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	<title>MyFonts.de &#187; Typo-Szene</title>
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	<description>Die deutsche Dependance von MyFonts.com</description>
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		<title>9.2.: Internationale Designkonferenz in München. Verantwortung gestalten – »Respekt und Übermut«</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 12:34:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MyFonts.de</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Verantwortung gestalten – »Respekt und Übermut«: Für den 9. Februar 2012 lädt die tgm (Typographische Gesellschaft München) ein zu einer Tagung über die Verantwortung von Gestaltung und Gestaltern. Dieses Thema wurde bereits in einer Vortragsreihe angerissen. Nun wird es anlässlich der ersten Münchner Designwoche, der Munich Creative Business Week, im Rahmen einer Konferenz verdichtet. Welche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2012/01/Verantwortung-gestalten.jpg" alt="" title="Verantwortung gestalten" width="504" height="435" class="alignnone size-full wp-image-2286" /></p>
<p><strong>Verantwortung gestalten – »Respekt und Übermut«:</strong> Für den 9. Februar 2012 lädt die tgm (Typographische Gesellschaft München) ein zu einer Tagung über die Verantwortung von Gestaltung und Gestaltern. Dieses Thema wurde bereits in einer Vortragsreihe angerissen. Nun wird es anlässlich der ersten Münchner Designwoche, der <a href="http://www.mcbw.de/">Munich Creative Business Week</a>, im Rahmen einer <a href="http://www.tgm-mcbw.de/">Konferenz</a> verdichtet.<br />
<span id="more-2284"></span></p>
<blockquote>
<p>Welche Antworten bin ich schuldig? Und wem eigentlich? Wann zwingt mich eine Aufgabe zum Aufgeben? Entstehen durch Ideen-Recycling neue Rohstoffe? Wie viel ist genug? Was kostet die Welt? Warum wurde aus »wir« »ich«?</p>
<p>Wer nach neuen Fragen sucht, wird nicht auf vorgefertigten Antworten sitzen bleiben. Wer Nachhaltigkeit nicht nur zitiert, wird auf Verantwortung stoßen. Wer Respekt lebt, kann Werte nicht nur schätzen, sondern auch bergen. Nur wer mutig Tiefgang wagt, kann übermütig werden. Die Konferenz widmet sich Wertschätzungs- und -schöpfungsfragen. Einen Tag lang teilen Münchener und internationale Referenten aus allen Design- und Wirtschaftsdisziplinen ihren Blick auf das Thema »Verantwortung in der Gestaltung«. Aus ökologischen, ökonomischen, sozialen, nachhaltigen und innovativen Perspektiven gehen sie Vorschlägen nach, wie und inwieweit Gestaltung zur Verantwortung gezogen werden kann, will und soll.</p>
</blockquote>
<h2>Referenten und Programm</h2>
<p>Es sprechen u.a.: <a href="http://www.vitsoe.com/de/de/about/ethos">Mark Adams</a> (Vitsœ, London), <a href="http://koenig-bansah.de/">König Bansah</a> (Ghana/Ludwigshafen), <a href="http://www.atelier-brueckner.com/atelier/team/prof-uwe-r-brueckner.html">Uwe R. Brückner</a> (Atelier Brückner, Stuttgart), <a href="http://www.design-aspekt.com/">Martina&nbsp;Grabovszky</a> (Kochan &#038; Partner, München), <a href="http://www.johnsonbanks.co.uk/">Michael Johnson</a> (johnson banks, London), <a href="http://www.kochan.de/de/agentur/leitung/kochan_boris/">Boris Kochan</a> (Typographische Gesellschaft München, München), <a href="http://www.gmund.com/">Florian Kohler</a> (Gmund Papier, Gmund am Tegernsee), <a href="http://www.artnet.de/magazine/interview-mit-mateo-kries-vitra-design-museum-weil-am-rhein/">Mateo Kries</a> (Vitra Design Museum, Weil am Rhein), <a href="http://www.sagmeister.com/">Stefan Sagmeister</a> (Sagmeister Inc., New York), <a href="http://edenspiekermann.com/en/people/erik-spiekermann">Erik&nbsp;Spiekermann</a> (EdenSpiekermann, Berlin), die Schwestern <a href="http://www.umasan-world.com/about">Anja und Sandra Umann</a> (Umasan, Berlin) und <a href="http://deutscheundjapaner.com/">Julian Zimmermann</a> (Deutsche &#038; Japaner, Mannheim).</p>
<p>Begleited wird die Konferenz von der Ausstellung »Haptik mit Nachhall«. Darin demonstrieren die tgm-Partner Gmund Papier und Umasan Mode das Zusammenspiel von Ästhetik und Umweltbewusstsein … und wie sinnlich Verantwortung sein kann.</p>
<h2>Teilnehmen</h2>
<p>Anmeldungen sind auf der <a href="http://www.tgm-mcbw.de/anmeldung-zur-konferenz">Konferenz-Website</a> möglich. Noch bis 20. Januar 2012 gilt ein günstiger <strong>Frühbucher-Preis</strong>:</p>
<ul>
<li>90 € für tgm-Mitglieder</li>
<li>100 € für <span class="caps">BDG</span>- und Forum-Typografie-Mitglieder</li>
<li>120 € für Nichtmitglieder</li>
</ul>
<p><strong>Normaltarif</strong></p>
<ul>
<li>120 € für tgm-Mitglieder</li>
<li>130 € für <span class="caps">BDG</span>- und Forum-Typografie-Mitglieder</li>
<li>150 € für Nichtmitglieder</li>
<li>50 € für Schüler, Studierende, Auszubildende und Rentner (begrenztes Platzkontingent)
</ul>
<p><strong>Wann, wo, wer?</strong><br />
9. Februar 2012, 10:00 bis 18:30 Uhr (Registrierung ab 9:30 Uhr)<br />
Literaturhaus München, Salvatorplatz 1, 80333 München</p>
<p>Veranstaltet von der <a href="http://www.tgm-online.de/">Typographischen Gesellschaft München</a> in Kooperation mit dem <a href="http://www.literaturhaus-muenchen.de/">Literaturhaus München</a>. Unterstützt von <a href="http://www.bayern-design.de/">bayern design</a> und dem <a href="http://www.stmwivt.bayern.de/">Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>On–Type: Texte zur Typografie</title>
		<link>http://www.myfonts.de/2012/01/on-type-texte-zur-typografie/</link>
		<comments>http://www.myfonts.de/2012/01/on-type-texte-zur-typografie/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 12:40:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MyFonts.de</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Schriftliebhaber, Philosophen, Typografen und Schriftgestalter haben schon immer weit mehr über Typografie geschrieben, gestritten und gedacht als allgemein bekannt. Diese Diskurse über Typografie lässt die Ausstellung ON–TYPE: Texte zur Typografie im Mainzer Gutenberg-Museum nun überraschend individuell in einem speziell konzipierten Leseraum nachvollziehen, der mit zahlreichen Angeboten zum Betrachten, Hören und Blättern zur Interaktion einlädt. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2012/01/On-Type2.jpg" alt="" title="On–Type" width="504" height="714" class="alignnone size-full wp-image-2272" /><br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2012/01/On-Type-0.jpg" alt="" title="On—Type" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-2242" /><br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2012/01/On-Type-2.jpg" alt="" title="On—Type" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-2244" /></p>
<p>Schriftliebhaber, Philosophen, Typografen und Schriftgestalter haben schon immer weit mehr über Typografie geschrieben, gestritten und gedacht als allgemein bekannt. Diese Diskurse über Typografie lässt die Ausstellung <a href="www.on-type.de"><span class="caps">ON–TYPE:</span> Texte zur Typografie</a> im Mainzer <a href="http://www.gutenberg-museum.de/">Gutenberg-Museum</a> nun überraschend individuell in einem speziell konzipierten Leseraum nachvollziehen, der mit zahlreichen Angeboten zum Betrachten, Hören und Blättern zur Interaktion einlädt. Die Ausstellung läuft noch bis zum 6. Mai 2012.<br />
<span id="more-2241"></span><br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2012/01/On-Type-5.jpg" alt="" title="On—Type" width="504" height="291" class="alignnone size-full wp-image-2247" /></p>
<p>Die hellen und bewusst minimalistisch gestalteten Wandpaneelen präsentieren besonders prägnante Zitate und Schriftbeispiele auf Abreißzetteln, aus denen sich jeder Besucher seinen eigenen Katalog zusammenstellen kann. Aber auch auf einer anderen Ebene ist Mitmachen gefordert: Speziell für die Ausstellung gestaltete Lesezeichen nehmen Kommentare der Besucher zu den Klassikern der Typografiegeschichte auf, um so die historischen Diskurse über Typografie in die Zukunft fortschreiben zu können.<br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2012/01/On-Type-1.jpg" alt="" title="On—Type" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-2243" /><br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2012/01/On-Type-3.jpg" alt="" title="On—Type" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-2245" /></p>
<p>Und natürlich werden auch wichtige Originale zur Anschauung gebracht – von ausgewählten Schriftmusterbüchern des Jugendstils über dadaistische und konstruktivistische <em>Thesen zur Typografie</em> bis hin zu prägnanten Beispielen des Bauhauses oder der Schweizer Typografie. Da hier das »Erfassen« der Inhalte aus konservatorischen Gründen versagt bleiben muss, schaffen interaktive Anwendungen virtuelle Pendants, in denen nach Belieben geblättert werden kann. Aber auch aktuelle Positionen aus Typo-Insider-Magazinen werden präsentiert und können in Workshops diskutiert werden. Zudem nehmen »Hörbücher« den eigentlichen Ursprung dieser Bezeichnung beim Wort, indem die <em>Texte zur Typografie</em> aus eigens konzipierten Büchern an das Ohr ihrer Zuhörer dringen.</p>
<p>Der Umstand, dass die Mitnahme-Abreißzettel in immer kürzeren Abständen aufgefüllt werden müssen, verdeutlicht, dass der Spagat wohl gelungen ist, das interessierte Laienpublikum ebenso wie das Fachpublikum anzusprechen und – so das inoffizielle Motto der Ausstellung – zur Typografie zur verführen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2012/01/On-Type-4.jpg" alt="" title="On—Type" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-2246" /></p>
<p>Die Ausstellung <a href="www.on-type.de"><span class="caps">ON–TYPE:</span> Texte zur Typografie</a> wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes des <a href="http://www.designlabor-gutenberg.de/">Institut Designlabor Gutenberg</a> von Prof. Dr. Isabel Naegele und Prof. Dr. Petra Eisele (<a href="http://www.fh-mainz.de/gestaltung/kommunikationsdesign/index.html">Studiengang Kommunikationsdesign, <span class="caps">FH</span>&nbsp;Mainz</a>) in Kooperation mit dem Mainzer Gutenberg-Museum konzipiert. Das Gestaltungskonzept und die Umsetzung wurden gemeinsam mit Studierenden erarbeitet. Das Grundkonzept der Ausstellungsarchitektur und der grafischen Konzeption stammen von den Studierenden <a href="http://www.franziskah.de/">Franziska Haube</a>, Lisa Bader und <a href="http://www.marcelhaeusler.de/">Marcel Häusler</a>. Letzterer entwickelte im Rahmen seiner Bachelorarbeit das Erscheinungsbild und gestaltete die zahlreichen Drucksachen der Ausstellung. </p>
<p>Begleitet wird die Ausstellung von <a href="http://www.gutenberg-museum.de/103.0.html?&#038;no_cache=1&#038;tx_cal_controller[view]=event&#038;tx_cal_controller[type]=tx_cal_phpicalendar&#038;tx_cal_controller[uid]=774&#038;tx_cal_controller[lastview]=view-list|page_id-29&#038;tx_cal_controller[year]=2011&#038;tx_cal_controller[month]=11&#038;tx_cal_controller[day]=11">zahlreichen Vorträgen, Lesungen, Filmen und Workshops</a> für Kinder und Jugendliche in der Ausstellung.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2012/01/On-Type-6.jpg" alt="" title="On—Type" width="504" height="338" class="alignnone size-full wp-image-2248" /></p>
<h2>Informationen zur Ausstellung</h2>
<p>Gutenberg-Museum Mainz<br />
Liebfrauenplatz 5, 55116 Mainz<br />
Tel.: 06151-124236<br />
<a href="http://www.gutenberg-museum.de/">www.gutenberg-museum.de</a><br />
<a href="http://www.on-type.de">www.on-type.de</a></p>
<p class="caption">Alle Fotos: Lena Giovanezza<br />
Text mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Isabel Naegele</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2012/01/Texte-zur-Typografie-Subskription1.jpg" alt="" title="Texte zur Typografie" width="504" height="713" class="alignnone size-full wp-image-2269" /></p>
<h2 id="Texte-zur-Typografie">Texte zur Typografie. Positionen zur Schrift</h2>
<p>Eine Publikation mit den gesammelten Texten zur Typografie ist derzeit in Vorbereitung. Bis zum Erscheinungstermin am 15. März 2012 kann das Buch <a href="http://www.niggli.ch/buecher/items.php?cat=4">beim Verlag Niggli</a> zum günstigen Subskriptionspreis von 34&nbsp;€ (Deutschland) bzw. 35&nbsp;€ (Österreich) / CHF&nbsp;42 (Schweiz) vorbestellt werden. Das Kompendium umfasst 240 Seiten im Format 23,5 × 31 cm.</p>
<blockquote>
<p>[Es] versammelt Thesen, Manifeste und Standortbestimmungen zur Typografie des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum. Vorgestellt werden wichtige Protagonisten und Diskurse, aber auch hitzige Diskussionen über Typografie: über »deutsche Schrift«, den »modernen Menschen«, Lesbarkeit, Kleinschreibung oder die Folgen der Digitalisierung.</p>
<p><em>Texte zur Typografie</em> stellt ein Verzeichnis bibliografischer Angaben, ausgewählter Textauszüge sowie Originalabdrucke der Texte aus Büchern und Zeitschriften im Maßstab 1:1 zur Verfügung – das Buch kann also auch als ein Kanon der Buchgestaltung visuell »gelesen« werden. Eine designhistorische Einführung, persönliche Empfehlungen sowie eine chronologische Übersicht eröffnen einen individuellen Zugang zu typografischen Fragestellungen und Themen.</p>
