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	<title>MyFonts.de &#187; Foundry-Porträt</title>
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	<description>Die deutsche Dependance von MyFonts.com</description>
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		<title>Aeronaut &amp; Ivory</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 07:49:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Hardwig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fontschau]]></category>
		<category><![CDATA[Foundry-Porträt]]></category>

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		<description><![CDATA[
Georg Herold-Wildfellner und Marcus Sterz von schriftbuero/FaceType lassen mit Aeronaut und Ivory gleich zwei historische Schmuckalphabete neu aufleben. Gemeinsam ist beiden Fonts die Möglichkeit zur einfachen und schnellen Komposition zweifarbiger Schriftzüge. Über die Herkunft der Schriften und die Handhabung von chromatischen Fonts haben wir mit einem der beiden Designer gesprochen.

Georg, wie kommst Du auf Ideen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/aeronaut-ivory.jpg" alt="Aeronaut (Schneeglöckchen) &#038; Ivory (Weißröckchen)" title="Aeronaut (Schneeglöckchen) &#038; Ivory (Weißröckchen)" width="504" height="302" class="alignnone size-full wp-image-687" /></p>
<p>Georg Herold-Wildfellner und Marcus Sterz von <em>schriftbuero/FaceType</em> lassen mit <em>Aeronaut</em> und <em>Ivory</em> gleich zwei historische Schmuckalphabete neu aufleben. Gemeinsam ist beiden Fonts die Möglichkeit zur einfachen und schnellen Komposition zweifarbiger Schriftzüge. Über die Herkunft der Schriften und die Handhabung von chromatischen Fonts haben wir mit einem der beiden Designer gesprochen.<br />
<span id="more-686"></span></p>
<p><strong>Georg, wie kommst Du auf Ideen zu Schriften wie <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/aeronaut/?refby=mfde">Aeronaut</a> oder <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/ivory/?refby=mfde">Ivory</a>?</strong></p>
<p>Der Plakatdruck galt Ende des 19. Jahrhunderts als eine eigene Kunstform. Dementsprechend fantastisch und einzigartig sind für mich die damals entworfenen Schriften. Die Plakate und Schriftmusterbücher aus der Zeit um 1900 dienen mir als Inspiration. Trotz der Tonnen an Schriften, die Designern heute zur Verfügung stehen, gibt es eine Fülle an unentdecktem »Typomaterial«. Mit Glück lassen sich Schriften mit starkem individuellen Charakter entdecken, mit etwas mehr Glück sind diese Schriften relativ komplett.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Aeronaut-Vorlage.jpg" alt="Kirchengothische Schrift aus ›Vorlegeblätter für Firmenschreiber‹ (1879) – die Inspiration zur Aeronaut" title="Kirchengothische Schrift aus ›Vorlegeblätter für Firmenschreiber‹ (1879) – die Inspiration zur Aeronaut" width="504" height="371" class="alignnone size-full wp-image-688" /></p>
<p><strong>Wie war das bei der Aeronaut? Ist das ein originalgetreues Revival, oder habt ihr vorgefundene Lettern frei interpretiert? </strong></p>
<p>Die Idee zur Schrift entstammt dem Buch <em>Vorlegeblätter für Firmenschreiber</em> von 1879. Das Alphabet ist darin fast vollständig abgedruckt, ergänzt werden musste trotzdem einiges, so z.B. sämtliche diakritischen Zeichen, Interpunktion, Ziffern und Währungssymbole &#8230;  Wir haben uns bei der Digitalisierung viel Raum für eigene Interpretation gelassen und die Schrift um einige Ligaturen erweitert. Schriftzeichen wurden einerseits aus ästhetischen Gründen überarbeitet, oder auch dann, wenn eine klare Erkennbarkeit der Zeichen nicht gegeben war.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/LCG.gif" alt="Vergleich Originalvorlage und Aeronaut: L, C, G" title="Vergleich Originalvorlage und Aeronaut: L, C, G" width="504" height="165" class="alignnone size-full wp-image-689" />
