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	<title>MyFonts.de &#187; Lesetipps</title>
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	<description>Die deutsche Dependance von MyFonts.com</description>
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		<title>Fixierte Gedanken: Eine Kurzgeschichte der Schrift von Veruschka Götz</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 09:56:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank Rausch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Empfehlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Lesetipps]]></category>

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		<description><![CDATA[
Veruschka Götz’ Buch »Fixierte Gedanken« verspricht, auf rund 100 Seiten die komplette Geschichte unserer Schrift zu erzählen; uns einen komprimierten Blick auf die Entwicklung des Schreibens, der Buchstaben und Zahlen zu vermitteln.
Beginnend mit den Ursprungsformen bei den Phöniziern und Ägyptern, den Griechen und Römern, werden gut verständlich und kurzweilig die Wege und Umwege der Lettern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-medium wp-image-1035" title="buch-fixierte-gedanken-veruschka-goetz" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/buch-fixierte-gedanken-veruschka-goetz-504x332.jpg" alt="" width="504" height="332" /></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Fixierte-Gedanken-Kurzgeschichte-Schrift-Alphabets/dp/3930916908/ref=nosim?tag=myfode-21">Veruschka Götz’ Buch »Fixierte Gedanken«</a> verspricht, auf rund 100 Seiten die komplette Geschichte unserer Schrift zu erzählen; uns einen komprimierten Blick auf die Entwicklung des Schreibens, der Buchstaben und Zahlen zu vermitteln.</p>
<p>Beginnend mit den Ursprungsformen bei den Phöniziern und Ägyptern, den Griechen und <a href="http://new.myfonts.com/fonts/adobe/trajan/?refby=mfde">Römern</a>, werden gut verständlich und kurzweilig die Wege und Umwege der Lettern in unser heutiges System aus Versalien und Minuskeln beschrieben.</p>
<p><span id="more-1034"></span></p>
<p>Das Werk ist ausschließlich durch seine Kapitel <em>»</em>Die Schrift«, »Die Buchstaben« und »Die Ziffern« strukturiert – auf ein Inhaltsverzeichnis und Seitenzahlen wurde charmant verzichtet.<br />
Übersichtlich ausgestellte Stichworte in den Marginalien ermöglichen es, inhaltlich zu navigieren und Anekdoten zu bestimmten Buchstaben wiederzufinden. Eine Landkarte sowie eine Zeitleiste helfen zusätzlich, die geschichtlichen Zusammenhänge nachzuvollziehen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1044" title="buch-fixierte-gedanken-2" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/buch-fixierte-gedanken-2.jpg" alt="" width="504" height="380" /></p>
<p>Was Groß- und Kleinbuchstaben miteinander zu tun haben, dass die Schweden kein <em>w</em> haben und die Polen weder <em>q</em> noch <em>x</em> brauchen, wie mit römischen Zahlen gerechnet wurde – solch erhellende Themen dürften auch den bildungshungrigen Nichttypografen aufhorchen lassen.</p>
<p>Das hochwertig anmutende Büchlein kommt im schönen Format und klassischem Satzspiegel daher. Die Seitenaufteilung lässt im oberen Drittel Platz für sorgfältig recherchierte und fein annotierte Schriftproben.</p>
<p><img class="alignnone size-full  wp-image-1043" title="buch-fixierte-gedanken-1" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/buch-fixierte-gedanken-1.jpg" alt="" width="504" height="380" /></p>
<p>Leider verlieren die inhaltlich wichtigen Abbildungen an Bedeutung neben den großflächigen und teilweise seltsam angeschnittenen schmückenden Buchstabenkompositionen.<br />
Es irritiert etwas, dass das inhaltsstarke Büchlein so stark dekoriert daherkommt. <a href="http://new.myfonts.com/fonts/emigre/mrs-eaves-ot/?refby=mfde">Mrs. Eaves</a>’ Schmuckligaturen zeugen von Liebe zum Detail, die <a href="http://www.amazon.de/Fraktur-mon-Amour-Judith-Schalansky/dp/3874397483/ref=nosim?tag=myfode-21">Schalanskyschen</a> Buchstabenmuster und Letterhaufen-Experimente aus <a href="http://new.myfonts.com/fonts/adobe/clairvaux/?refby=mfde">Clairvaux</a> hingegen gefährden die potenzielle Zeitlosigkeit von »Fixierte Gedanken«.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1045" title="buch-fixierte-gedanken-3" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/buch-fixierte-gedanken-3.jpg" alt="" width="504" height="380" /></p>
<p>Designstudenten, Computertypografen und angehenden Buchstaben-Freunden wird das Buch helfen, historisch fundiert mit Schrift umzugehen – für gerade mal <a href="http://www.amazon.de/Fixierte-Gedanken-Kurzgeschichte-Schrift-Alphabets/dp/3930916908/ref=nosim?tag=myfode-21">10,50 €</a> garantiert keine Fehlinvestition. Ein fairer Preis für so viel geballtes Wissen zum <em>A</em> und <em>O</em> der Schriftgeschichte.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Fixierte-Gedanken-Kurzgeschichte-Schrift-Alphabets/dp/3930916908/ref=nosim?tag=myfode-21">Fixierte Gedanken: Eine Kurzgeschichte der Schrift, des Alphabets, der Zahlen und Ziffern</a><br />
<em>von Veruschka Götz</em></p>
<p>Vorwerk 8, 2010 | ISBN: 978-3930916900</p>
<p><a href="http://www.buena-la-vista.de/buenalog/2010/05/27/fixierte-gedanken-eine-kurzgeschichte-der-schrift/">Leseprobe bei <em>buena la vista</em></a></p>
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		<title>Atlas der abgelegenen Inseln</title>
		<link>http://www.myfonts.de/2010/03/inseln-schalansky/</link>
		<comments>http://www.myfonts.de/2010/03/inseln-schalansky/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 09:11:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Middendorp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesetipps]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf extra: Enzyklopädie der experimentellen Druckveredelung und Letterlap folgt als dritter und letzter Teil unserer Miniserie zum Wettbewerb »Die schönsten deutsche Bücher« ein weiteres für seine hervorragende Gestaltung ausgezeichnetes Buch. Jan Middendorp bespricht den Atlas der abgelegenen Inseln von Judith Schalansky, in der Typo-Welt bekannt als Autorin von Fraktur mon Amour.