<p>Eine Sammlung in Wort und Bild zum wundersamen Kosmos der Schriftzeichen. Zum Weiterlesen, Orientieren und Streiten. Für Besserwisser, Bibliophile, Blogger, Buchstabensammler, Designkritiker, Lehrende, Germanisten, Gestalter, Kunsthistoriker, Leser, Pädagogen, Schriftliebhaber, Studierende, Theoretiker, Typo-Laien und Typo-Nerds.</p>
</blockquote>
<p>Auf Slanted sind <a href="http://www.slanted.de/eintrag/texte-zur-typografie">einige Bilder vom Katalog-Dummy</a> zu sehen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>12.–13.1.: Internationale Designkonferenz in Kattowitz (PL)</title>
		<link>http://www.myfonts.de/2012/01/internationale-designkonferenz-in-kattowitz/</link>
		<comments>http://www.myfonts.de/2012/01/internationale-designkonferenz-in-kattowitz/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 08:43:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Hardwig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Bereits zum dritten Mal lädt die Designfakultät der Kunstakademie Kattowitz (Polen) zu einer internationalen Konferenz. Am 12. und 13. Januar stehen Vorträge von über 20 Persönlichkeiten auf dem Programm, darunter bekannte Namen wie die niederländische Schriftgestalter-Legende Gerard Unger, Mediendesign-Pionier und ART+COM-Gründer Joachim Sauter oder Indra Kupferschmid, Professorin an der HBKsaar und Expertin für Schriftklassifikation. Unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/12/Research-in-Graphic-Design.png" alt="" title="Research-in-Graphic-Design" width="504" height="707" class="alignnone size-full wp-image-2232" /><br />
Bereits zum dritten Mal lädt die Designfakultät der Kunstakademie Kattowitz (Polen) zu einer internationalen Konferenz. Am 12. und 13. Januar stehen Vorträge von über 20 Persönlichkeiten auf dem Programm, darunter bekannte Namen wie die niederländische Schriftgestalter-Legende Gerard Unger, Mediendesign-Pionier und <span class="caps">ART+COM</span>-Gründer Joachim Sauter oder Indra Kupferschmid, Professorin an der <span class="caps">HBK</span>saar und Expertin für Schriftklassifikation.</p>
<p>Unter dem Dachthema »Forschung im Grafikdesign / Grafikdesign in der Forschung« geht es einerseits um die Frage, welche Rolle wissenschaftliche Recherche im Grafikdesign spielt und andererseits, wie grafische Gestaltung der Forschung bei der Erlangung von Erkenntnissen helfen kann. Es soll gezeigt werden, wie sich die Disziplinen gegenseitig durchdringen und wie wichtig die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Designern für die Entwicklung unserer Wissensgesellschaft ist.</p>
<h2>Volles Programm für den kleinen Geldbeutel</h2>
<p>Die <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/registration2011.html">Teilnahme</a> an der Konferenz kostet 300 Złoty (ca. 68 €) für beide Tage, bzw. 200 Złoty (ca. 45 €) für ein 1-Tages-Ticket. Studentinnen und Studenten zahlen die Hälfte. Für Lehrende gelten ebenfalls reduzierte Preise.<br />
<span id="more-2230"></span><br />
Im Preis inbegriffen ist das sehenswerte Rahmenprogramm. Am Abend des 12. Januar wird die 10. Internationale Biennale für Grafik-Design <a href="http://www.asp.katowice.pl/zobacz/agrafa"><span class="caps">AGRAFA</span></a> eröffnet. Ausgestellt werden 99 studentische Arbeiten aus den Kategorien Visuelle Identität und Informationsdesign, Autorenplakat, Schriftentwurf, Editorial Design, Multimedia und Workshops – ausgewählt von einer Jury unter dem Vorsitz von Martin Majoor. </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/12/lapikon.png" alt="" title="lapikon – Ala ma font(a)" width="504" height="201" class="alignnone size-full wp-image-2231" /></p>
<p>Außerdem findet eine Typedesign-Schau statt, in der die Ergebnisse des Arbeitskreises <em>Ala ma font(a)</em> präsentiert werden. Darin ging es unter Anleitung von <a href="http://martinmajoor.com/">Martin Majoor</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Filip_Blazek/?refby=mfde">Filip Blažek</a>, <a href="http://www.myfonts.de/2011/09/unsichtbar-2/#bessemans">Ann Bessemans</a>, <a href="http://ebensorkin.wordpress.com/about-eben-sorkin/">Eben Sorkin</a> und Marian Misiak um die <a href="http://typefacesforkids.blogspot.com">Gestaltung spezieller Schriften für Kinderbücher</a>.</p>
<p><a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/katowice.html">Kattowitz</a> (polnisch: Katowice) ist von Berlin aus direkt mit dem Eurocity erreichbar. Mit dem Europa-Spezial-Ticket der Deutschen Bahn kosten Hin- und Rückfahrt zusammen 68 € (ab Berlin) bzw. 78 € (z.B. ab Hamburg oder Frankfurt). Schneller geht es natürlich per Flugzeug: Hier bestehen günstige Verbindungen direkt nach Kattowitz oder über das nahegelegene Krakau.</p>
<h2>Referenten und Themen</h2>
<ul>
<li>
<strong><a href="http://new.myfonts.com/person/Gerard_Unger/?refby=mfde">Gerard Unger</a></strong> (NL) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#unger">Research into type design – the exploring designer</a>
</li>
<li>
<strong><a href="http://kupferschrift.de/">Indra Kupferschmid</a></strong> (D) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#indra">Typeface classification</a>
</li>
<li>
<strong><a href="http://www.joachimsauter.com/">Joachim Sauter</a></strong> (D) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#joachim">The Renaissance of Space</a>
</li>
<li>
<strong><a href="http://www.fh-mainz.de/gestaltung/personenverzeichnis/persoenliche-seiten/stoeffler-anja/index.html">Anja Stöffler</a>, Kristofer Oedekoven</strong> (D) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#ralf">Moving Types – Letters in Motion. A retrospective of typography in film from the early days of the cinema to the present</a>
</li>
<li>
<strong>Karel van der Waarde</strong> (NL/BE) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#karel">Graphic design and research: love at first sight or an arranged marriage?</a>
</li>
<li>
<strong><a href="http://severino.de/">Severin Wucher</a></strong> (D) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#wucher">Visual research – Approaching a history of graphic design in Germany</a>
</li>
<li>
<strong><a href="http://www.frascara-noel.net/">Jorge Frascara</a></strong> (CAN/I) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#frascara">Research, design, and the kind of design we need</a>
</li>
<li>
<strong><a href="http://www.frascara-noel.net/">Guillermina Noël</a></strong> (I) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#noel">Improving the visual material to assess word comprehension in people with aphasia: a research study</a>
</li>
<li>
<strong><a href="http://jankuba.org/">Jan Kubasiewicz</a></strong> (PL/USA) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#kubasiewicz">Design Research Is Design Practice: Mapping Design Intelligence</a>
</li>
<li>
<strong><a href="http://www.luciennerobertsplus.com/">Lucienne Roberts</a></strong> (GB) – <a href="http://www.graphicdesignand.com/">GraphicDesign&#038;</a>
</li>
<li>
<strong><a href="http://www.dis.uia.mx/perfilacademicos/academico.php?Numero_cuenta=6736">Jorge Meza Aguilar</a></strong> (MEX) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#jorge">Design Education, interdisciplinary work and innovation for social needs</a>
</li>
<li>
<strong><a href="http://www.alecos.eu/">Alecos Papadatos</a></strong> (GR) – <a href="http://www.logicomix.com">Logicomix: the experience of a graphic novel</a>
</li>
<li>
<strong>Tiina Kymäläinen</strong> (FI) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#tina">Smart / intelligent environment research</a>
</li>
<li>
<strong><a href="http://www.richarddoubleday.com/">Richard B. Doubleday</a></strong> (USA) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#richard">A Visual Investigation of Contemporary Cultural Identity</a>
</li>
<li>
<strong>Marina Emmanouil</strong> (GR/TR) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#marina">Graphic Designer + User + Specialist(s): Calling for a triple co-operation in the area of haptic information design</a>
</li>
<li>
<strong><a href="http://citysets.media.taik.fi/seliger/">Marja Seliger</a></strong> (FI) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#marja">Practice-led Research in Graphic Design</a>
</li>
<li>
<strong><a href="http://datasearch.uts.edu.au/dab/staff/details.cfm?StaffId=4994">Jennifer Williams</a></strong> (AUS), <strong><a href="http://www.iangwilt.com/">Ian Gwilt</a></strong> (AUS/GB) – <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/speakers.html#gwilt">Possible worlds: the yield of visual communication design in trans-disciplinary research</a>
</li>
</ul>
<p>Weitere Informationen zum <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/lecture.html">Programm</a> und den <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/accommodation.html#maps">Veranstaltungsorten</a> gibt es in polnischer und englischer Sprache auf der <a href="http://conference.aspkat.edu.pl/2011/index.html">Konferenz-Website</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Tÿpo St. Gallen</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 16:07:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Hardwig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Empfehlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Vergangenes Wochenende fand zum ersten Mal die Tÿpo St. Gallen statt. Zu Gast war das deutsche Forum Typografie, welches sein 25. Bundestreffen in der Ostschweizer Stadt abhielt. Roter Faden des Kongresses: Was ist typisch für die Schweiz? Gibt es sie noch, die Schweizer Typografie? Ein Ypsilon mit Trema markierte den Weg zum Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-2111" title="Sankt Gallen" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Sankt-Gallen.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p>Vergangenes Wochenende fand zum ersten Mal die <a href="http://www.typo-stgallen.ch/">Tÿpo St. Gallen</a> statt. Zu Gast war das deutsche <a href="http://www.forum-typografie.de/">Forum Typografie</a>, welches sein 25. Bundestreffen in der Ostschweizer Stadt abhielt. Roter Faden des Kongresses: <em>Was ist typisch für die Schweiz? Gibt es sie noch, die Schweizer Typografie?</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2112" title="Vor dem GBS" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Vor-dem-GBS.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p>Ein Ypsilon mit Trema markierte den Weg zum Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum / Schule für Gestaltung (<span class="caps">GBS</span>), vor dem Eingang war ein roter Teppich ausgerollt. Mit einer Konferenztasche und einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Appenzeller_Biber">Biberli</a> begrüßte das Helferteam die über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Vor ihnen lag ein Wochenende gefüllt mit 13 vielversprechenden Vorträgen. Viele hatten sich sicherlich auf den Weg gemacht, um die beiden Typografie-Koryphäen Jost Hochuli und Gerrit Noordzij zu hören. Mit Bruno Monguzzi und Ralph Schraivogel standen des Weiteren zwei Stars der Schweizer Plakatgestaltung auf der Rednerliste, ergänzt um internationale Gäste wie die Buchcover-Gestalterin Gabriele Wilson und die Bloggerin Tina Roth Eisenberg aus New York.<br />
<span id="more-2106"></span><br />
<img class="alignnone size-full wp-image-2113" title="Referenten" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Referenten.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Gestürzte Zeilen auf Sichtbeton, natürlich in Helvetica: Alle Referentinnen und Referenten, chronologisch von rechts nach links</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2114" title="Publikum" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Publikum.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p>In seiner Funktion als Vorstand des Forums Typografie eröffnete Andreas Maxbauer den Kongress. Er versteht Schweizer Typografie weniger als nationale Eigenart, sondern vielmehr als Gattungsbegriff – »die Gattung, bei welcher die größte Ornamentik die Hinzunahme einer zweiten Farbe bedeutet«. Maxbauer ist selbst Autor eines <a href="http://www.amazon.de/Praxishandbuch-Gestaltungsraster-Effizientes-Arbeiten-typografischen/dp/3874395715/ref=nosim?tag=myfode-21">Buches über Gestaltungsraster</a> und somit indirekter Nachfolger der großen Schweizer Gridniks wie <a href="http://www.amazon.de/Rastersysteme-visuelle-Gestaltung-systems-graphic/dp/3721201450/ref=nosim?tag=myfode-21">Josef Müller-Brockmann</a> und <a href="http://www.amazon.de/typografische-Raster-Typographic-Grid/dp/3721203402/ref=nosim?tag=myfode-21">Hans Rudolf Bosshard</a>. Anschließend hieß auch Moderator Clemens Schedler die Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich willkommen. Raster hin oder her, den schöneren <em>Zaster</em> haben die Schweizer allemal, so der Österreicher in Bezug auf die Gestaltung der Banknoten.</p>
<h2 id="freitag">Plakatives, Versales und Alphabetisches</h2>
<p>Richtig los ging es dann mit <strong>Bruno Monguzzi</strong>. Für den Tessiner <a href="http://www.a-g-i.org/?lid=2072&amp;tmpl=images">Plakatgestalter</a> ist objektive Typografie nicht gleichbedeutend mit funktionaler Typografie. Das »Wie« bestimmt das »Was« – es mache einen großen Unterschied, ob man das Wort <em>Shit</em> in einer eleganten Anglaise schreibt oder mit Exkrementen schmiert. Oder – als Inhaber eines Schweizer Passes dürfe er das – in Helvetica setzt. Der in der Schweizer Typografie so heilige Raster symbolisiere »nutzlosen Perfektionismus« und sei darin mit einem schön gespannten Spinnennetz vergleichbar: Nützlich wird dieses erst im Moment der Zerstörung – wenn sich die Fliege darin verfängt.</p>
