführung einfügen.

Acron UC lc

Die Acron ist eine reine Versalschrift. Anstelle von Kleinbuchstaben hat sie einen zweiten Satz von Versalien in abweichender Zeichnung. Die Unterschiede sind unwesentlich und werden nur im direkten Vergleich sichtbar. Solche Wahlformen sind praktisch, wenn die Illusion des Handgemachten auch bei Buchstabendopplungen gewahrt werden soll. Allerdings muss diese Variation händisch herbeigeführt und dafür in die Textebene eingegriffen werden – statt ›Anna‹ ist etwa ›AnNa‹ einzugeben. Noch schöner wäre es, würde der Wechsel automatisch auf Basis eines OpenType-Features stattfinden.

Acron-UC-lc

Finde die Unterschiede: Die als Großbuchstaben hinterlegten Glyphen sind hier hell markiert.

Acron-Sonderzeichen

Ohne Kleinbuchstaben ist die Acron weniger vielseitig als etwa die stilistisch verwandte Paintlay (Mika Melvas, 2015), welche obendrein mit Schatten- und Glanzlichtvarianten beeindrucken kann. Dennoch bietet sie eine reizvolle Alternative zu den viel zu oft gesehenen und dennoch ungebrochen populären Klassikern Balloon, Dom Diagonal oder Flash. Die Acron umfasst gut 420 Figuren, darunter hoch- und tiefgestellte Ziffern, diverse Pfeile sowie diakritische Zeichen u.a. für Polnisch, Tschechisch und baltische Sprachen. Eine einfache Lizenz kostet 35 Euro. Bis zum 3. Mai 2016 gilt ein spezieller Einführungspreis von 17,50 Euro.

Acron-im-Breitenvergleich

Im Vergleich mit Schriften aus dem selben Genre wird deutlich, wie breit die Acron läuft. Von oben nach unten: Dom Diagonal, Paintlay, Flash, Balloon, Churchward Brush, Filmotype Austin, Acron.

Nachtrag: In der ersten Version des Artikels wurde der zunächst gültige Preis von 39,99 Euro (reduziert 20 Euro) genannt. Inzwischen hat VolcanoType den Preis auf 35 Euro (reduziert 17,50 Euro) korrigiert.

Verwandte Artikel

Archiv →
Show Tweets