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Tuna: Pixelfreundliche Serifen

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»Serifenschriften taugen nicht für den Bildschirm« – wer das heutzutage behauptet, outet sich als Halbwisser.

Der Grund, warum es früher durchaus nicht verkehrt war, Serifenschriften am Screen misstrauisch gegenüberzustehen: Niedrig aufgelöste Bildschirme vermatschten die filigranen Details vieler Antiquas bis zur Unkenntlichkeit. Wobei nicht nur die feinen Serifen problematisch waren, sondern auch die ausgeprägteren Strichstärkenkontraste, die auf groben Anzeigegeräten schlicht nicht darzustellen waren.

Die pauschale Aussage, dass Serifenschriften nicht für den Bildschirm taugen, ist aber inzwischen zu kurz gegriffen. Zum einen gibt es immer mehr hochauflösende Displays. Dieser Text entstand auf einem Laptop mit 220 ppi – mehr als genug Feinheit, um auch formal detaillierte Druckschriften einwandfrei zu anzuzeigen. Zum anderen gibt es schon seit langem robuste Serifenschriften, die für den harten Einsatz in niedrigen Auflösungen gemacht sind oder passend gemacht wurden. Der eher bildschirmunfreundliche (weil filigrane) Klassiker Times wurde beispielsweise Anfang der 90er Jahre von Microsoft durch TrueType-Hinting so gebürstet, dass er auch auf Monochrom-Displays in kleinen Graden durchaus ansehnlich ist. Und Georgia von Matthew Carter ist das Paradebeispiel für eine Serifenschrift, die in ihrer Struktur und Konstruktion speziell für den Einsatz am Bildschirm gestaltet und optimiert wurde.

Gerade erschienen ist die Tuna von der frisch gegründeten Foundry Ligature Inc, zu der sich Felix Braden und Alex Rütten verbündet haben.
Tuna ist speziell für das Pixel-Rendering auf groben Displays gemacht. Denn auch wenn hochauflösende Bildschirme immer mehr Verbreitung finden, ist es bei unberechenbaren Umgebungen wie im Web ratsam, sich nicht immer und überall auf 200 ppi oder mehr zu verlassen.

 

Die Produkt-Website von Tuna erklärt ausführlich, welche Überlegungen der Formsprache zugrundeliegen. Der Clou liegt im Winkel des Kontrastverlaufs: Durch den 45°-Winkel und die rechteckig angehauchte Konstruktion ergibt sich horizontal und vertikal dieselbe Strichstärke. Der Strichstärkenkontrast ist gering, was kleiner Verwendung auf grobem Pixelraster entgegenkommt.

In Kombination mit den stabilen Serifen ergibt sich ein weiterer Vorteil: Auf hinterleuchteten Displays überstahlen helle Flächen die dunkleren, so dass bei feinen Schriften die Serifen dünner wirken oder ganz untergehen. Der robusten Tuna kann überstrahlendes Licht wenig anhaben.

Die Ausstattung der zehn Schnitte mit je über 700 Zeichen stimmt: Der Sprachausbau ist umfangreich. Kapitälchen und fünf verschiedene Zahlenarten sind enthalten. Für Mikrotypografen erfreuliche OpenType-Features sind vorhanden, unter anderem echte Brüche sowie hoch- und tiefgestellte Ziffern.

Tuna ist keine Kompromiss-Schrift mit Fokus auf widrige Bedingungen – sie glänzt nämlich nicht nur in niedrigen Auflösungen, sondern macht auch bei nicht sichtbarer Rasterung eine gute Figur.

Tuna ist ab sofort bei MyFonts zum Einführungspreis mit 50% Rabatt erhältlich. Der Medium-Schnitt ist kostenlos in Regular und Italic erhältlich, so dass die Schrift ausgiebig getestet werden kann.

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