Judith Schalansky ist weder eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://www.myfonts.de/2010/03/extra-druckveredelung/"><em>extra:</em> Enzyklopädie der experimentellen Druckveredelung</a> und <a href="http://www.myfonts.de/2010/03/letterlap/"><em>Letterlap</em></a> folgt als dritter und letzter Teil unserer <a href="http://www.myfonts.de/category/lesetipps/">Miniserie</a> zum Wettbewerb <a href="http://www.stiftung-buchkunst.de/home.html?rev=2">»Die schönsten deutsche Bücher«</a> ein weiteres für seine hervorragende Gestaltung ausgezeichnetes Buch. Jan Middendorp bespricht den <a href="http://www.amazon.de/Atlas-abgelegenen-Inseln-Fünfzig-niemals/dp/3866481179/ref=nosim?tag=myfode-21"><em>Atlas der abgelegenen Inseln</em></a> von Judith Schalansky, in der Typo-Welt bekannt als Autorin von <a href="http://www.amazon.de/Fraktur-mon-Amour-Judith-Schalansky/dp/3874397483/ref=nosim?tag=myfode-21"><em>Fraktur mon Amour</em></a>.</p>
<p><img title="Atlas_frei-B" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/Atlas_frei-B-504x691.jpg" alt="" width="504" height="691" /></p>
<p>Judith Schalansky ist weder eine Designerin, die auch schreibt, noch eine Dichterin, die auch Ahnung von Grafik hat. Die Berlinerin ist ein zweihundert&shy;prozentiges Doppeltalent, und in beiden Feldern – Literatur und Typografie – drückt sie sich mit bewundernswertem Formgefühl und Schwung aus.</p>
<p><span id="more-862"></span></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-881" title="Insel3a-504x340" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/Insel3a-504x340.jpg" alt="" width="504" height="340" /></p>
<p>Bisher konnte man den Eindruck erhalten, es handle sich um zwei Parallel&shy;karrieren: ihre ersten zwei Bücher gehörten in unterschiedliche Welten. Die Grafikerin überraschte 2006 mit <a href="http://www.amazon.de/Fraktur-mon-Amour-Judith-Schalansky/dp/3874397483/ref=nosim?tag=myfode-21"><em>Fraktur mon Amour</em></a>, ursprünglich als Abschlussarbeit ihres Designstudiums an der <a href="http://design.fh-potsdam.de/">FH Potsdam</a> gedacht; mit dem bibeldicken, pink-schwarzem Buch gelang ihr eine hinreißende Hommage an ein <a href="http://new.myfonts.com/tags/blackletter/?refby=mfde">umstrittenes Schriftgenre</a>, und damit ein Beitrag zu dessen Rehabilitierung. Die Dichterin veröffentlichte zwei Jahre später ihr literarisches Debüt: <a href="http://www.amazon.de/Blau-steht-dir-nicht-Matrosenroman/dp/3866480784/ref=nosim?tag=myfode-21"><em>Blau steht dir nicht</em></a>, ein Matrosenroman. Ein <em>Roman?</em> Das Werk ist tatsächlich nicht einfach zu kategorisieren. Christoph Schröder hielt es <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/literatur/?em_cnt=1341486">in der <em>Frankfurter Rundschau</em></a> für ein »Kaleidoskop aus Erinnerungen, Reiseberichten und historischer Recherche«, worin (so eine andere Kritikerin) auch für »eine kitschfreie Sicht auf die DDR« Platz war. Mit <em>Blau steht dir nicht</em> gewann Judith Schalansky ein Publikum für sich, das nie von <em>Fraktur mon Amour</em> gehört hatte und damit auch nicht viel hätte anfangen können: die Elite der besseren Leser. Mit einem Schlag war Schalansky (auch) eine bedeutende Stimme der neuen Dichtergeneration geworden.</p>
<p>Ihr letztes Buch macht erst recht deutlich, dass Literatur und Grafik für Judith Schalansky keine getrennten Aktivitäten oder Medien sein müssen. In ihrem <em>Atlas der abgelegenen Inseln</em>, mit dem schönen Untertitel <em>Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde</em>, sind Sprache und visuelle Gestaltung gleichermaßen bedeutend: Lesen und Schauen ergänzen sich harmonisch. Dadurch hat das Buch auch eine Art missionarische Funktion. Designliebhaber, die es sich wegen seiner hervorragenden Gestaltung zulegen, werden staunen über die Magie der Sprache; und traditionelle Leser werden entdecken, dass auch ein literarisches Werk ein visuelles und haptisches Erlebnis sein kann.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-870" title="atlas-baereninsel" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/atlas-baereninsel.png" alt="" width="504" height="358" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-872" title="atlas-osterinsel" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/atlas-osterinsel.png" alt="" width="504" height="358" /></p>
<p>Die Struktur des Buches ist, wie schon bei <em>Fraktur mon Amour</em>, modular. Auf jeder Doppelseite wird eine Insel präsentiert. Eine Landkarte – stets im gleichen Stil und im gleichen Maßstab, damit die Verhältnisse klar sind – wird ergänzt um Infografiken, denen man mit einem Blick entnehmen kann, wie weit die Insel vom Festland und von ihren Nachbarinseln entfernt ist (weit bis sehr weit) und was der Insel im Lauf der Zeiten passiert ist (entdeckt, erobert, verlassen …). Dazu gibt es auf jeder linken Seite eine Erzählung. Mit dieser auf den ersten Blick einfachen Struktur hat Judith Schalansky sich einen strengen Rahmen gesteckt, der sie zwingt, äußert effizient mit ihrem Material umzugehen. Und darin ist sie eine Meisterin. Mit jedem Anfangssatz wird eine Landschaft aufgerufen, eine Atmosphäre dargestellt, eine Ideenwelt angedeutet. »Revolutionen werden auf Schiffen verkündet, Utopien auf Inseln gelebt.« Oder: »<em>Eine Fregatte ist entschieden zu klein!</em>, empören sich die Bonapartisten und fordern eine ganze Flotte.« Wir befinden uns sofort im Jahre 1815, in 2003, oder auf einer abstrakteren Ebene. Die folgenden Geschichten sind fast ausnahmslos traurig oder melancholisch. Inseln sind Orte, wo Träume scheitern, Krankheiten ausbrechen, Morde stattfinden oder unsympathische Eroberer das Idyll zerstören. Elend und Enttäuschung sind dabei so wunderbar lakonisch beschrieben, dass man trotz allem gute Laune bekommt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-873" title="atlas-diegogarcia" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/atlas-diegogarcia.png" alt="" width="504" height="358" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-874" title="atlas-pazifik" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/atlas-pazifik.png" alt="" width="504" height="358" /></p>