<p><strong>Ralph Schraivogel</strong> empfindet die Aufnahme von Logos und Schriftzügen von Unternehmen und Institutionen als massive Beschränkung der kreativen Möglichkeiten. Er lehne solche Vorgaben ab. Auch von seinen Kollegen fordert er ein, das Spielfeld des Gestalters gegen Scheinzwänge wie »optimale Lesbarkeit« zu verteidigen. »Oft ist man gezwungen, das zu machen – aber man muss nicht.« Kluge Auftraggeber würden das einsehen.</p>
<p>Auch ein gestandener, vielfach preisgekrönter <a href="http://www.a-g-i.org/?lid=2169&amp;tmpl=images">Plakatdesigner</a> wie er hat nicht »einfach schnell« eine Idee. Am Beispiel von <em>Evil prevails when good men fail to act</em> zeigte Schraivogel, wieviel suchende Arbeit mit teils peinlichen Zwischenergebnissen in so einem Poster steckt. Unzählige Ansätze, Irrwege und Variationen mussten erstellt werden, bis er schließlich den richtigen grafischen Ausdruck mit der ambigen Anordnung <span class="caps">LIVE/EVIL</span> gefunden hatte.</p>
<p><strong>Martin Tiefenthaler</strong> aus Wien hatte mal wieder einen wahren Augenöffner im Gepäck. Nach dem Vortrag über den Einfluss der Typografie auf die emotionale Wahrnehmung bei den <a href="http://www.myfonts.de/2011/06/typetalks2/#tiefenthaler">TypeTalks Posen</a> und »Mehrwert durch Grauwert« in <a href="http://www.myfonts.de/2011/09/unsichtbar-2/#tiefenthaler">Raabs</a> ging es dieses Mal um die Versalschreibung und ihre Implikationen; um Digraphie und Ideologie.</p>
<p>Rasch rekapitulierte er die Geschichte der Kritik am (übermäßigen) Gebrauch von Großbuchstaben. Während die Gebrüder Grimm ästhetisch argumentierten, war die Forderung des Bauhaus nach Kleinschreibung bzw. einem Universal­alphabet praktisch motiviert: »Warum groß schreiben, wenn man nicht groß sprechen kann?« <a href="http://www.idiidiiidesign.at/">Tiefenthaler</a> dagegen begründet seine Skepsis emanzi­patorisch und antirepressiv.</p>
<p>Die Kleinbuchstaben entwickelten sich bekanntlich aus den Großbuchstaben. In allen Schriftkulturen gab und gibt es verschiedene Schreibstile – formelle und informellere –, die allerdings stets unvermischt eingesetzt werden. Die einzige Ausnahme bilde, so Tiefenthaler, die christliche Schriftkultur. Hier wurde mit dem Rückgriff auf die römische Capitalis und der Kombination dieser mit der humanistischen Minuskel eine einzigartige Unterscheidungsebene kreiert. Großschreibung sei Machtausdruck und gehe mit der christlichen Repression Hand in Hand.</p>
<p>Äußerungen in Versalschreibung kämen fast immer als <em>Injunktionen</em> daher, sie erschienen unhinterfragbar und duldeten keinen Widerspruch. Damit stellten sie das Gegenteil von Diskurs dar. Dazu projizierte Tiefenthaler Wochensprüche der Nationalsozialisten: Ein Propaganda-Satz wie <span style="letter-spacing: 1px;">»DER FÜHRER HAT IMMER RECHT«</span> entfalte in Majuskeln eine völlig andere, autoritative Wirkung als in gewöhnlicher Gemischtschreibung. In Minuskeln zerfalle die scheinbar absolute Wahrheit gänzlich und erscheine nurmehr lächerlich: »der führer hat immer recht«. Auch heute sei das Mittel der versalen Injunktion weit verbreitet, ob auf den agitatorischen Hassplakaten der christlichen Rechten oder in der Auto-Werbung.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2115" title="Jan Middendorp" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Jan-Middendorp.jpg" alt="" width="504" height="335" /></p>
<p>Zum Abschluss des ersten Tages wurde die 12. Edition Ostschweiz präsentiert, nämlich <a href="http://www.vgs-sg.ch/pages/veroeffentlichungen/neuerscheinungen/&amp;view=detail&amp;book_id=147"><em>Das ABC eines Typografen</em></a> von Jost Hochuli. In der Schweiz wird so etwas gebührend gefeiert und heißt nicht etwa Buchvorstellung, sondern <em>Buch­vernissage</em>. Die Broschur enthalte »eine Art kurzgefasste, fragmentarische Autobiografie in essayistischen Skizzen«, so Jan Middendorp in seiner Rede. »Es bietet dem Leser, zwischen den Zeilen, aber auch darin, einen besseren Einblick in die Person und das Denken Hochulis als es seine eher didaktischen Schriften wie zum Beispiel <a href="http://www.vgs-sg.ch/pages/veroeffentlichungen/alle_publikationen/&amp;view=detail&amp;book_id=88"><em>Bücher machen</em></a> vermögen. Hier ist ein passionierter Autor und Gestalter, der zugleich ernsthaft und locker über seine Leidenschaft spricht, und der die Versuche anderer, Typografie zu treiben, zugleich streng und mit offenem Blick beurteilt.« Jost sei ein Besserwisser – denn er wisse es nämlich wirklich besser.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2116" title="Jost Hochuli" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Jost-Hochuli.jpg" alt="" width="504" height="593" /></p>
<p class="caption">Der »Besserwisser«, aus seinem neuesten Buch lesend</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2117" title="Elias Menzi" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Elias-Menzi.jpg" alt="" width="504" height="342" /></p>
<p class="caption">Interludium: Elias Menzi macht die angereisten Gäste mit regionalen Hackbrettweisen vertraut.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2118" title="Das ABC eines Tyografen" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Das-ABC-eines-Tyografen.jpg" alt="" width="504" height="396" /></p>
<p class="caption">Doppelseite aus <em>Das ABC eines Typografen</em>: Unter »R wie Rätsel« geht es um die Frage, wo <a href="http://new.myfonts.com/person/Berthold_Wolpe/?refby=mfde">Berthold Wolpe</a> eigentlich seine unzähligen Buchumschläge gestaltet hat.</p>
<h2 id="samstag">N wie Neue Typografie, No Design, Nostalgie, Noordzij und Nebenprojekte</h2>
<p>Am Samstagmorgen betrat <strong>Jost Hochuli</strong> dann nochmals die Bühne und referierte über <a href="http://www.amazon.de/Die-Neue-Typographie-zeitgem%C3%A4ss-Schaffende/dp/3922660231/ref=nosim?tag=myfode-21"><em>Die neue Typografie</em></a> von <a href="http://new.myfonts.com/person/Jan_Tschichold/?refby=mfde">Jan Tschichold</a>. Er gestand, dass er dieses berühmte Buch zwar schon vor vielen Jahrzehnten erworben hatte – sein Mentor Rudolf Hostettler hatte ihm so geheißen –, aber erst wesentlich später dazu kam, es richtig zu lesen. Dabei habe er festgestellt, dass die Positionen des jungen und des älteren Tschicholds gar nicht so gegensätzlich seien, wie es oft dargestellt wird. Wichtiger als die Frage nach der Axialität sei Präzision in der Ausführung, schärfte Hochuli dem gebannt lauschenden Nachwuchs ein.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2119" title="Romano Hänni" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Romano-Hänni.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p><strong>Romano Hänni</strong> hat über 20 Jahre hinweg die Gestaltung der Basler Zeitung maßgeblich mitgeprägt. Neben seiner Arbeit als Typografischer Gestalter fertigt er in einer eigenen Handsetzerei <a href="http://www.romano-haenni.ch/">experimentell gestaltete Bücher</a>. Darin thematisiert er unterschiedlichste Missstände, wie etwa die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Abu-Ghuraib-Folterskandal">Folterungen im Abu-Ghuraib-Gefängnis </a>, die Ruhigstellung ganzer Schulklassen mit Ritalin, oder den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sandoz#Sandoz-Grossbrand_in_Schweizerhalle_vom_1._November_1986">Chemieunfall in Basel von 1986</a>, der auch heute noch Umweltschäden nach sich zieht.</p>
<p class="caption">Oben: Bleisatz-Puzzle für eine Bildfolge mit von Bahnwagen-Zeichen inspirierten Buchstaben-Männchen. Unten: <em>Erinnerungen an den 1. November 1986</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2121" title="Ausstellung II" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Ausstellung-II.jpg" alt="" width="504" height="335" /><br />
<img class="alignnone size-full wp-image-2122" title="Handpressenbücher" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Handpressenbücher.jpg" alt="" width="504" height="336" /><br />
<img class="alignnone size-full wp-image-2120" title="Ausstellung" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Ausstellung.jpg" alt="" width="504" height="335" /></p>
<p class="caption">Hännis Handpressenbücher waren im Eingangsbereich der <span class="caps">GBS</span> auch im Original zu bestaunen. Ebenso ausgestellt war sein interessantes Forschungsprojekt über das fotografische Bild in der Zeitung. Unten: Plakate von Ralph Schraivogel – im typisch schweizerischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weltformat">Weltformat XIV</a>.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2123" title="Plakate" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Plakate.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p>In der jungen Gestaltergeneration, die mit Nicht-Schriften à la Arial und Courier auszukommen versucht, erkennt <strong>Jan Middendorp</strong> die Erben von <a href="http://books.google.de/books?hl=de&#038;id=sR9g5xPPJVQC&#038;q=Piet+Zwart#v=snippet&#038;q=Piet%20Zwart&#038;f=false">Piet Zwart</a>. Auch dieser niederländische Konstruktivist forderte bereits »uninteressante Schriften«. Die heutige als Provokation gemeinte Negation der typografischen Kultur sei aber eine Sackgasse, warnt Middendorp: Wenn sie zum Gestaltungs&shy;prinzip wird, mache sie den Designer überflüssig. Auf Mittelachse gesetzte Times-New-Roman-Versalien mit plumper Unterstreichung seien schnell kein Statement mehr, sondern gehen auf in der identisch aussehenden, leseunfreundlichen Alltagsproduktion typografischer Laien.</p>
<p><a href="http://www.janmiddendorp.com/">Middendorp</a> kann der von <a href="http://www.vignelli.com/">Massimo Vignelli</a> geforderten Beschränkung auf möglichst wenige Schriften nichts abgewinnen. Er plädiert für mehr Vielfalt: Wenn Biodiversität etwas Gutes sei, warum solle dann Typodiversität schlecht sein? Um mehr Übersicht in das Dickicht der neuen und interessanten Schriftveröffentlichungen zu bringen, hat Middendorp gemeinsam mit TwoPoints.Net ein Handbuch der Indie-Foundries gemacht – <a href="http://26plus-zeichen.de/buchrezension_type-navigator/"><em>Type Navigator</em></a> ist kürzlich im <a href="http://shop.gestalten.com/type-navigator.html">Gestalten Verlag</a> erschienen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2124" title="Gabriele Wilson" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Gabriele-Wilson.jpg" alt="" width="504" height="377" /></p>
<p>Am Beruf der Buchgestalterin fasziniert <strong>Gabriele Wilson</strong> vor allem das Privileg, Bücher lesen zu dürfen, die sonst noch niemand zu Gesicht bekommen hat. Gleichsam bringt er sie dazu, in allem stets etwas Schönes zu suchen – denn auch weniger tolle Bücher benötigen schließlich eine <a href="http://designrelated.com/portfolio/gabrielewilson">inspirierte Covergestaltung</a>.</p>
<p>Ihr Ratschlag an Designerinnen und Designer in spe: »Nehmt Kontakt auf mit den Leuten, deren Arbeit ihr liebt!« So gelangte sie selbst über ihr Idol Archie Ferguson an ihren Traumjob, lange Zeit war sie in der renommierten <a href="http://www.aigany.org/events/details/10KF/">Designabteilung des Verlags Alfred A. Knopf</a> tätig.</p>
<p>Mit dem strengen Schweizer Stil hat Wilson nichts am Hut. Wie viele ihrer Kollegen pflegt sie eine Vorliebe für eklektizistische Typografie, Hand-Lettering und altes Bildmaterial. Das mag zum einen daran liegen, dass die <span class="caps">USA</span> ein junges Land sind und dies durch übertriebene Nostalgie kompensiert wird. Zum anderen hat es auch praktische Gründe: Werke von vor 1923 sind gemeinfrei. Noch besser seien natürlich eigens erstellte Bilder. »Wenn Du anfängst, verrückte Dinge zu tun und wegen Deines Entwurfs schlaflose Nächte hast, bist Du vermutlich auf einem guten Weg.« Sie erzählt, welche leidenschaftliche Entstehungsgeschichte sich hinter manchem Druckmotiv verbringt – es könne schon vorkommen, dass der endgültigen Gestaltung ein Casting und Location Scouting wie beim Film vorausgeht, inklusive spontaner Shoppingtouren bei <em>Bloomingdale’s</em> für das perfekte Kostüm. Als Cover-Designer sei man immer auch ein Jäger.</p>
<p>Wilson findet, dass amerikanische Cover atmosphärischer sind – mal zum Guten, mal zum Schlechten. In Europa herrsche dagegen das Systematische vor, häufiger sind Schriftbänder, Streifen und Kästen zu finden.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2125" title="Gerrit Noordzij" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Gerrit-Noordzij.jpg" alt="" width="504" height="357" /></p>