<p class="caption">Vorlage in grau, Aeronaut in schwarz: Während manche Buchstaben wie z.B. das <em>L</em> (links) aus rein ästhetischen Motiven uminterpretiert wurden, war bei anderen wie <em>C</em> (Mitte) und <em>G</em> (rechts) die mangelnde Lesbarkeit der Grund für eine vom Original abweichende Neugestaltung.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/xyz.gif" alt="Vergleich Originalvorlage und Aeronaut: x, y, z" title="Vergleich Originalvorlage und Aeronaut: x, y, z" width="504" height="120" class="alignnone size-full wp-image-690" />
<p class="caption">Die gotischen Kleinbuchstaben <em>x, y, z</em> sind für Ungeübte nur schwer zu entziffern. Die Gestalter entschieden sich bei der Aeronaut gegen historische Authentizität und für Formen, die heute eher eine internationale Einsetzbarkeit gewährleisten.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Aeronaut-Anwendung.jpg" alt="Aeronaut in Anwendung: Initialen" title="Aeronaut in Anwendung: Initialen" width="504" height="280" class="alignnone size-full wp-image-700" /></p>
<p><strong>Aeronaut und Ivory sind Bi-Color-Schriften. Was muss man bei der Anwendung solcher <a href="http://new.myfonts.com/tags/chromatic/?refby=mfde">chromatischer Fonts</a> beachten?</strong></p>
<p>Die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/aeronaut/?refby=mfde">Aeronaut</a> ist eine Display-Schrift. Die dekorativen Elemente der Versalien, die Schnörkel, die wir Fallschirme nennen und die kleinen gebogenen Pfeile nehmen der neogotischen Schrift die typische Strenge und unterstützen ihren spielerischen Charakter.<br />
Das zusätzliche Feature der Zweifarbigkeit hat bereits bei der <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/ivory/?refby=mfde">Ivory</a> den Nerv der Zeit getroffen. Auch bei der <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/aeronaut/?refby=mfde">Aeronaut</a> hat es sich aufgedrängt: wir haben die Verzierungen von den Buchstaben getrennt und diese in einen eigenen Font gepackt. <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/aeronaut/base/?refby=mfde">Aeronaut Base</a> ist somit die ›entkleidete Variante‹ (wie MyFonts.com <a href="http://new.myfonts.com/newsletters/rs/200912.html?refby=mfde">treffend formuliert</a>), <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/aeronaut/parachute/?refby=mfde">Aeronaut Parachute</a> bzw. <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/aeronaut/balloon/?refby=mfde">Aeronaut Balloon</a> enthalten die passenden Verzierungen dazu. <em>Base</em> und <em>Parachute</em> (bzw. <em>Balloon</em>) übereinander gelegt und unterschiedlich eingefärbt ergeben den zweifarbigen Schriftsatz.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/ae-1.gif" alt="Aeronaut Regular" title="Aeronaut Regular" width="504" height="96" class="alignnone size-full wp-image-691" />
<p class="caption">In der <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/aeronaut/regular/?refby=mfde">Aeronaut Regular</a> sind die ›Fallschirme‹ bereits eingebaut. Mit dieser Version kann man vorab prüfen, wie groß der gesamte Schriftzug inkl. Schnörkel am Ende ausfallen wird.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/ae-2.gif" alt="Aeronaut Base" title="Aeronaut Base" width="504" height="96" class="alignnone size-full wp-image-692" />
<p class="caption">Um die Zeile aber in zwei unterschiedlichen Farben einfärben zu können, wählt man zunächst die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/aeronaut/base/?refby=mfde">Aeronaut Base</a>. Bei diesem Font sind die Schnörkel und i-Punkte ausgespart.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/ae-3.gif" alt="Aeronaut Parachute" title="Aeronaut Parachute" width="504" height="96" class="alignnone size-full wp-image-693" />
<p class="caption">Nun wird die Ebene dupliziert – oder der Textrahmen kopiert und an genau der selben Stelle wieder eingefügt. Für die zweite Komponente wählt man die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/aeronaut/parachute/?refby=mfde">Aeronaut Parachute</a> (bzw. alternativ die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/aeronaut/balloon/?refby=mfde">Aeronaut Balloon</a>, diese hat etwas längere Schnörkel).</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/ae-4.gif" alt="Aeronaut in chromatischer Anwendung" title="Aeronaut in chromatischer Anwendung" width="504" height="96" class="alignnone size-full wp-image-694" />