<p>Mit dem Roman <em>Blau steht dir nicht</em> verbindet den <em>Atlas</em> ein Thema, das man zusammenfassen kann als ›das Reisen der Anderen‹. Obwohl sie kaum zehn war, als die DDR zusammenbrach, ist Schalansky von ihrer ostdeutschen Kindheit geprägt. Schon als junges Mädchen war sie von Atlanten fasziniert, so schreibt sie im Vorwort; selbstverständlich waren die meisten Orte, die auf den Karten verzeichnet waren, für Ostdeutsche unerreichbar und damit nur bedingt real. Dieses Gefühl ist, wie bei vielen ehemaligen DDR-Bürgern, noch immer spürbar: »Eigentlich weiß ich natürlich, dass es Nairobi und Los Angeles wirklich gibt. […] Aber dass man dort tatsächlich gewesen oder sogar auf die Welt gekommen sein kann, bleibt mir nach wie vor unbegreiflich.«</p>
<p>Dieses Gefühl von Unwirklichkeit ist ein Schlüssel zum Buch. Es geht bei diesem ›Atlas‹ nicht um eine reine Dokumentation der Wirklichkeit – die Fakten und Daten (von Schalansky monatelang in der <a href="http://staatsbibliothek-berlin.de/">Berliner Staatsbibliothek</a> recherchiert) wurden zu Literatur gemacht, und was davon ›wahr‹ oder ›echt‹ ist, ist unwichtig. Genauso bei den Karten: die Autorin ist kein Kartograf, und sie hat ihre eigene Grafiker-Methode gefunden, die geografischen Gegebenheiten mit ihren hübschen Höhen und Tiefen so darzustellen, das sie nicht nur plausibel wirken, sondern auch ästhetisch überzeugen.</p>
<p>Mehr noch als ihre beiden vorigen Bücher entzieht sich der <em>Atlas der abgelegenen Inseln</em> jeder eindeutigen Klassifizierung. Diesmal lässt sich ahnen, dass Schalanskys wahrer ›Masterplan‹ ist, mit jedem Buch ein neues Genre zu erfinden. Das macht sie zu einer Art deutschem Italo Calvino: auch der Italiener schrieb Bücher, die eine Gattung für sich bilden. Die Kurzgeschichten im Atlas erinnerten mich an mein Lieblingsbuch, Calvinos <a href="http://www.amazon.de/Die-unsichtbaren-Städte-Italo-Calvino/dp/3423104139/ref=nosim?tag=myfode-21"><em>Die unsichtbaren Städte</em></a> (<em>Le città invisibili</em>). Schalanskys Inseln sind für den Leser genauso fiktiv wie Calvinos Städte, die ungreifbar bleiben, obwohl es die meisten tatsächlich gegeben hat.<br />
Was aber Schalanskys Buch einzigartig macht, ist, dass die visuelle Form nicht von der sprachlichen Ebene getrennt werden kann: Bild und Text sind eins. Die Piktogramme und Karten, die fünf Sonderfarben, der Halbleinen-Einband, die empfindsame und etwas theatrale Anwendung einer unüblichen <a href="http://new.myfonts.com/tags/baroque/?refby=mfde">barocken</a> Schrift (die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/mvbfonts/mvb-sirenne/?refby=mfde"><span class="caps">MVB</span> Sirenne</a> von <a href="http://new.myfonts.com/person/Alan_Dague-Greene/?refby=mfde">Alan Dague-Greene</a>): alles wird dazu eingesetzt, die Unwirklichkeit und die melancholische, etwas nostalgische Ausstrahlung des Ganzen zu verstärken. Kurzum, ein literarisches Gesamtkunstwerk. So&nbsp;etwas gibt es nicht allzu oft.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Atlas-abgelegenen-Inseln-Fünfzig-niemals/dp/3866481179/ref=nosim?tag=myfode-21">Atlas der abgelegenen Inseln<br />Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde</a><br />
<em>von Judith Schalansky</em></p>
<p>Mare Verlag, 2009 | ISBN 978-3-86648-117-6<br />
144 Seiten; gebunden, Halbleinen mit dreiseitigem Farbschnitt | € 34<br />
<a href="http://www.atlas-der-abgelegenen-inseln.de/de/">www.atlas-der-abgelegenen-inseln.de</a></p>
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		<title>Letterlap: Stickschriften. Eine Mustersammlung. / Gestickte Schrift. Zwanzig Stichpunkte.</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 13:11:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Hardwig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesetipps]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach extra: Enzyklopädie der experimentellen Druckveredelung stellen wir im zweiten Teil unserer Miniserie zu den »Schönsten deutschen Büchern« einen weiteren Preisträger dieses Wettbewerbs für Buchgestaltung vor. Florian Hardwig hat sich Letterlap angesehen, ein Buch, das sich den Formen und Hintergründen von gestickter Schrift widmet.

Letterlap ist ein zweiteiliges Werk. Unter dem Titel Stickschriften. Eine Mustersammlung. werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach <a href="http://www.myfonts.de/2010/03/extra-druckveredelung/"><em>extra:</em> Enzyklopädie der experimentellen Druckveredelung</em></a> stellen wir im zweiten Teil unserer <a href="http://www.myfonts.de/category/lesetipps/">Miniserie</a> zu den <a href="http://www.stiftung-buchkunst.de/home.html?rev=2">»Schönsten deutschen Büchern«</a> einen weiteren Preisträger dieses Wettbewerbs für Buchgestaltung vor. Florian Hardwig hat sich <em>Letterlap</em> angesehen, ein Buch, das sich den Formen und Hintergründen von gestickter Schrift widmet.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/Letterlap-Schuber.jpg" alt="" title="Letterlap: Schuber" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-832" /></p>
<p><a href="http://www.hgb-leipzig.de/index.php?a=inst&#038;b=instbk&#038;"><em>Letterlap</em></a> ist ein zweiteiliges Werk. Unter dem Titel <em>Stickschriften. Eine Mustersammlung.</em> werden auf sieben Faltblättern insgesamt 60 Schriftproben präsentiert. Diese Beispiele wurden von <a href="http://sehsam.de/">Janine Thaler</a> im Rahmen ihrer Diplomarbeit 2006 ab der <a href="http://www.hgb-leipzig.de">Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig</a> zusammengetragen und digitalisiert.</p>
<p>Ergänzt werden die Faltblätter durch ein Leseheft mit dem Titel <em>Gestickte Schrift. Zwanzig Stichpunkte zur Geschichte einer textilen Schreibtechnik.</em> Auf 64 Seiten beleuchtet der Autor <a href="http://www.spectorbooks.com/">Jan Wenzel</a> darin verschiedene Aspekte der Kulturgeschichte des Stickens im Allgemeinen und die der damit geschaffenen Buchstaben im Speziellen.</p>
<p><span id="more-831"></span></p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/Letterlap-Schuber-Front.jpg" alt="" title="Letterlap: Schuber Front" width="504" height="702" class="alignnone size-full wp-image-833" /></p>
<p class="caption">Faszination Stickschriften: Für den Schuber wird die Gestaltung der Faltblätter aufgenommen und ein Querschnitt durch die Formvielfalt der dort vorgestellten Muster präsentiert.</p>