<p>»Im Lauf der Jahre bin ich ein schrecklicher Schulmeister geworden.« <strong>Gerrit Noordzij</strong> braucht keinen Projektor, er zieht Tafel und Kreide vor. Gut gelaunt präsentierte der legendäre Schriftlehrer und -denker ein Medley seiner schlauen und zum selbständigen Nachdenken anregenden Thesen. Zum Beispiel, dass das Lesenlernen mit Futura-artigen Kleinbuchstaben zu Wort­blindheit führe. Ein B ist auch von hinten betrachtet eindeutig ein B. Ein b dagegen wird zum d – es hat keine Rückseite. Das sei der Grund, warum Kinder nicht im Klassenzimmer herumlaufen dürfen – sie könnten sonst diesem Unsinn auf die Schliche kommen (siehe dazu seinen Aufsatz <a href="http://www.letterror.com/noordzij/">Das Kind und die Schrift</a>). Dumm sei auch die Vermischung dreier komplett unterschiedlicher Bereiche – Sprache, Orthografie und Schrift. Nur so kann es dazu kommen, dass Kegel und Pyramide im Unterricht als »Feenhut« und »gerader Feenhut« bezeichnet werden. Worte wie Pyramide oder Zylinder seien nämlich weder begrifflich noch sprachlich schwierig, lediglich deren Rechtschreibung ist es. Und Rechtschreibung sei etwas für Bürokraten.</p>
<p>Mit ein paar schnellen Zügen illustrierte er den wichtigen, von Paläographen und anderen Schriftgelehrten selten verstandenen Unterschied zwischen »unterbrochener« und »wiederkehrender« Konstruktion (nachzulesen in <a href="http://www.amazon.de/Stroke-Theory-Writing-Gerrit-Noordzij/dp/0907259308/ref=nosim?tag=myfode-21">The Stroke: Theory of Writing</a> und <a href="http://www.amazon.de/Letterletter-Inconsistent-Collection-Tentative-Authority/dp/088179175X/ref=nosim?tag=myfode-21">Letterletter</a>). Nicht fehlen durfte natürlich Noordzijs Methode des Buchstabenzeichnens: Niemals mit der Umrisslinie beginnen und damit der flüchtigen Grenze von Vorder- und Hintergrund hinterherjagen, das ist aussichtslos! Nein, man müsse stets den Buchstaben selbst – seinen Körper – markieren. Am besten ginge das mit einigen schnellen Zickzacklinien, die die Spur des imaginären Schreibwerkzeugs umspielen. Erst ganz am Ende, wenn sich die gewünschte Figur flächig vom Hintergrund abhebt, könne sie mit einer definitiven Außenlinie vollendet werden.</p>
<p>Wer des Niederländischen mächtig ist, dem sei der 2001 erschienene Band <a href="http://www.vanoorschot.nl/winkel/verhalen-novellen.html?page=shop.product_details&amp;flypage=flypage_vo.tpl&amp;product_id=22068&amp;category_id=0">De handen van de zeven zusters</a> ans Herz gelegt. In ihm ist das ganze Noordzijsche Universum ausgebreitet.</p>
<p><strong>Paulus Dreibholz</strong> stellte sein jüngst erschienenes Büchlein vor – <a href="http://gaffadesign.com/"><em>Formen Lesen</em></a> ist ein Plädoyer für bewusste Gestaltung. Der <a href="http://dreibholz.com/">in London lebende Österreicher</a> merkte einen Punkt an, der auch mich irritiert hat: Die jüngere Generation Schweizer Typografinnen und Typografen wie <a href="http://www.juliaborn.com/">Julia Born</a>, <a href="http://lehni-trueb.ch/">Lehni-Trüb</a> oder <a href="http://www.esmog.org/">Elektrosmog</a>, um nur ein paar zu nennen, ist auf der Bühne der Tÿpo nicht vertreten – von Schriftgestaltern wie den Leuten hinter <a href="http://lineto.com/">Lineto</a>, <a href="http://swisstypefaces.com/">b+p swiss typefaces</a> oder <a href="http://www.grillitype.com/">Grilli Type</a> ganz zu schweigen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2126" title="Swiss Miss" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Swiss-Miss.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p><strong>Tina Roth Eisenberg</strong>, besser bekannt als <a href="http://www.swiss-miss.com">Swiss Miss</a>, wurde in St. Gallen geboren und lebt heute in den <span class="caps">USA</span>. Von außen hat sie einen geschärften Blick für Schweizer Stereotype wie Ordentlichkeit und gute Gestaltung: Nur hier stellten sich Kühe in Reih und Glied auf, wenn man sie fotografieren möchte. Dass die Eidgenossen sehr kulturaffin seien, könne man an den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Franken#Banknoten">Banknoten</a> sehen. Während der Euro sterile, fiktive Brücken zeigt, werden hier Persönlichkeiten wie Le Corbusier oder Sophie Taeuber-Arp gewürdigt. »Die Schweizer atmen Typografie bis in die Müllabfuhr«, resümierte sie hinsichtlich der mit Helvetica-Lettern verschönerten Abfallsäcke.</p>
<p>Ihren beiden Kindern möchte sie acht Leitsätze mit auf den Weg geben:</p>
<ol>
<li>Liebe was Du tust.</li>
<li>Vertraue Deiner Intuition.</li>
<li>Wenn Dir etwas Angst macht, machs!</li>
<li>Jammere nicht. Ändere es, oder lass es sein.</li>
<li>Finde Zeit für Nebenprojekte.</li>
<li>Such Dir deinesgleichen.</li>
<li>Ignorier negative Menschen.</li>
<li>Inspirier andere.</li>
</ol>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2127" title="TypoLounge" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/TypoLounge.jpg" alt="" width="504" height="167" /></p>
<p class="caption">Am Samstagabend bot die TÿpoLounge Gelegenheit, über das Gehörte und Gesehene zu diskutieren. Für die anregende musikalische Untermalung sorgte das <a href="http://arloki-trio.jimdo.com/">ArLoKi Trio</a>.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2128" title="Stadtlounge" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Stadtlounge.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">In der Innenstadt setzt sich das Motiv des roten Teppichs fort: Mit der von Carlos Martinez und Pipilotti Rist gestalteten <a href="http://bestarchitects.de/de/2011/name/carlos-martinez-architekten-pipilotti-rist/1.html">Stadtlounge</a> wird ein ganzer Platz unter selbigen gekehrt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2130" title="Vadiana" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Vadiana.jpg" alt="" width="504" height="756" /></p>
<h2 id="sonntag">Neue alte Bücher und das typisch Schweizerische</h2>
<p>Am Sonntag wurde es historisch, mit dem Besuch der beiden bedeutenden Bibliotheken der Stadt. Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stiftsbibliothek_St._Gallen">Stiftsbibliothek</a> beherbergt die Sammlung des 612 gegründeten Klosters und ist eine der größten und ältesten Klosterbibliotheken weltweit. <strong>Silvio Frigg</strong> führte die Besucher durch den <a href="http://www.stiftsbibliothek.ch/media/barocksaal.htm">prachtvoll geschmückten Barocksaal</a>. Dort allerdings steht »nur das neue Zeug – lediglich gedruckte Bücher«. Die wahrhaft bedeutenden Werke, die Handschriften, werden in einem klimatisierten Tresor verwahrt und sind nicht der Öffentlichkeit zugänglich. <strong>Beat von Scarpatetti</strong> besorgte eine kurze Einführung in die Schriftentwicklung im 9. Jahrhundert und zeigte Beispiele für alemannische und karolingische Minuskel. In der <a href="http://www.sg.ch/home/kultur/kantonsbibliothek.html">Kantonsbibliothek Vadiana</a> stellte Bibliothekar <strong>Ruedi Gamper</strong> einige typografische Juwelen der von ihm betreuten Sammlung vor. <strong>Ursula Rautenberg</strong>, Professorin für Buchwissenschaften an der Uni Erlangen-Nürnberg, zeichnete am Beispiel der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Melusine">Melusine</a> wichtige buchgestalterische Entwicklungen ab dem späten 15. Jahrhundert nach.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2131" title="Gallus von Gottes Gnaden" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Gallus-von-Gottes-Gnaden.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Akzidenz-Fraktur: Zierfenster in der Stiftsbibliothek</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2132" title="Schreivogel" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Schreivogel.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Himmlisch inspirierte Buchproduktion mit Schreivogel</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2133" title="Illumination" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Illumination.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Illuminierte Handschrift aus der Vadianischen Sammlung. Viele der Schätze lassen sich online betrachten, wie etwa dieses <a href="http://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/csg/0015">Psalterium</a> aus der Stiftsbibliothek (9. Jahrhundert) oder diese in der Vadianischen Sammlung enthaltene <a href="http://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/vad/0427"> Taschenbibel</a> (15. Jahrhundert).</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2134" title="Coiffure" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Coiffure.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Nicht alle Schriftgestaltung ordnete sich dem <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/International_Typographic_Style">International Style</a> unter: Ladenbeschriftung eines Friseurs in einer 50er-Jahre-Schreibschrift</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2135" title="Tram" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Tram.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Auch in einer Stadt, in der Rathausbeschriftung, Wegeleitsystem und vieles mehr wie selbstverständlich in <a href="http://new.myfonts.com/fonts/bitstream/zurich/?refby=mfde">Univers</a> ausgeführt sind, ist man vor Zahlendrehern nicht gefeit: Kopfstehende Acht an einer St. Galler Tramhaltestelle</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2129" title="Schäfli" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Schäfli.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Tierisches Nasenschild mit Schweizer Diminutiv</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2136" title="Löwen-Apotheke" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Löwen-Apotheke.jpg" alt="" width="504" height="344" /></p>
<p class="caption">Oben: Eine typisch <a href="http://www.flickr.com/photos/tags/swissumlaut/">Schweizer Eigenart</a>, die auf dem Kongress keine Erwähnung fand – Umlaute werden mit Vorliebe als horizontaler Strich statt zweier Punkte dargestellt. Unten: mikrotypografische Distinktion – in der Schweiz zeigen die <a href="http://typefacts.com/artikel/grundlagen/anfuehrungszeichen">Guillemets</a> nach außen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2137" title="Elite" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Elite.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2139" title="Noordzij und Hochuli" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/11/Noordzij-und-Hochuli.jpg" alt="" width="504" height="446" /></p>
<p class="caption">Die Koffer sind gepackt: Nach zweieinhalb inspirierenden Tagen heißt es Abschied nehmen.</p>
<p>Besonders loben möchte ich neben den vielen brillanten Vorträgen die vorbildliche Organisation, die diesen erst den nötigen Rahmen gab. Hier hat das Team rund um Roland Stieger alle positiven Schweizer Klischees vollauf erfüllt. Auch an die scheinbar einfachen, nebensächliche Dinge war gedacht. Zwei kleine Beispiele, die dies illustrieren: Die Umhängeschilder waren beidseitig bedruckt, der Name des Gegenübers stets lesbar. Im selben Augenblick, in dem sich das Publikum zur Pause herhob, standen auch schon zahllose, mit heißem Kaffee befüllte Becher bereit, zur Schlangenbildung kam es gar nicht erst. So blieb deutlich mehr Zeit und Energie zum Reden und Kennenlernen.</p>
<p>Nicht unerwähnt bleiben soll die Verpflegung: Das Küchenpersonal des <span class="caps">GBS</span> leistete ganze Arbeit mit einer »kulinarischen Reise durch die Schweiz«. Auf diese Art könne man auch seine Neutralität bewahren, so ein ungenannt bleibender Kommentator: »Alle Eindringlinge werden einfach so lange lecker bekocht, bis sie sich nicht mehr rühren können!«</p>
<p>Ob es eine Neuauflage der <a href="http://www.typo-stgallen.ch/">Tÿpo St. Gallen</a> geben wird, steht noch in den Sternen. Wünschenswert wäre es allemal. Ob bereits im kommenden Jahr oder nach einem längeren Intervall – wenn das Niveau der Premiere gehalten werden kann, wäre eine regelmäßig stattfindende Tÿpo eine exzellente Bereicherung des internationalen Typografie-Kalenders.</p>
<p>Eine weitere Rückschau gibt es auf <a href="http://hirnlego.namics.com/2011/11/typo-st-gallen-2nd-take.html">namics.com</a> zu lesen. Und auf <a href="http://typeradio.org/">Typeradio</a> werden demnächst mehrere Interviews zu hören sein, die <a href="http://www.loveliza.nl/">Liza Enebeis</a> und <a href="http://www.dbxl.nl/">Donald Beekman</a> in St. Gallen geführt haben.</p>
<p class="caption"><strong>Fotonachweis</strong><br />
5, 6, 7, 10, 12, 15, 28: <span class="caps">PHOTOPRESS</span> / Regina Kuehne und Kurt Schorrer<br />
Alle anderen: Florian Hardwig</p>
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		<title>Tÿpo, Typotag, Webfontday, TYPO Day &amp; mehr</title>
		<link>http://www.myfonts.de/2011/10/typo-typotag-webfontday-und-typo-day/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 09:49:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MyFonts.de</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass das Interesse an Schriftgestaltung und Typografie in der letzten Zeit enorm gestiegen ist, lässt sich unter anderem an der großen Zahl der Symposien, Tagungen und Ausstellungen ablesen. Im November finden gleich mehrere verlockende Veranstaltungen statt. Manche Termine überschneiden sich sogar, so dass der interessierte Schriftfreund die Qual der Wahl hat. Schön ist das nicht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass das Interesse an Schriftgestaltung und Typografie in der letzten Zeit enorm gestiegen ist, lässt sich unter anderem an der großen Zahl der Symposien, Tagungen und Ausstellungen ablesen.</p>