<p class="caption">Buchstaben und Schnörkel stehen nun passgenau übereinander. Beide Textrahmen nach Belieben einfärben – fertig!</p>
<p><strong>Die andere von Dir gestaltete Schrift heißt Ivory. Das ist eine Versalschrift, sie hat also nur Großbuchstaben. Woher kommt sie?</strong></p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Ivory-Vorlage.jpg" alt="Die Vorlage zur Ivory: ein Pomologie-Kompendium von 1882 " title="Die Vorlage zur Ivory: ein Pomologie-Kompendium von 1882 " width="504" height="252" class="alignnone size-full wp-image-695" /></p>
<p>Die Initiative zur <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/ivory/?refby=mfde">Ivory</a> kam von <a href="http://new.myfonts.com/person/Marcus_Sterz/?refby=mfde">Marcus Sterz</a>. Ebenso stammt die Vorlage von ihm, er fand sie in einem alten Kompendium über Pomologie (Obstbaumkunde). Die Zeichen waren recht klein und das Alphabet unvollständig, aber gemeinsam gelang es uns, die Schrift wiederzubeleben. Wir fanden die Zierschwünge allein sehr elegant und beschlossen, sie von den Lettern zu trennen, um einerseits zweifarbige Initialen zu ermöglichen und andererseits den Zierrat als dekoratives Element verwenden zu können.</p>
<p>Derzeit geht dies nur über den Umweg mit duplizierten Ebenen in Programmen wie InDesign. Überraschenderweise tat diese kleine Hürde dem Erfolg keinen Abbruch, im Gegenteil: <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/ivory/?refby=mfde">Ivory</a> entwickelte sich zu unserem eigenen Erstaunen zu einem Blockbuster, der sich seit Monaten in MyFonts’ <a href="http://new.myfonts.com/bestsellers/?refby=mfde">Bestseller-Liste</a> hält.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/iv-1.gif" alt="Ivory Headline" title="Ivory Headline" width="504" height="83" class="alignnone size-full wp-image-696" />
<p class="caption">Die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/ivory/headline/?refby=mfde">Ivory Headline</a> ist für eine Bi-Color-Anwendung ungeeignet. Hier sind Buchstaben und Zierrat nämlich fest miteinander verbunden.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/iv-2.gif" alt="Ivory NoSwashes" title="Ivory NoSwashes" width="504" height="83" class="alignnone size-full wp-image-697" />
<p class="caption">Um den chromatischen Effekt zu nutzen, setzt man die Zeile(n) daher zunächst in der <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/ivory/noswashes/?refby=mfde">Ivory NoSwashes</a> – reine Buchstaben, ohne Schmuck – und bestimmt Größe, Laufweite, Farbe etc.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/iv-3.gif" alt="Ivory Swashes" title="Ivory Swashes" width="504" height="83" class="alignnone size-full wp-image-698" />
<p class="caption">Im nächsten Schritt wird die Zeile kopiert und exakt auf der selben Stelle wieder eingefügt (alternativ: Ebene duplizieren). Im Schriftmenü <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/ivory/swashes/?refby=mfde">Ivory Swashes</a> auswählen und eine zweite Farbe zuweisen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/iv-4.gif" alt="Ivory mit Zweifarbeffekt" title="Ivory mit Zweifarbeffekt" width="504" height="83" class="alignnone size-full wp-image-699" />
<p class="caption">Das Ergebnis: festlich geschmückte Lettern in zwei Farbtönen, ideal für Initialen und besondere Anlässe.</p>
<p><strong>Georg, was dürfen wir von <em>schriftbuero/FaceType</em> im neuen Jahr erwarten?</strong> </p>
<p>Ivorys Zeichensatz ist eigentlich stark eingeschränkt, daher halten wir eine Weiterentwicklung in Richtung einer Pro-Version für sinnvoll. Wir hoffen, bald Zeit für eine Erweiterung der Glyphentabelle und Verbesserung einiger Features zu finden.<br />
Zwei weitere Schriften sind bereits in Arbeit, eine besteht beinahe ausschließlich aus Verzierungen. Beide sind erneut mit chromatischen Features ausgestattet. Aus dem Bi-Color-Double wird also bald ein Bi-Color-Quartett.</p>