<p>Stickmustertücher sind im europäischen Raum seit dem 15.&nbsp;Jahrhundert bekannt. Neben geometrischen und figürlichen Mustern tragen diese Handarbeitsproben stets auch Buchstaben oder Ziffern; im norddeutschen Raum heißen sie deshalb auch ›Letterlap‹. Zunächst fungierten sie als wild wachsende, notizbuchartige Arbeitsressource, ab dem 18.&nbsp;Jahrhundert wurden ihre Motive als Gesamtbild konzipiert, das die Kunstfertigkeit und Meisterschaft der Stickerin belegen sollte. Später war das Besticken eines Mustertuchs dann fester Unterrichtsbestandteil an den Industrieschulen für Mädchen. </p>
<p>Auch gedruckte Vorlagen zum Nachsticken sind schon sehr früh nachweisbar. Um 1523 erschien in Augsburg ein von Hans Schönsperger gedrucktes <em>Furm- oder Modelbüchlein</em>. Er lässt diesem weitere Bücher folgen, in denen verschiedene Buchstabenformen präsentiert werden; zur leichteren Übertragung sind manche Schriftmuster dort bereits auf einem Grundnetz stehend abgebildet.</p>
<p>Janine Thaler hat diesen reichhaltigen Formenschatz erforscht und daraus sechzig sehenswerte Beispiele ausgewählt, um sie in <em>Letterlap</em> digital aufbereitet zu präsentieren. Das Spektrum der Auslese reicht von <a href="http://new.myfonts.com/tags/textura/?refby=mfde">Textura</a> und <a href="http://new.myfonts.com/tags/fraktur/?refby=mfde">Fraktur</a> über serifenbetonte <a href="http://new.myfonts.com/tags/egyptienne/?refby=mfde">Egyptienne</a>, dekorierte <a href="http://new.myfonts.com/tags/tuscan/?refby=mfde">Toscanienne</a> und <a href="http://new.myfonts.com/search/tag%3Aoutline+tag%3Aserif/fonts/?refby=mfde">umrandete Antiqua</a> bis hin zu <a href="http://new.myfonts.com/tags/ronde/?refby=mfde">französischer Ronde</a> und <a href="http://new.myfonts.com/search/tag%3Acopperplate+tag%3Ascript/fonts/?refby=mfde">Englischer Schreibschrift</a>. Sogar zwei Exempel für gestickte <a href="http://new.myfonts.com/tags/Kurrent/?refby=mfde">Deutsche Kurrent</a> – der verbunden geschriebenen Schwester der Fraktur – sind enthalten. </p>
<p>In der Regel umfasst ein Muster entweder Klein- oder Großbuchstaben (in den wenigsten Vorlagen kommt beides vor); manchmal auch lediglich Ziffern. Einige Zeichensätze sind fragmentarisch; das Alphabet bricht bei R oder T ab – vermutlich war der Platz eben aufgebraucht, das Tuch vollgestickt. In anderen Fällen wird eine erst halbvolle Endzeile noch mit ein paar Ziffern oder Sonderzeichen aufgefüllt.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/Letterlap-Banderole.jpg" alt="" title="Letterlap: Banderole" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-834" /></p>
<p class="caption">Eine rote Banderole hält die sieben Faltblätter mit den chronologisch und geografisch gruppierten Schriftmustern zusammen. Das darauf im Siebdruck aufgebrachte Inhaltsverzeichnis ermöglicht eine schnelle Orientierung.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/Letterlap-Faltblaetter-offen.jpg" alt="" title="Letterlap: Faltblätter offen" width="504" height="417" class="alignnone size-full wp-image-835" /></p>
<p class="caption">Wer die ganze Pracht der aufgefalteten Musterblätter bestaunen möchte, muss über viel Wand- bzw. Bodenfläche verfügen: Sieben DIN-A1-Poster ergeben zusammen stolze dreieinhalb Quadratmeter Stickbuchstaben!</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/Letterlap-10.jpg" alt="" title="Letterlap #10" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-836" /></p>
<p class="caption">Die digitalisierten Funde werden dreifarbig in Rot, Grün und Hellblau auf einem in hellem Ockerton gedruckten Raster gezeigt. Hier ein Versal-A von 1703 aus dem niederländischen Groningen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/Letterlap-42-Fraktur.jpg" alt="" title="Letterlap #42: Fraktur" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-837" /></p>
<p class="caption">Auch <a href="http://new.myfonts.com/tags/blackletter/?refby=mfde">gebrochene Schrifttypen</a> lassen sich auf Stickmustertüchern finden. Die Vorlage zu dieser <a href="http://new.myfonts.com/tags/fraktur/?refby=mfde">Fraktur</a> wurde 1845 von Emma Hagel gestickt – man beachte die beiden Formen der s-Minuskel, rund-s und lang-ſ. </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/Letterlap-57-Anglaise.jpg" alt="" title="Letterlap #57: Anglaise" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-838" /></p>
<p class="caption">Eine mit Blümchen verzierte <a href="http://new.myfonts.com/tags/roundhand/?refby=mfde">Anglaise</a> aus Schlesien. Die runden, geschwungenen Formen dieses <a href="http://new.myfonts.com/fonts/urw/englische-schoolbook/?testdrive=custom%3D0%26dock%3Dfalse%26size%3D52%26w%3D720%26src%3Dcustom%26text%3DABCHIK%26fg%3D000000%26bg%3Dffffff%26goodies%3Dfit%26seed%3D32&refby=mfde">Schreibschrift-Stils</a> wurden 1833 von Marie Brehm gekonnt für den groben Raster des Stickgrunds adaptiert.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/Letterlap-Coverpraegung.jpg" alt="" title="Letterlap: Coverprägung" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-839" /></p>
<p class="caption">Blindprägung auf dem Gewebeeinband des Lesehefts – gesetzt aus zwei digitalisierten Schriften nach gestickten Vorlagen von Alice Ollier (Frankreich, 1838).</p>
<p>Sind die großformatigen Faltblätter vor allem etwas für passionierte Buchstabenfreunde, so öffnen die Texte im Begleitheft das Feld nach allen möglichen Richtungen. Mäandrierend reißt Jan Wenzel in zwanzig passend benannten »Stichpunkten« unterschiedliche Themen an: Von der Etymologie des Wortes <em>Sticken</em> geht es zu einer Einführung in die Praxis, inklusive technischer Illustrationen zum Umgang mit Nadel und Faden. Grundlegende Sticharten wie <em>Kreuz-, Holbein-</em> oder <em>Gobelinstich</em> werden unterschieden. Mit einem Exkurs zum Bildteppich von Bayeux, welcher auch Textzeilen enthält, wird zur gestickten Schrift übergeleitet. </p>
<p>Ein Schwerpunkt liegt auf Stickschrift als dezidiert weiblich konnotierte, in der Schriftgeschichte meist marginalisierte Kulturtechnik. Wurde der Beruf des Stickers zunächst von Männern ausgeübt, so verschoben sich im 16. Jahrhundert die Geschlechterrollen, Sticken wurde zunehmend zur Domäne der Frauen. Besprochen wird das Sticken von Buchstaben einerseits als reproduzierende, diszplinierende, zu Fleiß und Ausdauer erziehende Pflichtbeschäftigung junger Frauen, wobei dem Stickmustertuch als Tauglichkeitsnachweis bzw. dem mit <a href="http://new.myfonts.com/tags/monogram/?refby=mfde">Monogrammen</a> zu bestickenden ›Weißzeug‹ als Aussteuer eine Rolle bei der Positionierung auf dem Heiratsmarkt zukam. Andererseits wird auch aufgezeigt, wie das Schreiben mit der Nadel zur kreativen und individuellen Ausdrucksmöglichkeit von in ihrer Artikulation anderweitig eingeschränkten Frauen werden kann – sehr eindringlich belegen dies die textilen Schriftstücke, die von Psychatrie-Patientinnen um 1900 erhalten sind.</p>