<p>Im November finden gleich mehrere verlockende Veranstaltungen statt. Manche Termine überschneiden sich sogar, so dass der interessierte Schriftfreund die Qual der Wahl hat. Schön ist das nicht, zielen die kollidierenden Konferenzen doch zumindest teilweise auf das selbe Publikum ab. Eine Koordinationsstelle deutschsprachiger Typo-Events wäre jedenfalls kein Luxus! Hier ein kurzer Überblick über sechs interessante Veranstaltungen der kommenden Wochen.</p>
<h2 style="margin-top: 1em;">Blacklecker: tasty fraktur</h2>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/10/Blacklecker.jpg" alt="" title="Blacklecker" width="504" height="188" class="alignnone size-full wp-image-2078" /></p>
<p><strong>Wann?</strong> Ab Dienstag, den 1. November 2011. Feierliche Eröffnung am Freitag, den 4.&nbsp;November 2011<br />
<strong>Wo?</strong> In der Mota Italic Gallery, Schliemannstraße 34, Berlin-Prenzlauer Berg<br />
<strong>Was?</strong> Die 2011 von Sonja und Rob Keller ins Leben gerufene Mota Italic Gallery zeigt bereits die vierte Ausstellung mit zeitgenössischem Typedesign. Dieses Mal stehen die gebrochenen Schriften (englisch: <em>Blackletter</em>) im Mittelpunkt. Die Schau präsentiert aktuelle Positionen von rund 20 Gestaltern aus aller Welt, die sich mit dem Genre der Fraktur und ihrer Verwandten beschäftigen.<br />
<strong>Wer?</strong> Anton Studer, Bruno Bernard, Corey Holms, Dan Rhatigan, Falk Schwalbe, Frank Grießhammer, František Štorm, Fritz Grögel, Jonathan Barnbrook, Just van Rossum, Karsten Luecke, Ken Barber, Miles Newlyn, Miles Newlyn, Paul Barnes, Ryoichi Tsunekawa, Tim Ahrens, Tomáš Brousil, Underware, Veronika Burian, Yassin Baggar, Zuzana Ličko<br />
<strong>Wieviel?</strong> Eintritt frei!<br />
<strong>Weitere Infos:</strong> <a href="http://www.motaitalic.com/gallery">motaitalic.com/gallery</a></p>
<h2 style="margin-top: 1em;">Type Foundries Today</h2>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/10/Type-Navigator1.jpg" alt="" title="Type Navigator" width="504" height="311" class="alignnone size-full wp-image-2094" /></p>
<p><strong>Wann?</strong> Am Donnerstag, den 10. November 2011 ab 19 Uhr<br />
<strong>Wo?</strong> Im Gestalten Space in den Sophie-Gips-Höfen, Sophienstraße 21, Berlin-Mitte<br />
<strong>Was?</strong> Gestalten lädt ein zu einem typografischen Abend mit Martin Lorenz (TwoPoints.Net) und Jan Middendorp. Die beiden Herausgeber des kürzlich erschienenen Kompendiums <a href="http://shop.gestalten.com/catalog/product/view/id/4219">Type Navigator</a> bieten Orientierung in der umtriebigen Szene der Indie-Foundries. Was bedeutet es, einen unabhängigen Klein- oder Kleinstschriftverlag zu führen? Zu Gast sind die Betreiber von LucasFonts und Just Another Foundry.<br />
<strong>Wer?</strong> Jan Middendorp, Martin Lorenz, Luc(as) de Groot, Tim Ahrens, Shoko&nbsp;Mugikura<br />
<strong>Wieviel?</strong> Eintritt frei!<br />
<strong>Weitere Infos:</strong> <a href="http://www.gestalten.com/event/type-foundries-today">gestalten.com</a><br />
<span id="more-2053"></span></p>
<h2 style="margin-top: 2em;">Tÿpo St. Gallen (CH)</h2>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/10/logo_ani.gif" alt="" title="Tÿpo St. Gallen" width="450" height="110" class="alignnone size-full wp-image-2054" /></p>
<p><strong>Wann?</strong> Vom 18. bis zum 20. November 2011<br />
<strong>Wo?</strong> In der Schule für Gestaltung im schweizerischen Sankt Gallen<br />
<strong>Was?</strong> Gibt es sie noch, die typische Schweizer Typografie? Diese Frage stellt die erste Tÿpo St. Gallen. Als Gast mit dabei ist das deutsche Forum für Typografie mit seinem 25. Bundestreffen.<br />
Außerdem: Am Sonntag werden die typografischen Kostbarkeiten in der Vadiana und die Stiftsbibliothek besichtigt.<br />
<strong>Wer?</strong> Bruno Monguzzi, Ralph Schraivogel, Martin Tiefenthaler, Jost Hochuli, Romano Hänni, Jan Middendorp, Gerrit Noordzij, Gabriele Wilson, Paulus M. Dreibholz, Tina Roth Eisenberg, Ursula Rautenberg, Ruedi Gamper und Beat von Scarpatetti – Moderation: Clemens Schedler<br />
<strong>Wieviel?</strong> 350 CHF<br />
<strong>Weitere Infos:</strong> <a href="http://www.typo-stgallen.ch/">typo-stgallen.ch</a><br />
<strong>Bericht zum Nachlesen:</strong> <a href="http://www.myfonts.de/2011/11/typo-st-gallen/">Tÿpo St. Gallen</a><br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/10/Gerrit-Noordzij.jpg" alt="" title="Gerrit Noordzij" width="504" height="401" class="alignnone size-full wp-image-2055" /></p>
<p class="caption">Gerrit Noordzij, legendärer Lehrer, Schriftdesigner, Schrifttheoretiker, Typograf – und einer der Redner bei der Tÿpo St. Gallen. Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/ainat6/4468646858/">Tânia Raposo</a></p>
<h2 style="margin-top: 2em;">8. Münchner Typotag</h2>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/10/typotag.png" alt="" title="Typotag 2011" width="504" height="294" class="alignnone size-full wp-image-2056" /></p>
<p><strong>Wann?</strong> Am Freitag, den 18. November 2011 ab 15 Uhr<br />
<strong>Wo?</strong> Bei Kochan &amp; Partner, Halle 27 in München-Nymphenburg<br />
<strong>Was?</strong> Unter dem Titel <em>Typolyglott &amp; Multitask. Vom Schriften und Sprachen mischen</em> geht es um die Gestaltung mehrsprachiger Drucksachen, also um die »ganz alltäglichen gestalterischen Herausforderungen einer multikulturellen Welt«. <em>Bild und Zeichen. Von der Passion, Zeichen zu setzen</em> heißt der zweite Teil des von der Typographischen Gesellschaft München (tgm) organsierten Typotags, er »beschäftigt sich mit der ikonografischen Wirkung und der nonverbalen Vielsprachigkeit von Bildern«.<br />
Außerdem zu sehen: Die 57. <span class="caps">TDC</span>-Show mit ausgezeichneten Wettbewerbs&shy;beiträgen des Type Directors Club of New York, sowie Granshan 2011 mit den Gewinnerbeiträgen des 4. Wettbewerbs <em>Non-Latin Typefaces</em><br />
<strong>Wer?</strong> Johannes Bergerhausen, Veronika Burian, Nadine Chahine, Shoko Mugikura, Anuthin Wongsunkakon und Alex Webb<br />
<strong>Wieviel?</strong> 115 € (günstiger in Kombination mit dem Webfontday und für tgm-Mitglieder bzw. Schüler, Studierende, Auszubildende und Rentner)<br />
<strong>Weitere Infos:</strong> <a href="http://www.typotag.de/">typotag.de</a></p>
<h2 style="margin-top: 2em;">Webfontday 2011</h2>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/10/wbfntdy.png" alt="" title="wbfntdy" width="504" height="267" class="alignnone size-full wp-image-2057" /></p>
<p><strong>Wann?</strong> Am Samstag, den 19. November 2011 ab 9 Uhr<br />
<strong>Wo?</strong> Bei Kochan &amp; Partner, Halle 27 in München-Nymphenburg<br />
<strong>Was?</strong> <em>Die Revolution frisst ihre Kinder</em> – so ist der zum zweiten Mal stattfindende Webfontday der tgm überschrieben. »Wie ist das jetzt mit Schriften im Web? Welche Fallen lauern noch immer bei der Anwendung? Wie kann ich mit Webfonts herausragende Typografie machen? Wie schaffe ich Sicherheit im Umgang mit unterschiedlichen Browsern?«<br />
<strong>Wer?</strong> Tim Ahrens, Ivo Gabrowitsch, Martina Grabovszky, Luc(as) de Groot, Andreas Henkel, Ralf Herrmann, Boris Kochan, Helmut Ness, Oliver Reichenstein, Dan Reynolds, Dan Rhatigan, Georg Seifert, Jürgen Siebert, Adam Twardoch und Torben Wilhelmsen<br />
<strong>Wieviel?</strong> 75 € (günstiger in Kombination mit dem 8. Münchner Typotag und für tgm-Mitglieder bzw. Schüler, Studierende, Auszubildende und Rentner)<br />
<strong>Weitere Infos:</strong> <a href="http://webfontday.de/">webfontday.de</a></p>
<h2 style="margin-top: 2em;">TYPO Day</h2>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/10/TYPO-Day1.png" alt="" title="TYPO Day" width="504" height="211" class="alignnone size-full wp-image-2093" /></p>
<p><strong>Wann?</strong> Erstmals am Montag, den 21. November 2011, von 9 bis 17 Uhr<br />
<strong>Wo?</strong> Im Haus der Kulturen der Welt zu Berlin<br />
<strong>Was?</strong> Die Macher der <span class="caps">TYPO</span> Berlin expandieren. Neben der <span class="caps">TYPO</span> London und der für 2012 geplanten <span class="caps">TYPO</span> San Francisco gibt es ab sofort einen weiteren Ableger. Der <span class="caps">TYPO</span>&nbsp;Day ist ein eintägiges Seminar »für professionelle Designer, Markenbetreuer und Publishing-Experten. […] Das Themenspektrum reicht von den ästhetischen Grundlagen und der Bedeutung der typografischen Qualität über Markenbildung, neue Ausgabegeräte bis hin zu den jüngsten Font-Produkten, -Technologien und -Anwendungen.«<br />
<strong>Wer?</strong> Erik Spiekermann, Henning Krause, Ingo Hess, Georg Seifert, Jens Kutílek, Ivo Gabrowitsch, Tim Ahrens – Moderation: Jürgen Siebert<br />
<strong>Wieviel?</strong> 129 € (Einführungspreis)<br />
<strong>Weitere Infos:</strong> <a href="http://typotalks.com/day/">typotalks.com</a></p>
<h2 style="margin-top: 2em;">Nichts verpassen</h2>
<p>Übrigens: Wer noch früher von Veranstaltungen dieser Art erfahren möchte, verfolge bitte die tagesaktuellen Meldungen und Ankündigungen auf unserem Twitter-Kanal unter <a href="http://twitter.com/#!/MyFontsDE/">@MyFontsDE</a>.</p>
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		<title>unsichtbar – Bericht aus Raabs, Teil 2</title>
		<link>http://www.myfonts.de/2011/09/unsichtbar-2/</link>
		<comments>http://www.myfonts.de/2011/09/unsichtbar-2/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 14:12:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Hardwig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem es in Teil 1 des Berichts vom Symposion der Typographischen Gesellschaft Austria (tga) um die Vorträge von Dirk Wendt, Georg Seifert, Tim Ahrens, Friedrich Forssman und Maryanne Wolf ging, wird hier nun von den Beiträgen der zweiten Programmhälfte erzählt. Belvedere vom Burgbalkon: Blick auf Raabs und die Thaya Ad-hoc-Wegeleitsystem, gesetzt aus der Novel Sans [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem es in <a href="http://www.myfonts.de/2011/09/unsichtbar-1/">Teil 1 des Berichts</a> vom Symposion der Typographischen Gesellschaft Austria (tga) um die Vorträge von Dirk Wendt, Georg Seifert, Tim Ahrens, Friedrich Forssman und Maryanne Wolf ging, wird hier nun von den Beiträgen der zweiten Programmhälfte erzählt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1948" title="Belvedere" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Belvedere.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Belvedere vom Burgbalkon: Blick auf Raabs und die Thaya</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1949" title="Novel Sans weist den Weg" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Novel-Sans-weist-den-Weg.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Ad-hoc-Wegeleitsystem, gesetzt aus der <a href="http://www.myfonts.de/2011/02/novel-sans/">Novel Sans</a> von Christoph Dunst</p>
<p><span id="more-1947"></span></p>
<h2 id="tiefenthaler" style="margin-top: 2em;">Kampf dem Muskelkater</h2>
<p>Der Samstag beginnt mit ›Mehrwert durch Grauwert‹, dem Beitrag von <strong>Martin Tiefenthaler</strong>. Lesen ist unnatürlich, so Tiefenthaler. Unser Auge lässt sich gerne ablenken, da es sich einst dafür entwickelt hat, Gefahren wie anschleichende Säbelzahntiger rechtzeitig zu erkennen. Wir sehen selektiv. In einem Experiment, in dem das eine Auge eine schwarze Fläche, das andere eine Katze vorgesetzt bekommt, nehmen wir nur die Katze war – die Null-Information wird vom Hirn weggefiltert. Ersetzt man aber die schwarze Fläche mit einem wackelnden Besen, so fixieren wir automatisch auf die Bewegung und scheitern nun daran, das Bild der Katze wahrzunehmen.</p>
<p>Bereits in den 1960ern zeichnete der Psychologe Alfred Yarbus Augen­bewegungen auf. Beim Betrachten eines Gemäldes ergab das <em>eye tracking</em> ganz unterschiedliche Muster und Knotenpunkte, je nachdem, welche Fragen er den Probanden zur dargestellten Szene stellte. Nachdem es also verschiedene Seh-Modi gibt, besteht die Kunst der Typografie darin, das Auge auf die Zeile zu zwingen und dort zu halten. Bildhaftes wie Gassen im Blocksatz oder formsatzartige Beulen im Flattersatz sind deshalb so störend, weil das Auge vom lesenden Textmodus in den schauenden Bildmodus wechselt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1950" title="Martin Tiefenthaler" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Martin-Tiefenthaler.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p>Lesen ist eine körperliche Tätigkeit. Wer das selbst nachvollziehen mag, dem sei ein simpler Test empfohlen: Man schließe beim Lesen ein Auge und lege den Finger auf das geschlossene Lid. Es ist fast erschreckend zu spüren, wie die Muskeln das Auge hin- und herreißen. Übermäßige Muskelarbeit ist aber alles andere als gut. Auch Typografie muss daher ergonomisch sein, denn »drei Tage Kopfweh sind das Ende aller Philosophie« – siehe hierzu auch den <a href="http://www.myfonts.de/2011/06/typetalks2/#tiefenthaler">Bericht von den TypeTalks Posen</a>, wo Tiefenthaler einen verwandten Vortrag gehalten hat. »Das Lesen muss so mühelos vonstatten gehen, dass nicht nur der Inhalt aufgenommen werden kann, sondern gleichzeitig auch eigene Gedanken möglich sind.«</p>
<h2 id="scheichelbauer-sterz" style="margin-top: 2em;">Von den Vorzügen der Comic Sans</h2>