<p><strong>Das klingt vielversprechend, 2010 wird also ein farbenfrohes Jahr werden. Vielen Dank!</strong></p>
<p>~</p>
<h2>FaceType und schriftbuero</h2>
<p>Hinter dem Namen <a href="http://new.myfonts.com/foundry/FaceType/?refby=mfde">FaceType</a> verbergen sich die Schriftprojekte von Andrej Waldegg und Marcus Sterz. Seit Ende 2008 haben die beiden Wiener bereits 25 Schriftfamilien veröffentlicht, darunter einige <a href="http://new.myfonts.com/hotnewfonts/?refby=mfde">Hot New Fonts</a> und <a href="http://new.myfonts.com/bestsellers/?refby=mfde">Bestseller</a> wie <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/blitzplakat/?refby=mfde">Blitzplakat</a>, <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/strangelove/?refby=mfde">Strangelove</a>, <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/ivory/?refby=mfde">Ivory</a> und <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/aeronaut/?refby=mfde">Aeronaut</a>.</p>
<p>Stilistisch zeigt sich FaceType vielfältig – im Portfolio finden sich Pixelfonts (<a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/mouse-pro/?refby=mfde">Mouse Pro</a>), handgezeichnete (<a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/scrap-outline/?refby=mfde">Scrap Outline</a>) und geometrisch-konstruierte Schriften (<a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/slug/?refby=mfde">Slug</a>, ebenfalls 2-farbig!), Digitalisierungen alter Vorlagen wie der Bastard-Remix <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/letterpress/?refby=mfde">Letterpress</a> oder ironische Hommagen an Ikonen wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pablo_Ferro">Pablo Ferro</a> (<a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/strangelove/?refby=mfde">Strangelove</a>).</p>
<p>Während <a href="http://new.myfonts.com/person/Andrej_Waldegg/?refby=mfde">Andrej Waldegg</a> vorwiegend Grafikprojekte vorantreibt, hat sich <a href="http://new.myfonts.com/person/Marcus_Sterz/?refby=mfde">Marcus Sterz</a> inzwischen ganz dem Schriftdesign verschrieben. Zwei Schriften im Stile des <a href="http://new.myfonts.com/tags/Art+Deco/?refby=mfde">Art Deco</a> befinden sich in der finalen Testphase und werden voraussichtlich im Januar veröffentlicht.</p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/person/Georg_Herold-Wildfellner/?refby=mfde">Georg Herold-Wildfellner</a> ist Grafik-Designer (<a href="http://www.buerofliegenpilz.at">buerofliegenpilz</a>) und Schriftgestalter (schriftbuero) und arbeitet gemeinsam mit seiner Frau Heike&nbsp;Weiss in Wien. Schriftgestaltung bedeutet für die beiden eine oft monatelange Auseinandersetzung mit einem Projekt und ist somit die perfekte Ergänzung zur terminorientierten Arbeit im Grafik-Design. Mit Marcus Sterz verbindet Georg eine langjährige Freundschaft. So kommt es, dass nun auch die von schriftbuero gestalteten Schriften bei <a href="http://new.myfonts.com/foundry/FaceType/?refby=mfde">FaceType</a> publiziert werden.</p>
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		<title>Slanted: Typografische Impulse aus Karlsruhe</title>
		<link>http://www.myfonts.de/2009/12/slanted/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 17:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MyFonts.de</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foundry-Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Lesetipps]]></category>
		<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Magma Brand Design ist eine mittelgroße Agentur in Karlsruhe, die trotz ihrer bescheidenen Größe (ca. 10 Mitarbeiter) unwahrscheinlich viel in der deutschen Kommunikationslandschaft bewegt. Das hat vor allem mit ihren zahlreichen Nebenprojekten zu tun, darunter Slanted (das Blog), Slanted (das quartalsweise erscheinende Printmagazin) und Typodarium, der Typo-Abrisskalender, welcher gerade zum zweiten Mal realisiert wurde. Obendrein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.magmabranddesign.de/">Magma Brand Design</a> ist eine mittelgroße Agentur in Karlsruhe, die trotz ihrer bescheidenen Größe (ca. 10 Mitarbeiter) unwahrscheinlich viel in der deutschen