<p>Im Englischen heißt der Letterlap ›Sampler‹. Wie in der elektronischen Musik werden auf den Stickmustertüchern Fragmente und Ausschnitte diverser Vorlagen kopiert und neu zusammengefügt, ›gesamplet‹. Der strenge Raster des gewebten Stickgrunds findet in der <a href="http://new.myfonts.com/tags/low-res/?refby=mfde">niedrigauflösenden</a> Oberfläche von <a href="http://new.myfonts.com/tags/computer/?refby=mfde">Computer</a>-Monitoren oder <a href="http://new.myfonts.com/tags/LED/?refby=mfde">LED</a>-Displays seine heutige Entsprechung. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich aktuelle Künstler – wie etwa das japanische Musiker- und Designerkollektiv <a href="http://www.delaware.gr.jp/contents/lifefolk/awc_stitch/awc_stitch.html">Delaware</a> – von der Ästhetik des <a href="http://new.myfonts.com/tags/stitched/?refby=mfde">Kreuzstichs</a> inspiriert zeigen oder, bei der Gestaltung von <a href="http://new.myfonts.com/tags/pixel/?refby=mfde">Pixel</a>- bzw. <a href="http://new.myfonts.com/tags/bitmap/?refby=mfde">Bitmapfonts</a>, zu <a href="http://new.myfonts.com/fonts/processtype/find-replace/?refby=mfde">Lösungen</a> gelangen, die jenen der Stickerinnen aus vergangenen Jahrhunderten <a href="http://new.myfonts.com/tags/needlework/?refby=mfde">sehr ähnlich</a> sind.</p>
<p>Schade nur, dass all diese interessanten Aspekte nur kurz angesprochen werden können. Um so erfreulicher, dass jeweils Verweise auf Quellmaterial und weiterführende Literatur – beispielsweise <a href="http://www.ninastoessinger.com/">Nina Stössingers</a> in der Reihe <a href="http://www.signographie.de/cms/front_content.php?idcat=44"><em>Signa. Beiträge zur Signographie</em></a> erschienenes <a href="http://www.signographie.de/cms/front_content.php?idcat=34">Heft über <em>Das gefügte Zeichen</em></a> – enthalten sind. </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/Letterlap-T12.jpg" alt="" title="Letterlap: #T12" width="504" height="377" class="alignnone size-full wp-image-840" /></p>
<p class="caption">Doppelseitengestaltung. Links: Stickschrift als Reproduktion. Abbildung aus einem Schweizer Handarbeits-Lehrbuch, darunter das von einer Schülerin gestickte Mustertuch.</p>
<p>Im Anhang des Lesehefts werden alle Schriftmuster nochmals verkleinert einfarbig abgebildet. Die begleitenden Anmerkungen geben Auskunft über Entstehungsort und -jahr, Schriftkategorie, Zeichenumfang, Stichart und Quelle. Dieser Part hätte fundierter ausfallen können. So wird ein Versal-N fälschlicherweise als »spiegelverkehrt« bezeichnet, nur weil es der Minuskelkonstruktion folgt; ein Satz <a href="http://new.myfonts.com/tags/lombardic/?refby=mfde">lombardischer Schmuckversalien</a> wird etwas sehr nivellierend als »<a href="http://new.myfonts.com/tags/slab+serif/?refby=mfde">serifenbetonter Typus</a>« klassifiziert; und die als »bemerkenswert« hervorgehobenen Ligaturen einer Alphabetreihe scheinen doch eher – aufgrund mangelnder Zurichtung – zufällig zusammenstoßende Buchstabenpaare zu sein. Mal für mal wird – selbst bei den gebrochenen Schriften – das Fehlen eines versalen J vermerkt, anstatt allgemein zu erläutern, dass die Zusammensetzung des Alphabets von der jeweiligen Sprache (besser noch: Orthografie) und Epoche bestimmt wird und das J als eigenständiger Buchstabe eine relativ junge Ergänzung darstellt – in ähnlicher Form gilt das für U/V.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/Letterlap-T14.jpg" alt="" title="Letterlap: #T14" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-841" /></p>
<p class="caption">Der erste Teil des Hefts mit den <em>Zwanzig Stichpunkten</em> ist zweifarbig schwarz und grün, der zweite Teil mit den Erläuterungen zur Mustersammlung grün und ocker – auf opakerem Papier – gedruckt.</p>
<p>Der Text ist in zweispaltigem Flattersatz aus einer <a href="http://new.myfonts.com/tags/garamond/?refby=mfde">Garamond</a> gesetzt – mit ihrer feinen Kursive, den Mediävalziffern, dem breiten Eszett und den langen Q-Schwüngen eine Augenweide. Einziger – leicht verkraftbarer – Wermutstropfen ist, dass die fi-/fl-Ligaturen nicht immer konsistent eingesetzt wurden. Das offene, den Schwarz-Weiß-Abbildungen großzügig Platz einräumende Layout wird durch kräftige Linien fixiert: so wie das Tuch zum Besticken auf einen Rahmen gespannt wird, rahmen die Linien hier den Satzspiegel und machen ihn als Gestaltungsfläche der Buchseite sichtbar.</p>
<p>Für die ausgezeichnete Buchgestaltung und Typografie zeichnet Janine Thaler verantwortlich, die auch Initiatorin des Buchs ist. Bei ihrer Recherche trug sie Stickschriften aus dem 17. bis zum frühen 20.&nbsp;Jahrhundert zusammen. Teils stammen ihre Funde aus Büchern, teils aus Sammlungen wie der des <a href="http://stickmuster.kulturserver-nds.de/">Deutschen Stickmuster-Museums Celle</a>, des <a href="http://www.mkg-hamburg.de/">Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg</a> oder des Museums für Volkskunde Berlin. Dass diese Anstrengung gleichsam große Freude bereitet hat, ist <em>Letterlap</em> in all den liebevoll gestalteten Details anzusehen. Der auf dem Gewebeeinband blindgeprägte Sinnspruch lässt sich daher auch als selbstreferentieller Kommentar zur Entstehung dieses Buchs lesen: »Lust und Liebe zu einem Dinge macht alle Müh und Arbeit geringe«.</p>
<p>Herausgegeben wurde <em>Letterlap</em> von dem an der Hochschule für Grafik und Buchkunst angesiedelten und von Julia Blume und Günter Karl Bose geleiteten <a href="http://www.hgb-leipzig.de/index.php?a=inst&#038;b=instbk&#038;"">Institut für Buchkunst Leipzig</a>, an dem bereits weitere preisgekrönte Titel entstanden sind. So erhielt Jakob Kirch für sein Buch <em>Platz ist wo’s hinkommt</em> über die Bildwelten von DDR-Heimwerker-Magazinen kürzlich den <a href="http://www.hgb-leipzig.de/wtp/">Walter-Tiemann-Förderpreis</a>. <em>XX</em>, eine Arbeit von Elisabeth Hinrichs, Aileen Ittner und Daniel Rother über die SS-Rune als Sonderzeichen auf Schreibmaschinen – wie <em>Letterlap</em> in der Serie <em>orange files. Studien zur Grammatologie</em> erschienen – wurde im Rahmen des Wettbewerbs »Schönste Bücher aus aller Welt« auf der <a href="http://www.leipziger-buchmesse.de/">Leipziger Buchmesse</a> sogar mit der <a href="http://www.l-iz.de/Dossiers/Lesezeichen/Leipziger-Buchmesse-Goldene-Letter-fuer-Buch-aus-der-HGB.html">Goldenen Letter</a> ausgezeichnet.</p>