<p>Als nächstes steht ein <em>Austrian double feature</em> an: <strong>Rainer E. Scheichelbauer</strong> und <strong>Marcus Sterz</strong> kritisieren die typografische Ignoranz vieler wissenschaftlicher Untersuchungen. Exemplarisch nehmen sie eine an der Universität von Princeton gemachte Studie auseinander, deren auf den ersten Blick erstaunlichen Ergebnisse im letzten Jahr die Runde machten. Ihre Kernaussage: <a href="http://www.princeton.edu/main/news/archive/S28/82/93O80/">Wer mit Lehrmaterial in schlechter lesbarer Schrift lernt, kann sich den Stoff besser merken.</a></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1951" title="Rainer Scheichelbauer" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Rainer-Scheichelbauer.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p>Dabei wurde eine schiefgestellte <a href="http://new.myfonts.com/fonts/ascender/comic-sans/?refby=mfde">Comic Sans</a> bedenkenlos als ›schlecht lesbar‹ benannt und gegen die für ›gut lesbar‹ erachtete <a href="http://new.myfonts.com/fonts/microsoft/arial/?refby=mfde">Arial</a> getestet – natürlich ohne jemanden mit typografischem Fachwissen zu Rate zu ziehen. Leicht hätte ein solcher darlegen können, dass die Sache nicht so einfach ist. Die Arial läuft enger und hat einen geringeren optischen Zeilenabstand. Sie besitzt geschlossenere Formen (vgl. Buchstaben wie <em>e, g, M</em>), hat eine schlechter ausgewogene Verteilung von Schwarz- und Weißanteilen bzw. Innen- und Außenformen (zu sehen an <em>n, o</em>) und weist eine Reihe ähnlicher, leicht verwechselbarer (<em>rn</em>—<em>m</em>, <em>I</em>—<em>l</em>) und formgleicher Zeichen (<em>dbqp</em>) auf. In all diesen Punkten kann die Comic Sans trotz ihres schlechten Leumunds punkten. Die elektronische Verschrägung mag ein handwerkliches Tabu sein, ihrem Charakter als Handschrift kommt sie aber entgegen, oder ist ihr zumindest nicht abträglich. Obendrein gewährten die Wissenschaftler der Arial einen ›Vorsprung‹ und setzten sie deutlich größer – in 16 Punkt, gegenüber Comic Sans in 12 Punkt. Nicht bedacht wurde, dass größer nicht unbedingt besser ist, ja, dass 16 Punkt bereits <em>zu</em> groß sein kann. »Wir lesen keine Fonts, sondern den gesamten typografischen Aufbau.« Nicht die schlechtere Schrift führte in Princeton zu besseren Lernergebnissen, sondern die überlegenere Typografie.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1952" title="Austrian-Extended" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Austrian-Extended.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Rainer Scheichelbauer stellt die von ihm entwickelte Tastaturbelegung <em>Austrian Extended</em> vor, mit der sich nicht nur häufig benötigte Sonderzeichen slawischer Sprachen, sondern »wirklich alles« tippen lässt. Wenn er nicht gerade Schriftgestalter wie <a href="http://new.myfonts.com/person/Viktor_Solt/?refby=mfde">Viktor Solt-Bittner</a> bei den technischen Aspekten der Fontproduktion unterstützt, übersetzt der Nederlandistik-Student Bücher, zuletzt <a href="http://www.amazon.de/Wie-mans-liest-Gerard-Unger/dp/3721206738ref=nosim?tag=myfode-21">Wie man’s liest</a> von <a href="http://new.myfonts.com/person/Gerard_Unger/?refby=mfde">Gerard Unger</a>.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1953" title="Betty" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Betty.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Marcus Sterz ist aktuell wohl einer der produktivsten Typedesigner. Zwei seiner Schriften, <a href="http://www.myfonts.de/2009/12/aeronaut-ivory/">Aeronaut und Ivory</a>, hatten wir an dieser Stelle bereits vorgestellt. Hier zu sehen ist die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/facetype/lignette/?refby=mfde">Lignette</a> – nur eine von mehreren sehenswerten Neuheiten aus dem Hause <a href="http://new.myfonts.com/foundry/FaceType/?refby=mfde">FaceType</a>.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1954" title="Comic-Sans" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Comic-Sans.jpg" alt="" width="504" height="434" /></p>
<p class="caption">»Pardon, Sie haben da etwas Comic Sans auf Ihrem Leiberl.« Der Moderator nimmt’s gelassen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1955" title="Mittagspause" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Mittagspause.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Angeregte Diskussionen während der ausgedehnten Pausen im Renaissancehof. Wem bei hochsommerlichen 35 Grad der Kopf raucht, nimmt alternativ ein kühles Bad in der Thaya.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1956" title="Speisenkarte" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Speisenkarte.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Die tga versteht, worauf es bei einem Symposion ankommt: Nicht nur für das geistige, auch für das körperliche Wohl ist bestens gesorgt. Die Speisekarte im Programmheft präsentiert <em>Cuisine autrichienne</em> in <a href="http://www.myfonts.de/2011/02/novel-sans/">Novel Sans</a>.</p>
<h2 id="bessemans" style="margin-top: 2em;">Vermittlerin zwischen zwei Welten</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1957" title="Labo-Font" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Labo-Font.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Sogenannte Labo-Fonts: Mit parametrisch aufgebauten Schriften erleichtern sich Wahrnehmungspsychologen das Testen von Faktoren wie Serifenlänge – und vergessen darüber, dass ihre Kreationen nichts mit der typografischen Realität gemein haben, kritisiert Ann Bessemans.</p>
<p>Nach der Mittagspause wirbt <strong>Ann Bessemans</strong> für mehr Austausch zwischen Schriftgestaltern und Kognitionswissenschaftlern. Die Belgierin, die selbst als studierte Grafikdesignerin einerseits und Stipendiatin von Microsofts <em>ClearType &amp; Advanced Reading Technologies Group</em> andererseits beide Seiten kennt, will im Rahmen ihrer Dissertation eine Schrift entwickeln, die Kindern mit Sehschwäche beim Lesenlernen hilft. Wie ihre Vorredner zitiert sie haarsträubende Belege für die mangelnde Kommunikation zwischen den Disziplinen. So wurden in einer frühen Lesbarkeitsstudie die Vorteile von ›seraphed‹ gegenüber ›unseraphed letters‹ gepriesen. Bei näherem Hinsehen entpuppte sich dieses so beschriebene Pärchen nicht etwa als Schriften mit und ohne Serifen. Nein, gemeint waren Gemischtschreibung und Versalsatz! Es ist an der Zeit, dass Typografie und Wissenschaft aufeinanderzugehen und die wechselseitige Bedeutung anerkennen.</p>
<h2 id="de-groot" style="margin-top: 2em;">Lesbarkeit auf engstem Raum</h2>
<p>In <strong>Luc(as) de Groots</strong> Vortrag geht es um die praktische Frage, wie sich angenehmes Lesen und Platzknappheit unter einen Hut bringen lassen. Der Berliner Holländer hat sich umgesehen, welche Schriften als platzsparend und gut geeignet für kleine Größen beworben werden. Ausgehend von einer Zeitungssituation mit schmalen Spalten testet er eine Reihe von Fonts und versucht bei konstanter Kolumnengröße und Textmenge, durch Manipulation der einzelnen Parameter möglichst viel aus den Schriften herauszuholen. Bei De Groot sind das 8 Stellschrauben (vgl. F. Forssmans <a href="http://www.myfonts.de/2011/09/unsichtbar-1/#forssman">magisches Quadrat</a>): Schriftgrad, Zeilenabstand und -länge, Zeichenabstand, Kerning, Mikrotypografie (z.B. Anführungszeichen), Satzart und – oft unterschätzt – Wortabstand. Unter den Probanden befinden sich Klassiker wie Bell Centennial (»nicht so gut«) und <a href="http://new.myfonts.com/fonts/bitstream/gothic-720/?refby=mfde">MT Grotesque</a> (»Gar nicht gut, besonders im Deutschen mit den vielen Versalien ist sie sehr fleckig.«), neuere Entwürfe wie <a href="http://new.myfonts.com/fonts/fontbureau/zocalo-text/?refby=mfde">Zocalo</a>, <a href="http://new.myfonts.com/fonts/fontbureau/miller/?refby=mfde">Miller</a>, <a href="http://new.myfonts.com/fonts/typejockeys/premiera/?refby=mfde">Premiéra</a> und <a href="http://www.myfonts.de/2009/08/camingodos/">CamingoDos</a>, plus <a href="http://new.myfonts.com/foundry/LucasFonts/?refby=mfde">einige eigene</a>, darunter TheSans, TheSerif und Tazzer. Ein Font nach dem anderen wird knapp bewertet.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1958" title="Luc(as) de Groot" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Lucas-de-Groot.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Auch die Schattenachse kann ein Effizienzfaktor sein: Bei vertikalem Kontrast (oben) können sich die Striche engstehender Buchstaben zu Flecken addieren. Schriften mit geneigter Kontrastachse (unten) sind weniger stark von diesem Problem betroffen. — Abbildung aus einem Buch, an dem De Groot zur Zeit arbeitet</p>
<p>Zwar ist das Geschmacksurteil des an der <span class="caps">FH</span> Potsdam lehrenden Professors visuell nachvollziehbar. Da es aber außer dem subjektiven Eindruck keine Kriterien gibt, bleiben die Erkenntnisse vage: Kleine Schrift darf tendenziell etwas fetter sein. Slab-Serifs sind selten Raumsparwunder. Bei schmalen Schriften heben sich Vor- und Nachteile gegenseitig auf: Was sie in der Horizontalen einsparen, muss man an Durchschuss dazugeben, da sie vertikal betont sind. Fazit: Hohe Lesbarkeit pro Quadratzentimeter lässt sich mit Eleganz und Anmut selten vereinbaren. Zum Glück ist sie meist auch gar nicht erforderlich.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1959" title="Gipfeltreffen" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Gipfeltreffen.jpg" alt="" width="504" height="311" /></p>
<p class="caption">Gipfeltreffen der deutschsprachigen Typoliteraten: Jost Hochuli, Ralf de Jong und Friedrich Forssman an einem Tisch. Die drei Kapazunder zeichnen für einen Gutteil des kürzlich von Christoph Koeberlin zusammengetragenen <a href="http://typefacts.com/der-typografische-kanon">typografischen Kanons</a> verantwortlich.</p>
<h2 id="buchbinden" style="margin-top: 2em;">Mit dem Falzbein ins Felsenstüberl</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1960" title="Andi" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Andi.jpg" alt="" width="504" height="410" /></p>
<p>Weit mehr als ein Pausenfüller ist der von <strong>Babsi Daum</strong> und <strong>Andreas Ortag</strong> angeleitete Buchbinde-Workshop. An den Nachmittagen (und auch in manchen späten Abendstunden) wird fleißig gefalzt, geklebt und geheftet. Da die Burg mit einer Bleisatzwerkstatt ausgerüstet ist, sind sogar druckgrafisch veredelte Umschläge möglich.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1961" title="In der Werkstatt" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/In-der-Werkstatt.jpg" alt="" width="504" height="454" /><br />
<img class="alignnone size-full wp-image-1962" title="Buchbindeworkshop II" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Buchbindeworkshop-II.jpg" alt="" width="504" height="756" /></p>
<p>Am Sonntag mittag werden die selbstgemachten Broschuren im Felsenstüberl präsentiert. Spätestens jetzt ärgern sich diejenigen, die nicht beim Buchbinden mitgemacht haben, über ihre eigene Faulheit.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1964" title="Die Skizze" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Die-Skizze.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Bleisatz-Version der <a href="http://new.myfonts.com/fonts/adobe/koch-antiqua/alternate_cuts.html?refby=mfde">Koch-Antiqua</a></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1965" title="Beieinander bleiben!" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Beieinander-bleiben.jpg" alt="" width="504" height="336" /><br />
<img class="alignnone size-full wp-image-1963" title="Buchbindeworkshop I" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Buchbindeworkshop-I.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1966" title="Kevin Larson" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Kevin-Larson.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Zeremonienmeister Clemens Theobert Schedler kündigt am Sonntagvormittag den vorletzten und am weitesten gereisten Sprecher an: Kevin Larson.</p>
<h2 id="larson" style="margin-top: 2em;">‘We didn’t create the Frankenfont.’</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1967" title="Leicht und schwer" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Leicht-und-schwer.jpg" alt="" width="504" height="363" /></p>
<p class="caption">Diskrepanz zwischen Form und Inhalt: Bei dem Versuch, die Tierarten durchzugehen und jeweils als schwer oder leicht zu klassifizieren, wird einem die rechte Spalte in arge Schwierigkeiten bringen. Analog lässt sich das auch mit Farbnamen spielen, die in unpassenden Farben dargestellt sind.</p>
<p>Der für Microsoft tätige Wahrnehmungspsychologe <strong>Kevin Larson</strong> rekapituliert die jüngeren Entwicklungen auf dem Bereich der Lesbarkeitsforschung. Er beginnt seine Präsentation mit dem allseits bekannten Beispiel, bei dme alel Bhucsabtne drcuhneinadregwerüflet wudern udn mna dne Txet torztdme lsene knan. Dieser Effekt widerspricht der lange gepflegten Theorie, dass der Umriss des Wortbild bei der Erkennung von Worten die Hauptrolle spielt. Eine Studie von Rayner, White, Johnson, &amp; Liversedge (2006) ergab, dass die Lese­geschwindigkeit unterschiedlich stark sinkt: Werden nur Buchstaben innerhalb des Wortes vertauscht, lässt sich der Satz zwar langsamer lesen als ohne Eingriffe, aber schneller als wenn auch die Endbuchstaben betroffen sind. Am wichtigsten sind die Anfangsbuchstaben: Werden auch sie mitgemischt, dauert das Lesen am längsten.</p>