Kommunikationslandschaft bewegt. Das hat vor allem mit ihren zahlreichen Nebenprojekten zu tun, darunter <a href="http://www.slanted.de/">Slanted</a> (das Blog), <a href="http://www.slanted.de/magazines/current_issue">Slanted</a> (das quartalsweise erscheinende Printmagazin) und <a href="http://typodarium.de/">Typodarium</a>, der <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B001SOY5QW/ref=nosim?tag=myfode-21">Typo-Abrisskalender</a>, welcher gerade zum zweiten Mal realisiert wurde. Obendrein gibt es noch <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Volcano/?refby=mfde">Volcano</a>, Magmas eigene Typefoundry.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-654" title="Typoda_8" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Typoda_8.jpg" alt="Typoda_8" width="504" height="309" /></p>
<p><span id="more-651"></span></p>
<p>In einer Zeit, in der viele das Ende der gedruckten Medien vorhersagen und die Presse heftig über stetig sinkende Leserzahlen klagt, ist eine 10.000er-Auflage für eine vierteljährliche Zeitschrift, die einem so exotischen Thema wie dem ›Gefühl Typografie‹ gewidmet ist, ein kleines Wunder. Auch beeindruckend: das Blog <a href="http://www.slanted.de/">Slanted.de</a> erreicht momentan 1,6 Millionen Seitenaufrufe pro Monat.</p>
<p>Um mit so wenig Leuten soviel zu erreichen, sind nicht nur gute Ideen und eine spezielle Art von Energie gefragt – man braucht auch kluge Redaktions- und Produktionsmethoden. Und darin sind Slanted/Magma und ihr Chefstratege <a href="http://new.myfonts.com/person/Lars_Harmsen/?refby=mfde">Lars Harmsen</a> ziemlich genial. Slanted nutzt für seine Publikationen eine gewiefte Kombination von ›Community-Sourcing‹ und redaktioneller Arbeit, wodurch schnell auf Trends reagiert und eine ausgesprochene Spontanität bewahrt werden kann – das Ergebnis sind Druckwerke mit dem Enthusiasmus eines Blogs oder eines Fanzines. Während die meisten europäischen Designzeitschriften eine eher edle, qualitativ-hochwertige und etwas weltfremde Ausstrahlung bevorzugen, wirkt Slanted direkt, streetwise und dadurch sympathisch – man ist daher geneigt, ihnen die mittelmäßige Qualität mancher einzelner Beiträge nachzusehen. Was übrigens nicht heißt, dass in den Slanted-Publikationen nur die Stimme der alternativen Szene zu hören ist; auch etablierte Grafik- und Schriftdesigner liefern mittlerweile gerne Beiträge.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B001SOY5QW/ref=nosim?tag=myfode-21"><img class="aligncenter size-full wp-image-655" title="Typoda_1" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Typoda_1.jpg" alt="Typoda_1" width="504" height="336" /></a></p>
<p>Ein Musterbeispiel ist die neueste, zweite Ausgabe des <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B001SOY5QW/ref=nosim?tag=myfode-21">Typodariums</a>. Das Konzept ist einfach, aber effektiv: das Tageskalendarium als Schriftmuster, 365 Schriften von 180 Foundries und Designern – von uralt bis brandneu, von weltberühmt bis unentdeckt. Der Entwurf ist kollektiv: jeder Teilnehmer hat, basierend auf der Mustervorlage der Herausgeber, die eigenen Seiten redigiert und gestaltet. Funktional und ohne Schnickschnack produziert kommt das Ganze in einer hellgrünen Stülpschachtel daher, in der sich die abgerissenen Seiten schön sammeln lassen. Eine schlaue Lösung ist der auf der Außenseite durchlaufende Barcode. Im <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B001SOY5QW/ref=nosim?tag=myfode-21">Typodarium</a> bekommt jede Schrift die selbe Bühne und ist 24 Stunden lang berühmt. Fazit: eine demokratischere Weise, Schriften einem großen Publikum zu zeigen, ist kaum denkbar.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Slanted-MAGMA-Brand-Design-GmbH/dp/B002EA29YY/ref=nosim?tag=myfode-21"><img class="aligncenter size-full wp-image-656" title="Slanted_8_Cov" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Slanted_8_Cov.jpg" alt="Slanted_8_Cov" width="504" height="340" /></a></p>