<p><a href="http://www.hgb-leipzig.de/index.php?a=inst&#038;b=instbk&#038;">Letterlap<br />Stickschriften. Eine Mustersammlung. / Gestickte Schrift. Zwanzig Stichpunkte zur Geschichte einer textilen Schreibtechnik.</a></p>
<p><em>von Janine Thaler, Jan Wenzel</em><br />
orange files. Studien zur Grammatologie #3 <br />
<a href="http://www.hgb-leipzig.de/index.php?a=inst&#038;b=instbk&#038;">Institut für Buchkunst Leipzig</a>, 2009 | ISBN: 978-3932865497<br />
 Heft (64 Seiten) + 7 Faltblätter in Schuber | Auflage: 500 Exemplare | € 27</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/Letterlap-52.jpg" alt="" title="Letterlap #52: Toscanienne" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-842" /></p>
<p class="caption">Eine <a href="http://new.myfonts.com/tags/tuscan/?refby=mfde">Toscanienne</a> (Deutschland, 1850) mit den charakteristischen gespreizten Serifen und <a href="http://new.myfonts.com/tags/median+spurs/?refby=mfde">dornenartigen Ansätzen auf halber Höhe</a>.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/Letterlap-19-W.jpg" alt="" title="Letterlap #19: W" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-843" /></p>
<p class="caption">Versal-W aus einer Zierschrift im <a href="http://new.myfonts.com/tags/lombardic/?refby=mfde">lombardischen Stil</a> (Deutschland, Mitte des 18.&nbsp;Jh.): Die Buchstaben bestehen aus stilisierten drachenartigen Fabelwesen.</p>
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		<title>extra: Enzyklopädie der experimentellen Druckveredelung</title>
		<link>http://www.myfonts.de/2010/03/extra-druckveredelung/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 10:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank Rausch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesetipps]]></category>

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		<description><![CDATA[Jährlich kürt die Stiftung Buchkunst »Die schönsten deutschen Bücher« und würdigt damit Werke, die vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung sind. Am aktuellen Wettbewerb nahmen 440 Einsender mit insgesamt 1.035 Titeln teil. In zwei Jurydurchgängen wurden daraus 64&#160;Bücher für eine Auszeichnung auserkoren: 47&#160;Bücher erhielten eine Prämiierung, 17 weitere eine Anerkennung. Diese »schönsten Bücher« wurden – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jährlich kürt die <a href="http://www.stiftung-buchkunst.de">Stiftung Buchkunst</a> »Die schönsten deutschen Bücher« und würdigt damit Werke, die vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung sind. Am aktuellen Wettbewerb nahmen 440 Einsender mit insgesamt 1.035 Titeln teil. In zwei Jurydurchgängen wurden daraus 64&nbsp;Bücher für eine Auszeichnung auserkoren: 47&nbsp;Bücher erhielten eine Prämiierung, 17 weitere eine Anerkennung. Diese »schönsten Bücher« wurden – gemeinsam mit den Jahresbesten aus anderen Ländern – auf der Leipziger Buchmesse präsentiert.</p>
<p>MyFonts.de stellt drei dieser Preisträger – Bücher mit Bezug zu Typografie und Grafikdesign – näher vor. Den Anfang macht Frank Rausch, der sich <em><a href="http://www.amazon.de/extra-experimentellen-Druckveredelung-Franziska-Morlok/dp/3034600828/ref=nosim?tag=myfode-21"><em>extra:</em> Enzyklopädie der experimentellen Druckveredelung</a></em> vorgenommen hat. </p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-798" title="extra-titel" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/extra-titel.jpg" alt="" width="504" height="504" /><br />
<span id="more-797"></span><br />
»Enzyklopädie der experimentellen Druckveredelung« – mit diesem großen Versprechen, einer gebundenen Materialschlacht und einem 79-Euro-Preisschild wagen sich Franziska Morlok und Till Beckmann an die Aufklärung der Geheimwissenschaft Druckveredelung.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-799" title="extra-offen" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/extra-offen.jpg" alt="" width="504" height="155" /></p>
<p class="caption">Das Werk ist unterteilt in zwei Bände: Schlägt man die Hülle auf, liegt links der erklärende Teil (»lesen«); rechts die spiralgebundenen, aufgebrezelten Einzelseiten (»schauen«).</p>
<p>Von Lacken und Folien über Prägungen, Gravuren und Laserschnitt bis hin zur Streichholzfarbe wird ein breites Spektrum an interessanten und inspirierenden Materialien und Verfahren in Theorie und Praxis vorgestellt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-800" title="extra-theorie" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/extra-theorie.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p><em>extra</em> ist verständlich geschrieben und angenehm zu lesen. Auch jemand, der nur gesundes Halbwissen zur Druckvorstufe mitbringt, wird das Buch zügig durcharbeiten können und anschließend befähigt sein, das gewonnene Wissen direkt in die Tat umzusetzen und Drucksachen mit dem gewissen Extra zu versehen.</p>
<p>Reduzierte technische Illustrationen verdeutlichen die besprochenen Veredelungsverfahren, zeigen Prägestempel und Materialien im Profil. Als hilfreich für den Einsatz im Agenturalltag dürften sich die Hinweise zum Anlegen der Druckdaten erweisen – zur besseren Verständlichkeit sind darüber hinaus zu jeder Technik die separierten Kanäle jeweils als kleine Vorschau abgebildet.</p>
<p>Ein wichtiges Kriterium – der Kostenpunkt – wird etwas kryptisch über Sternchen dargestellt. Man fragt sich: »Was genau bedeutet ›Kosten ★★★★‹«? Immerhin bietet das Sternesystem eine Vergleichbarkeit verschiedener Verfahren untereinander. Dass keine konkreten Beträge genannt werden, ist natürlich sinnvoll und richtig – eine aussagekräftigere Skala wäre dennoch von Vorteil gewesen.</p>