<p>Gleichzeitig hilft der Wortkontext bei der Zeichenerkennung: Der Buchstabe ›r‹ wird besser erkannt, wenn man ihn innerhalb eines Wortes wie z.B. ›work‹ zeigt – besser als etwa in einem Nichtwort wie ›okrw‹, aber auch besser als wenn er isoliert steht! Während des Lesens greift neben dem <em>Bottom-Up-</em> auch ein <em>Top-Down-</em>Effekt – vgl. dazu den <a href="http://www.myfonts.de/2011/09/unsichtbar-1/#wendt">Vortrag von Dirk Wendt</a>.</p>
<p>Tippfehler werden öfter überlesen, wenn sie das Wortbild unverändert lassen (Beispiel: ›tesf‹ statt ›test‹). Interessanterweise ist die Buchstabenform von größerer Bedeutung als die Wortform: Wird das Wort ›than‹ falsch geschrieben, bleiben Fehler mit ähnlicher Buchstabenform (›tnan‹) häufiger unbemerkt wie solche mit ähnlichem Wortumriss (›tban‹). In Testreihen wurden Einzel­buchstaben verschiedener Fonts auf schnelle Erkennbarkeit getestet. Beim kleinen ›s‹ lag die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/bitstream/venetian-301/?refby=mfde">Centaur</a> vorn, beim kleinen ›a‹ dagegen die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/ascender/verdana/?refby=mfde">Verdana</a>. Wenn aber die Einzelzeichen ausschlaggebend sind, könnte man dann nicht die jeweils besten Buchstaben extrahieren und daraus einen unschlagbaren Überfont kompilieren? Nein, erklärt Larson, denn ein solcher ›Frankenfont‹ wäre inkongruent und ließe das menschliche Bedürfnis nach Harmonie und Regelmaß außer acht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1968" title="Weniger Stirnrunzeln" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Weniger-Stirnrunzeln.jpg" alt="" width="504" height="342" /></p>
<p class="caption">Gute Nachrichten für die Typografie: Zwar haben Kapitälchen, Mediävalziffern, Unterschneidungen und Ligaturen weder messbare Auswirkungen auf Lesegeschwindigkeit und Textverständnis, noch empfinden die Leser eine Vorliebe für solche optimierten Satzdetails. Allerdings runzeln Konsumenten gut gemachter Typografie seltener die Stirn. Auch erzielen sie nach der Lektüre wohlgeformter Texte bessere Ergebnisse bei kognitiven Aufgaben.</p>
<h2 id="hochuli" style="margin-top: 2em;">Trüffelsuche im Tessin</h2>
<p><strong>Jost Hochuli</strong> besorgt den krönenden Schlusspunkt. Er zeigt Schätze aus dem Besitz von <a href="http://new.myfonts.com/person/Jan_Tschichold/?refby=mfde">Jan Tschichold</a>. Während das Arbeitsarchiv des bedeutenden Typografen, Lehrers und Autoren (1902–1974) längst in <a href="http://www.d-nb.de/sammlungen/dbsm/mus_bestaende/ueber_dbsm/chronik_dbsm/index.htm">Leipzig</a> untergebracht ist und das <a href="http://www.getty.edu/">Getty Center</a> seltene Originale und Briefwechsel mit Herbert Bayer, El Lissitzky oder Piet Zwart beherbergt, verblieb Tschicholds Arbeitsbibliothek zunächst im schweizerischen Berzona. Letztes Jahr gelangte sie als Schenkung der Erben an die <a href="http://www.sg.ch/content/applikationen/news/1/2011/01/tschicholds_arbeitsbibliothek.html">Kantonsbibliothek Vadiana</a> in St. Gallen. Hochuli, der mit der Familie um Schwiegertochter Lilo Tschichold-Link befreundet ist, kam die Aufgabe zu, die Bestände zu sichten.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1969" title="Jost Hochuli" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Jost-Hochuli.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p>Zum Vorschein kamen seltene Fachbücher wie etwa Poeschels <em>Zeitgemäße Buchdruckkunst</em> von 1904, Werke von <a href="http://new.myfonts.com/person/Oldrich_Menhart/?refby=mfde">Oldrich Menhart</a> und <a href="http://new.myfonts.com/person/Jan_van_Krimpen/?refby=mfde">Jan van Krimpen</a>, und sämtliche eigenen Bücher (allein vier Exemplare der <a href="http://www.amazon.de/Die-Neue-Typographie-zeitgem%C3%A4ss-Schaffende/dp/3922660231ref=nosim?tag=myfode-21">Neuen Typographie</a> ) – oft »versteckt« zwischen gewöhnlichen Titeln aus Belletristik und Kunstgeschichte. Daneben gibt es Schrift- und Papiermusterbücher und zahlreiche Jahrgänge von Zeitschriften wie dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Heinrich_Meyer_%28Verleger%29">Journal der Buchdruckerkunst</a> oder dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zwiebelfisch_%28Zeitschrift%29">Zwiebelfisch</a>.</p>
<p>Viele Stücke hat Tschichold mit Vermerken versehen, als wolle er seinen Erben bei der Einschätzung des antiquarischen Werts behilflich sein: »selten«, »sehr selten«, »äußerst selten«! Besonderen Wert hat die Bibliothek eben auch, weil sie derart »getrüffelt« ist: Anstelle ordinärer Lesezeichen finden sich hier Briefe von und an <a href="http://new.myfonts.com/person/Paul_Standard/?refby=mfde">Paul Standard</a> oder <a href="http://new.myfonts.com/person/Jack_Stauffacher/?refby=mfde">Jack Stauffacher</a>. Eigene und fremde Aufsätze, Rezensionen und sarkastische Kritiken sind eingelegt. Vielfach ist der Rand mit Kommentaren gefüllt, die die Schwächen eines Textes treffend benennen und nur selten beipflichtend ausfallen. Eine zweisprachige Publikation über die Sammlung ist in Vorbereitung und kann voraussichtlich Ende 2012 veröffentlicht werden.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1970" title="The Fleuron" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/The-Fleuron.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Die siebte Nummer von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Fleuron">The Fleuron</a> mit einem von Jan van Krimpen gezeichneten Titel – in dieser Form nur in 210 Exemplaren aufgelegt. Selbstverständlich ist auch diese gesuchte Ausgabe in Tschicholds Sammlung enthalten.</p>
<h2 id="goodies" style="margin-top: 2em;">Ein Sackerl voller Schmankerl</h2>
<p>Als materielle Erinnerung an Raabs gibt es für jeden Teilnehmer eine Tasche, in der u.a. einige schöne Schriftmuster stecken.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1971" title="Allegra" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Allegra.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption"><a href="http://www.abclitera.ch/">Allegra</a> heißt ein serifenloser, noch unvollendeter Schriftentwurf von Jost Hochuli.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1972" title="Salden" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Salden.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Georg Salden ist zwar nicht <em>in persona</em> in Raabs anwesend, dafür aber mit einem starken DIN-A2-Poster vertreten. Seine in Kooperation mit <a href="http://www.myfonts.de/2011/07/ludwig-uebele/">Ludwig Übele</a> produzierten digitalen Fonts sind über <a href="http://www.typemanufactur.com">TypeManufactur</a> zu beziehen.</p>
<p><img id="jaf" class="alignnone size-full wp-image-1973" title="JAF" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/JAF.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption"><a href="http://new.myfonts.com/foundry/Just_Another_Foundry/?refby=mfde">Just Another Foundry</a>, der Schriftverlag von Shoko Mugikura und Tim Ahrens, hat vor kurzem seinen Sitz nach Berlin verlegt. Gespannt darf man auf die angekündigte JAF&nbsp;Garamond sein, eine weitere Interpretation des Klassikers, die demnächst in 4 <a href="http://www.myfonts.de/2011/09/unsichtbar-1/#ahrens">optischen Größen</a> erscheinen soll.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1975" title="Soleil" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Soleil.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Sneak Peek: Die geometrische Sans-Serif des österreichischen Reading-Absolventen Wolfgang Homola wird in Kürze unter dem Namen Soleil bei <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Type-Together/?refby=mfde">TypeTogether</a> veröffentlicht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1974" title="Kolonel Printinger" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Kolonel-Printinger.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Wenn es um Schrift in Österreich geht, sind die umtriebigen <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Typejockeys/?refby=mfde">Typejockeys</a> meist nicht weit: In Raabs stellen sie ein neues <a href="http://www.thegap.at/creativestories/artikel/praegedruck-haptik-in-schickem-design/">Letterpress-Kooperationsprojekt</a> vor und bewerben <a href="http://www.kolonelprintinger.at/">Kolonel Printinger</a> mit einem wunderschönen Lesezeichen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1976" title="Great Ideas" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Great-Ideas.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Praktisch und schick: Hauptsponsor Antalis hat ein Notizbüchlein mit diversen Papiersorten beigesteuert, verziert mit der kostenlos erhältlichen Schriftsippe <a href="http://www.typofonderie.com/alphabets/view/AWConqueror">AW&nbsp;Conqueror</a> aus dem Hause <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Porchez_Typofonderie/?refby=mfde">Porchez Typofonderie</a>.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1977" title="Büchertisch" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Büchertisch.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Für den Büchertisch wurde zentnerweise typografische Fachliteratur ins Waldviertel gekarrt. Auch die Publikationen einiger Symposionssprecher können hier erworben werden, um sich so zu Hause weiter in die Materie zu vertiefen.</p>
<h2 id="servus" style="margin-top: 2em;">Servus Raabs!</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1978" title="Die Organisatoren" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Die-Organisatoren.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Die Organisatoren nehmen den wohlverdienten Applaus für ein rundum gelungenes Symposion entgegen: Martin Tiefenthaler, Karen Gröbner und Erich Monitzer von der tga.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1979" title="Renaissancehof" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Renaissancehof.jpg" alt="" width="504" height="353" /></p>
<p>Die Besonderheit von ›unsichtbar‹ ist der gelungene Brückenschlag von Wissenschaft und Gestaltung. Auch wenn sich ein paar Aspekte wiederholten und manche Abbildung mehrmals vorkam, waren die Vorträge insgesamt doch wunderbar komplementär und ließen sich teils als direkter Dialog verfolgen, mit fruchtbaren Bezügen, Ergänzungen und Einsprüchen.</p>
<p>Lobenswert ist vor allen Dingen das entschleunigte Programm, mit nur wenigen Punkten pro Tag. Anders als bei vielen anderen Konferenzen gab es keine parallell laufenden Veranstaltungen. So waren praktisch alle Teilnehmer bei allen Vorträgen dabei und konnten sich in den großzügig gehaltenen Zwischenphasen entsprechend über das Gehörte und Gesehene austauschen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1980" title="Servus Raabs" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Servus-Raabs.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Deutlich lesbar, dennoch nicht schön: Raabs ist vorbei, zumindest für dieses Jahr. Das Warten auf 2014 (?) beginnt – ein Warten voller Vorfreude. Danke, tga!</p>
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		<title>unsichtbar – Bericht aus Raabs, Teil 1</title>
		<link>http://www.myfonts.de/2011/09/unsichtbar-1/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 10:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Hardwig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Für das letzte Augustwochenende hatte die Typographische Gesellschaft Austria (tga) ins idyllisch gelegene Raabs an der Thaya geladen (siehe Ankündigung): Vier Tage lang sollte es unter dem Titel ›unsichtbar‹ darum gehen, das Wunder des Lesens zu enträtseln. Viele Typografinnen und Typografen, Schriftgestalterinnen und Schriftgestalter v.a. aus Österreich, Deutschland und der Schweiz waren dem Ruf gefolgt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/unsichtbar.png" alt="" title="unsichtbar" width="503" height="330" class="alignnone size-full wp-image-1917" /></p>
<p>Für das letzte Augustwochenende hatte die Typographische Gesellschaft Austria (tga) ins idyllisch gelegene Raabs an der Thaya geladen (siehe <a href="http://www.myfonts.de/2011/06/unsichtbar/">Ankündigung</a>): Vier Tage lang sollte es unter dem Titel ›unsichtbar‹ darum gehen, das Wunder des Lesens zu enträtseln. Viele Typografinnen und Typografen, Schriftgestalterinnen und Schriftgestalter v.a. aus Österreich, Deutschland und der Schweiz waren dem Ruf gefolgt. Vor romantischer Ritterburg-Kulisse und in sommerlich-entspannter Atmosphäre wurde das Thema Lesbarkeit gründlich durchleuchtet.<br />
<span id="more-1916"></span></p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Schloss-Raabs.jpg" alt="" title="Schloss Raabs" width="504" height="756" class="alignnone size-full wp-image-1918" /></p>
<p class="caption">Stilecht wird die Tagung eingeläutet – das Publikum folgt dem Signal der Kuhglocke und begibt sich Richtung Rittersaal.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Rittersaal.jpg" alt="" title="Rittersaal" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1919" /></p>