<p>Für eine Besprechung der Sommerausgabe des Slanted-Magazins, der <a href="http://www.amazon.de/Slanted-MAGMA-Brand-Design-GmbH/dp/B002EA29YY/ref=nosim?tag=myfode-21">Nr. 8</a>, ist es vielleicht ein wenig zu spät. Sorry, liebe Leser, es gab soviel zu tun! Aber erwähnen möchten wir diese Nummer trotzdem. Inhaltlich und visuell ist es eine der besten Slanted-Hefte überhaupt. Die traditionelle Schwarzweiß-Strecke mit Schriftmustern rund um ein Thema ist sehr gelungen: Leitmotiv ist ›3D‹, und die Ausbeute ist beeindruckend. Mit <a href="http://new.myfonts.com/person/Viktor_Nübel/?refby=mfde">Viktor Nübels</a> <a href="http://new.myfonts.com/fonts/volcano/ostblock/?refby=mfde">Ostblock</a> hat <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Volcano/?refby=mfde">Volcano</a>, Magmas Schriftlabel, übrigens eine der raffiniertesten dreidimensionalen Schriften der letzten Zeit veröffentlicht.</p>
<p><a href="http://www.slanted.de/shop/typeviews-interview-kompendium"><img class="aligncenter size-full wp-image-657" title="Typeview_1" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Typeview_1.jpg" alt="Typeview_1" width="504" height="354" /></a></p>
<p>Der neueste Streich des Slanted-Konglomerats ist <a href="http://www.slanted.de/shop/typeviews-interview-kompendium">Typeviews</a>, ein Kompendium von Interviews, die Slanted seit 2004 mit Typo-Spezialisten geführt hat, ›um mehr über die Gestaltenden und ihre Arbeit zu erfahren, direkt und aus erster Hand.‹ 61 dieser zuvor in den Heften und auf dem Weblog veröffentlichten Gespräche wurden in Typeviews gebündelt und der Zeitgeist somit dauerhaft auf Papier gebannt. Auch schließt Slanted so die Lücke zu den ersten fünf bereits vergriffenen Ausgaben des Magazins. Zu den Interview-Gästen zählen internationale Koryphäen wie <a href="http://www.integral.ruedi-baur.eu/">Ruedi Baur</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Edward_Benguiat/?refby=mfde">Ed Benguiat</a>, <a href="http://www.madeinspace.la/">April Greiman</a>, <a href="http://new.myfonts.com/newsletters/cc/200907.html?refby=mfde">Jean François Porchez</a> und <a href="http://www.sagmeister.com/">Stefan Sagmeister</a>. Im deutschsprachigen Bereich wurden u.a. <a href="http://new.myfonts.com/person/Erik_Spiekermann/?refby=mfde">Erik Spiekermann</a>, <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Typedifferent/?refby=mfde">Büro Destruct</a>, <a href="http://www.fonshickmann.com/">Fons Hickmann</a>, <a href="http://www.revolver-books.de/">Christoph Keller</a>, <a href="http://mariolombardo.com/">Mario Lombardo</a>, <a href="http://www.vier5.de/">Vier5</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Kurt_Weidemann/?refby=mfde">Kurt Weidemann</a> und <a href="http://new.myfonts.com/person/Cornel_Windlin/?refby=mfde">Cornel Windlin</a> befragt; das <a href="http://new.myfonts.com/about/people/?refby=mfde">MyFonts-Team</a> wird durch <a href="http://new.myfonts.com/person/John_Collins/?refby=mfde">John Collins</a> und Jan Middendorp repräsentiert.</p>
<p>Die minimalistische redaktionelle Herangehensweise (in anderen Worten: die offensichtlich ungefilterte Wiedergabe von E-Mail-Wechseln und Interviewmitschnitten) wirkt im Kontext eines Buches nicht so natürlich wie im Blog oder Magazin. Wortkarge Online-Interviews aus der Anfangszeit kontrastieren scharf mit manchen allzu ausführlichen Dialogen. Dadurch wirkt das Buch etwas unausgewogen. Vielleicht soll das so sein&nbsp;… unprätentiös und direkt. Am besten gefallen uns aber die Interviews, wo ein Gleichgewicht gefunden wird zwischen Spontanität und fachlichem Ernst, etwa das Gespräch von <a href="http://www.fontwerk.com/">Ivo Gabrowitsch</a> mit <a href="http://new.myfonts.com/person/Jürgen_Huber/?refby=mfde">Jürgen Huber</a>, oder der Dialog <a href="http://new.myfonts.com/person/Lars_Harmsen/?refby=mfde">Lars&nbsp;Harmsen</a>–<a href="http://www.independent-medien-design.de/">HorstMoser</a>. Insgesamt ist das Buch ein einzigartiges Dokument einer Kommunikationskultur, in dem sich Ernst und Oberflächlichkeit abwechseln, manchmal sogar kaum voneinander zu unterscheiden sind.</p>
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