<h2>Qualität</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-808" title="extra-silberkante" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/extra-silberkante.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p>Die Gestaltung des theoretischen Teils wirkt etwas uninspiriert bezüglich Schriftwahl und typografischer Auszeichnungen. Die Zurückhaltung könnte als Kontrast zum ausgeflippten Musterteil verstanden werden. Doch so wirkt der Seitenaufbau eher wie aus einem Mediengestalter-Unterrichtsbuch. Diesen Eindruck kann auch die silbern glänzende und geprägte Buchkante nicht mindern.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-806" title="extra-lasercut" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/extra-lasercut.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p>Druckhandwerklich überzeugt <em>extra</em> erwartungsgemäß vollkommen – alle Veredelungen sind einwandfrei umgesetzt.</p>
<h2>Handhabung</h2>
<p>Sicherlich gibt es produktionstechnische Gründe, das Buch in zwei Hälften aufzuteilen – diese Teilung erweist sich aber als unhandlich; das Hin- und Herblättern zwischen beiden Teilen kostet Zeit.</p>
<p>Für eine Enzyklopädie vermissen wir eindeutige Wegweiser und Kapitelmarker sowie eine sofort ersichtliche Struktur. Das durchaus übersichtliche Inhaltsverzeichnis kann die mangelnde typografische Hierarchie des Inhalts nicht gänzlich ersetzen, es fehlt eine schnell zu erfassende Navigationshilfe.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-805" title="extra-youwin" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/extra-youwin.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p>Die Einsatzbeispiele, allesamt von namhaften Vollblutdesignern gestaltet, sind Geschmackssache – aber spannend und abwechslungsreich. Die Zusammenstellung fällt etwas zu wild aus, um dem Enzyklopädie-Begriff wirklich gerecht zu werden. Manche der starken, individuellen Motive entwickeln ein Eigenleben und erschweren so den Blick aufs Wesentliche: das verwendete Veredelungsverfahren.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-804" title="extra-hologramm" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/extra-hologramm.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p>Wünschenswert wäre eine nüchternere, sachlichere Darstellung der verschiedenen Techniken gewesen. Man hätte die einzelnen Verfahren vergleichbarer und somit für die Praxis sinnvoller darstellen können; beispielsweise jede Option jeweils als Fläche, punktuell, gestreift, als Illustration und als Schriftzug; auf zwei, drei Papiersorten …</p>
<p>Die Recherchearbeit sowie die inhaltliche und drucktechnische Qualität von <em>extra</em> beeindrucken dennoch. Der stattliche Preis des Buchs ist angesichts von 33 Veredelungstechniken, fünf Papiersorten und 46 Volltonfarben nicht verwunderlich.<br />
Auch wenn <em>extra</em> nicht alle Wünsche erfüllt, ist es ein rundum sehenswertes Buch.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/extra-experimentellen-Druckveredelung-Franziska-Morlok/dp/3034600828/ref=nosim?tag=myfode-21"><em>extra:</em> Enzyklopädie der experimentellen Druckveredelung</a></p>
<p><em>von Franziska Morlok, Till Beckmann</em><br />
Birkhäuser Verlag | ISBN-13: 978-3034600828<br />
176 Seiten | € 79,90</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-809" title="extra-hologrammtransparent" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/extra-hologrammtransparent.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-810" title="extra-3dpraegung" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/03/extra-3dpraegung.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
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		<title>Slanted: Typografische Impulse aus Karlsruhe</title>
		<link>http://www.myfonts.de/2009/12/slanted/</link>
		<comments>http://www.myfonts.de/2009/12/slanted/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 17:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MyFonts.de</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foundry-Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Lesetipps]]></category>
		<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Magma Brand Design ist eine mittelgroße Agentur in Karlsruhe, die trotz ihrer bescheidenen Größe (ca. 10 Mitarbeiter) unwahrscheinlich viel in der deutschen Kommunikationslandschaft bewegt. Das hat vor allem mit ihren zahlreichen Nebenprojekten zu tun, darunter Slanted (das Blog), Slanted (das quartalsweise erscheinende Printmagazin) und Typodarium, der Typo-Abrisskalender, welcher gerade zum zweiten Mal realisiert wurde. Obendrein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.magmabranddesign.de/">Magma Brand Design</a> ist eine mittelgroße Agentur in Karlsruhe, die trotz ihrer bescheidenen Größe (ca. 10 Mitarbeiter) unwahrscheinlich viel in der deutschen Kommunikationslandschaft bewegt. Das hat vor allem mit ihren zahlreichen Nebenprojekten zu tun, darunter <a href="http://www.slanted.de/">Slanted</a> (das Blog), <a href="http://www.slanted.de/magazines/current_issue">Slanted</a> (das quartalsweise erscheinende Printmagazin) und <a href="http://typodarium.de/">Typodarium</a>, der <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B001SOY5QW/ref=nosim?tag=myfode-21">Typo-Abrisskalender</a>, welcher gerade zum zweiten Mal realisiert wurde. Obendrein gibt es noch <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Volcano/?refby=mfde">Volcano</a>, Magmas eigene Typefoundry.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-654" title="Typoda_8" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Typoda_8.jpg" alt="Typoda_8" width="504" height="309" /></p>
<p><span id="more-651"></span></p>
<p>In einer Zeit, in der viele das Ende der gedruckten Medien vorhersagen und die Presse heftig über stetig sinkende Leserzahlen klagt, ist eine 10.000er-Auflage für eine vierteljährliche Zeitschrift, die einem so exotischen Thema wie dem ›Gefühl Typografie‹ gewidmet ist, ein kleines Wunder. Auch beeindruckend: das Blog <a href="http://www.slanted.de/">Slanted.de</a> erreicht momentan 1,6 Millionen Seitenaufrufe pro Monat.</p>
<p>Um mit so wenig Leuten soviel zu erreichen, sind nicht nur gute Ideen und eine spezielle Art von Energie gefragt – man braucht auch kluge Redaktions- und Produktionsmethoden. Und darin sind Slanted/Magma und ihr Chefstratege <a href="http://new.myfonts.com/person/Lars_Harmsen/?refby=mfde">Lars Harmsen</a> ziemlich genial. Slanted nutzt für seine Publikationen eine gewiefte Kombination von ›Community-Sourcing‹ und redaktioneller Arbeit, wodurch schnell auf Trends reagiert und eine ausgesprochene Spontanität bewahrt werden kann – das Ergebnis sind Druckwerke mit dem Enthusiasmus eines Blogs oder eines Fanzines. Während die meisten europäischen Designzeitschriften eine eher edle, qualitativ-hochwertige und etwas weltfremde Ausstrahlung bevorzugen, wirkt Slanted direkt, streetwise und dadurch sympathisch – man ist daher geneigt, ihnen die mittelmäßige Qualität mancher einzelner Beiträge nachzusehen. Was übrigens nicht heißt, dass in den Slanted-Publikationen nur die Stimme der alternativen Szene zu hören ist; auch etablierte Grafik- und Schriftdesigner liefern mittlerweile gerne Beiträge.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B001SOY5QW/ref=nosim?tag=myfode-21"><img class="aligncenter size-full wp-image-655" title="Typoda_1" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Typoda_1.jpg" alt="Typoda_1" width="504" height="336" /></a></p>
<p>Ein Musterbeispiel ist die neueste, zweite Ausgabe des <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B001SOY5QW/ref=nosim?tag=myfode-21">Typodariums</a>. Das Konzept ist einfach, aber effektiv: das Tageskalendarium als Schriftmuster, 365 Schriften von 180 Foundries und Designern – von uralt bis brandneu, von weltberühmt bis unentdeckt. Der Entwurf ist kollektiv: jeder Teilnehmer hat, basierend auf der Mustervorlage der Herausgeber, die eigenen Seiten redigiert und gestaltet. Funktional und ohne Schnickschnack produziert kommt das Ganze in einer hellgrünen Stülpschachtel daher, in der sich die abgerissenen Seiten schön sammeln lassen. Eine schlaue Lösung ist der auf der Außenseite durchlaufende Barcode. Im <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B001SOY5QW/ref=nosim?tag=myfode-21">Typodarium</a> bekommt jede Schrift die selbe Bühne und ist 24 Stunden lang berühmt. Fazit: eine demokratischere Weise, Schriften einem großen Publikum zu zeigen, ist kaum denkbar.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Slanted-MAGMA-Brand-Design-GmbH/dp/B002EA29YY/ref=nosim?tag=myfode-21"><img class="aligncenter size-full wp-image-656" title="Slanted_8_Cov" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Slanted_8_Cov.jpg" alt="Slanted_8_Cov" width="504" height="340" /></a></p>
<p>Für eine Besprechung der Sommerausgabe des Slanted-Magazins, der <a href="http://www.amazon.de/Slanted-MAGMA-Brand-Design-GmbH/dp/B002EA29YY/ref=nosim?tag=myfode-21">Nr. 8</a>, ist es vielleicht ein wenig zu spät. Sorry, liebe Leser, es gab soviel zu tun! Aber erwähnen möchten wir diese Nummer trotzdem. Inhaltlich und visuell ist es eine der besten Slanted-Hefte überhaupt. Die traditionelle Schwarzweiß-Strecke mit Schriftmustern rund um ein Thema ist sehr gelungen: Leitmotiv ist ›3D‹, und die Ausbeute ist beeindruckend. Mit <a href="http://new.myfonts.com/person/Viktor_Nübel/?refby=mfde">Viktor Nübels</a> <a href="http://new.myfonts.com/fonts/volcano/ostblock/?refby=mfde">Ostblock</a> hat <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Volcano/?refby=mfde">Volcano</a>, Magmas Schriftlabel, übrigens eine der raffiniertesten dreidimensionalen Schriften der letzten Zeit veröffentlicht.</p>
<p><a href="http://www.slanted.de/shop/typeviews-interview-kompendium"><img class="aligncenter size-full wp-image-657" title="Typeview_1" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Typeview_1.jpg" alt="Typeview_1" width="504" height="354" /></a></p>
<p>Der neueste Streich des Slanted-Konglomerats ist <a href="http://www.slanted.de/shop/typeviews-interview-kompendium">Typeviews</a>, ein Kompendium von Interviews, die Slanted seit 2004 mit Typo-Spezialisten geführt hat, ›um mehr über die Gestaltenden und ihre Arbeit zu erfahren, direkt und aus erster Hand.‹ 61 dieser zuvor in den Heften und auf dem Weblog veröffentlichten Gespräche wurden in Typeviews gebündelt und der Zeitgeist somit dauerhaft auf Papier gebannt. Auch schließt Slanted so die Lücke zu den ersten fünf bereits vergriffenen Ausgaben des Magazins. Zu den Interview-Gästen zählen internationale Koryphäen wie <a href="http://www.integral.ruedi-baur.eu/">Ruedi Baur</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Edward_Benguiat/?refby=mfde">Ed Benguiat</a>, <a href="http://www.madeinspace.la/">April Greiman</a>, <a href="http://new.myfonts.com/newsletters/cc/200907.html?refby=mfde">Jean François Porchez</a> und <a href="http://www.sagmeister.com/">Stefan Sagmeister</a>. Im deutschsprachigen Bereich wurden u.a. <a href="http://new.myfonts.com/person/Erik_Spiekermann/?refby=mfde">Erik Spiekermann</a>, <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Typedifferent/?refby=mfde">Büro Destruct</a>, <a href="http://www.fonshickmann.com/">Fons Hickmann</a>, <a href="http://www.revolver-books.de/">Christoph Keller</a>, <a href="http://mariolombardo.com/">Mario Lombardo</a>, <a href="http://www.vier5.de/">Vier5</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Kurt_Weidemann/?refby=mfde">Kurt Weidemann</a> und <a href="http://new.myfonts.com/person/Cornel_Windlin/?refby=mfde">Cornel Windlin</a> befragt; das <a href="http://new.myfonts.com/about/people/?refby=mfde">MyFonts-Team</a> wird durch <a href="http://new.myfonts.com/person/John_Collins/?refby=mfde">John Collins</a> und Jan Middendorp repräsentiert.</p>
<p>Die minimalistische redaktionelle Herangehensweise (in anderen Worten: die offensichtlich ungefilterte Wiedergabe von E-Mail-Wechseln und Interviewmitschnitten) wirkt im Kontext eines Buches nicht so natürlich wie im Blog oder Magazin. Wortkarge Online-Interviews aus der Anfangszeit kontrastieren scharf mit manchen allzu ausführlichen Dialogen. Dadurch wirkt das Buch etwas unausgewogen. Vielleicht soll das so sein&nbsp;… unprätentiös und direkt. Am besten gefallen uns aber die Interviews, wo ein Gleichgewicht gefunden wird zwischen Spontanität und fachlichem Ernst, etwa das Gespräch von <a href="http://www.fontwerk.com/">Ivo Gabrowitsch</a> mit <a href="http://new.myfonts.com/person/Jürgen_Huber/?refby=mfde">Jürgen Huber</a>, oder der Dialog <a href="http://new.myfonts.com/person/Lars_Harmsen/?refby=mfde">Lars&nbsp;Harmsen</a>–<a href="http://www.independent-medien-design.de/">HorstMoser</a>. Insgesamt ist das Buch ein einzigartiges Dokument einer Kommunikationskultur, in dem sich Ernst und Oberflächlichkeit abwechseln, manchmal sogar kaum voneinander zu unterscheiden sind.</p>
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