<h2 id="wendt" style="margin-top: 2em;">Neuro-Recycling und typografische Invarianten</h2>
<p>Eröffnet wird das Symposion am Donnerstagabend mit dem Vortrag des Hamburger Psychologen <strong>Dirk Wendt</strong>. Der langjährige Kieler Professor gibt zunächst einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zu den physiologischen Grundlagen des Leseprozesses und empfiehlt dazu zwei Standardwerke, <a href="http://www.amazon.de/Reading-Brain-Science-Evolution-Invention/dp/0670021105/ref=nosim?tag=myfode-21"><em>Reading in the Brain</em></a> von Stanislas Dehaene und <a href="http://www.amazon.de/Das-lesende-Gehirn-unseren-bewirkt/dp/3827427479/ref=nosim?tag=myfode-21"><em>Das lesende Gehirn</em></a> von <a href="#wolf">Maryanne Wolf</a>.</p>
<p>Das Auge ist ein unvollkommener optischer Apparat, mit dem wir immer nur einen kleinen Bereich scharf sehen können. Beim Lesen bewegt sich das Auge in einem Wechsel aus Fixationen und Ruckbewegungen (Sakkaden) über die Zeile (siehe dazu auch <a href="http://www.typografie.info/2/wiki.php?title=Wie_man_liest">das Wiki von Typografie.info</a>). Beim Zeilenwechsel muss das Auge springen. Je länger die Zeile, desto weniger Sprünge – desto weiter aber auch der Sprung. Was für Typografen eine Binsenweisheit ist, haben Forscher untermauert: Zeilen dürfen nicht zu lang und nicht zu kurz sein. Den Zeilenabstand ein wenig zu erhöhen verbessert die Lesbarkeit (Tinker und Paterson, 1949).</p>
<p>Der Mensch ist zum Lesen nicht geboren. Ursprünglich hat sich unser Auge für das Wahrnehmen von Objekten entwickelt. Neuronale Verschaltungen ermöglichen es uns, auch Buchstaben- und Wortformen zu erkennen. Spezielle Zellen erfassen Kanten, andere sind für dunkle und helle Linien, wieder andere für Richtung zuständig. Für die evolutionsgeschichtlich neue Aufgabe des Lesens werden beim Lesenlernen die angeborenen Strukturen zunehmend umfunktioniert.</p>
<p>Wörter erkennen wir zum einem phonologisch (über die Laute), zum anderen semantisch – über ein inneres Lexikon mit bis zu 50.000 Wortformen. Die Verarbeitung der Sinnesreize ist keine Einbahnstraße vom Elementaren zum Höheren (Striche/Merkmale → Buchstaben → Wörter), sondern steht in Wechselwirkung mit Erwartungen, die aus dem Kontext heraus gemacht werden. Mit zunehmender Lese-Erfahrung werden Invarianten gebildet: Wir erkennen Buchstaben in verschiedener Ausformung, ein ›a‹ kann versal, gemein, fett, kursiv, geometrisch oder verschnörkelt sein, es bleibt entschlüsselbar. Allerdings fallen uns nicht alle Formen gleich leicht – je vertrauter, desto besser.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Dirk-Wendt.jpg" alt="" title="Dirk Wendt" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1920" /></p>
<p>Im zweiten Teil will Wendt aufzeigen, mit welchen methodischen Problemen die Lesbarkeitsforschung zu kämpfen hat und gibt eine kleine Empirie-Einführung. Dieser Part fällt etwas trocken aus, vor lauter Formeln und Fachbegriffen wie Streuung, Standardfehler und Gaußsche Normalverteilung geht die eigentliche, wenig überraschende Botschaft fast unter: Um zuverlässige Aussagen treffen zu können, müsse die Testgruppe eine bestimmte Mindestgröße haben. Ganz am Ende erst wird es konkret: Welche Schrift lässt sich am schnellsten lesen? Je 8 Garnituren der Futura und der Berthold Bodoni wurden verglichen. Die Grotesk schnitt geringfügig besser ab als die Antiqua, leichte Schnitte besser als fette. Für genauere Ausführungen und Nachfragen (Gleiche Punktgröße oder gleiche x-Höhe? Zeilenlänge, Durchschuss, Umraum? – für die anwesenden Typografen essentiell) bleibt leider keine Zeit mehr. Das sei Teil eines anderen Vortrags, welcher in dem 2000 von der <a href="http://www.tgm-online.de/tgm/">Typographischen Gesellschaft München</a> herausgegebenen Band <em>Lesen Erkennen</em> publiziert wurde.</p>
<h2 id="glyphs" style="margin-top: 2em;">Schrägkegel auf Knopfdruck</h2>
<p>Der Freitag beginnt mit einem technischen Exkurs: <strong>Georg Seifert</strong> stellt seinen Font-Editor <a href="http://glyphsapp.com/">Glyphs</a> vor. Als Typedesigner vermisste Georg ein Werkzeug, das auf die eigentliche Gestaltung fokussiert. Kurzerhand konzipierte er also selbst ein solches Programm. Mit Glyphs werde insbesondere das Zeichnen und Zurichten der Zeichenformen beschleunigt und vereinfacht, während Postprocessing-Aufgaben wie TrueType-Hinting bewusst ausgeklammert bleiben.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Rostrot-und-Rosenrot.jpg" alt="" title="Rostrot und Rosenrot" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1921" /></p>
<p class="caption">Wenn er nicht gerade an Glyphs programmiert, gestaltet <a href="http://new.myfonts.com/person/Georg_Seifert/?refby=mfde">Georg Seifert</a> Schriften. Hier das Pärchen Rostrot und Rosenrot, eine an der Bauhaus-Universität Weimar entstandene Studienarbeit, die der Frage nachgeht, wie Frakturschriften heute aussähen, wäre ihre Entwicklung nicht unterbrochen worden.</p>
<p>Zu den vielen, erfreulich intuitiv bedienbaren Funktionen zählt die Möglichkeit, mehrere Kurvenpunkte gleichzeitig zu bewegen. Einzelne Bauteile wie etwa der Balken des A können – nachträglich – aus der Gesamtform gelöst werden, um Änderungen der Position oder Strichstärke vorzunehmen. Um das Bestimmen von Vor- und Nachbreite für kursive Zeichen zu erleichtern, erlaubt Glyphs nicht-rechtwinklige Metrik – sozusagen digitale Schrägkegel. Eine besonders große Zeitersparnis sei bei diakritischen Zeichen zu erzielen. Sollen Umlaut, Akut, Gravis etc. etwa ein wenig höher, muss man nicht jedes Element einzeln bewegen. Über einen Ankerpunkt werden bei Bedarf alle Akzente gemeinsam verschoben. Durch Kopplung verwandter Zeichen können Kerning-Werte ›vererbt‹ werden, Wird das A unterschnitten, gilt diese Änderung automatisch auch für Ä oder Å. Viel Potential hat zudem die Verschachtelung von Komponenten. So lassen sich wiederholt vorkommende Formen wie Serifen ›auslagern‹. Wird die Komponente bearbeitet, wirkt sich die Änderung auf sämtliche Instanzen aus. </p>
<p>Die Stärke des Programms liegt sicherlich in der gut durchdachten und -gestalteten Oberfläche. Viele unscheinbar klingende Ideen sind Gold wert: Die Buchstaben werden mit Nachbarn angezeigt; man gestaltet die Zeichen also nicht isoliert, sondern stets im Kontext eines Wortbilds. Per Tab-Taste kann von Punkt zu Punkt den Pfad entlang gesprungen werden. Über ein Layout-Panel lasen sich blitzschnell Alternativversionen anlegen und vergleichen. Bei Multiple-Master-Projekten sind die einzelnen Master per Tastaturbefehl wählbar. Ganz neu ist die Integration einer OpenType-Layout-Engine, um Features wie Bruchziffern oder Ligaturen live zu testen. Auch die beliebten <a href="http://remix-tools.com/">RMX-Tools</a> von Tim Ahrens – ein Set hilfreicher Scripts, z.B. zum automatischen Generieren echter (in der Strichstärke angepasster) Kapitälchen – können nun in Glyphs verwendet werden. </p>
<p>Das Publikum ist sichtlich beeindruckt. »Das ist ja so, wie die Kunden immer sagen: ›Ihr habt doch einen Computer, das geht doch auf Knopfdruck‹«, so Clemens Schedler. Friedrich Forssman sieht durch Georgs Talent bald auch seinen Berufsstand bedroht: »Schreibe nie ein Layout-Programm! Ich will, dass das eine Geheimwissenschaft bleibt.« »Du sagtest, Du möchtest FontLab nicht ersetzen. Was genau ersetzt Glyphs denn <em>nicht?</em>«, möchte Jan Middendorp wissen. Georg: »Alles, was ein anderes Format als OTF ist.« — »Also die Vergangenheit!«</p>
<h2 id="ahrens" style="margin-top: 2em;">Raumfrequenzen im Rittersaal</h2>
<p><strong>Tim Ahrens</strong> hat während seines Master-Studiums in Reading die Geschichte von <a href="http://new.myfonts.com/search/tag%3A%22optical+sizes%22/fonts/?refby=mfde">Schriften mit optischen Größen</a> (<em>optical sizes</em>) – also für bestimmte Grade optimierte Fonts – untersucht und die bei diesen Anpassungen verwendeten Prinzipien beschrieben. So werden bei Schnitten, die für kleine Größen gedacht sind, die Ober- und Unterlängen eingekürzt und die Punzen (Binnenräume) vergrößert. Sie laufen breiter und luftiger. Ihre Strichstärke ist kräftiger, der Dick-Dünn-Kontrast reduziert. Charakteristische Merkmale werden entweder durch Überzeichnung verstärkt, oder aber unterdrückt. <em>En detail</em> ist das in Ahrens’ <a href="http://markbattypublisher.com/books/typography-monographs-volume-2-size-specific-adjustments-to-type-designs-an-investigation-of-the-principles-guiding-the-design-of-optical-sizes/">2009 erschienenem Buch</a> nachzulesen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Optische-Größen.jpg" alt="" title="Optische Größen" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1922" /></p>
<p class="caption">Neben der Analyse historischer Beispiele aus dem Bleisatz führte <a href="http://new.myfonts.com/person/Tim_Ahrens/?refby=mfde">Tim Ahrens</a> auch eine Befragung von Schriftdesignern durch. Robert Slimbach, Gestalter gleich <a href="http://new.myfonts.com/search/tag%3A%22optical+sizes%22+designer%3A%28Robert+Slimbach%29/fonts/?refby=mfde">mehrerer Familien mit optischen Größen</a>, findet, dass kleine Größen möglichst gleichmäßig verteilte Innen- und Außenformen erfordern. In großen Graden dagegen könne man sich den »Luxus der Asymmetrie« leisten und durch Unterschiede Spannung erzeugen.</p>
<p>Mathematisch gesehen sind Bilder und Klänge ähnlich: Beide lassen sich in Frequenzen zerlegen. In der Typografie entspricht die Raumfrequenz der Rate, mit der zwischen Schwarz und Weiß gewechselt wird. Wenn etwas verkleinert oder beschleunigt wird, verschieben sich die Frequenzen nach oben, bei Raum- ebenso wie bei Klangfrequenzen. Eine kleiner skalierte  Schriftzeile entspricht also einer Tonaufnahme, die mit zu hoher Geschwindigkeit abgespielt wird: Sie klingt unnatürlich hoch und gequetscht, wie eine Mickey-Maus-Stimme. Wird Schrift linear vergrößert, kommt das einer Verlangsamung gleich: Die Stimme klingt dumpf und überdehnt. Folglich müssen beim Gestalten optischer Schriftgrößen Formen gefunden werden, die langsam und gleichzeitig elegant ›sprechen‹, oder, am anderen Ende des Spektrums, schnell, aber deutlich, so Tim Ahrens. Wer diese einleuchtende Analogie selbst nachvollziehen möchte, findet auf der <a href="http://old.atypi.org/04_Petersburg/20_main_program/view_presentation_html%3Fpresentid=479.html">ATypI-Website</a> ein <a href="http://old.atypi.org/eventfiles/StPetersburg_Ahrens_OpticalSizes_paper.pdf">PDF</a> mit den beschriebenen Hörbeispielen (S. 7).</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Frequenzkanäle.jpg" alt="" title="Frequenzkanäle" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1923" /></p>
<p class="caption">Unschärfe entspricht dem Wegfiltern bestimmter Frequenzen. Welche Frequenzen wir wahrnehmen, hängt von der Größe ab. Betrachten wir dieses Bild aus geringer Entfernung, dominiert das F mit seinen scharfen Konturen. Bei zunehmender Distanz tritt zunächst das E in den Vordergrund. Bei noch größerem Abstand ist nur noch das D zu sehen, welches anfangs kaum auszumachen war, während das F verschwindet.</p>
<h2 id="forssman" style="margin-top: 2em;">Das magische Quadrat</h2>
<p><strong>Friedrich Forssman</strong> hält nichts von wissenschaftlichen Lesbarkeits&shy;unter&shy;suchungen. Sie seien vollkommen irrelevant für die typografische Praxis. In den Testreihen, die einzelne Schriftarten miteinander vergleichen, blieben so viele Parameter unberücksichtigt, dass diese Überkomplexität die ohnehin dürftigen Ergebnisse unheilbar beschädigten. »Wo die Trivialitäten enden, fängt das Schwimmen an«, so der vielfach ausgezeichnete Buchgestalter.  Nur 10 bis 15 Prozent der Arbeitszeit eines Typografen würden auf Dinge verwendet, die dem Leser – bewusst oder unbewusst wahrgenommen – dienen. 80 Prozent des Aufwands seien für Kollegen. Und ein kostbarer Rest von vielleicht 5 Prozent mache man nur für sich selbst. </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Friedrich-Forssman.jpg" alt="" title="Friedrich Forssman" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1924" /></p>
<p class="caption">Der renommierte <a href="http://typefacts.com/der-typografische-kanon">Fachbuchautor</a> teilt aus und hat sichtlich Spaß an seinen polemischen Ausführungen.</p>
<p>Forssman beschreibt ein magisches Quadrat, das den Kern jeder typografischen Gestaltung bestimmt: Im Zusammenspiel von Zeilenabstand und Schriftgrad, Spaltenbreite und Laufweite gibt es einen Punkt, an dem die Schrift »einrastet«. Was man über die Gestaltung lesbarer Texte wissen muss, könne man aus der Geschichte lernen. In Anbetracht der seit Aldus Manutius im Wesentlichen unveränderten Grundregeln sei es mit der Typografie wie mit Russland: In 5 Jahren ändert sich alles, in 200 Jahren nichts. Zwar ist die zeitgenössische Gestaltung eklektizistisch, doch ein Freund des Alles-geht ist Forssman nicht. Im Gegenteil, Dogmen empfindet er als sehr fruchtbar, insbesondere, wenn es sich um dualistische handelt, wie etwa die der konkurrierenden Schweizer Schulen oder der beiden Lager im Fraktur-Antiqua-Streit.</p>
<p>In seiner eigenen Arbeit verfolgt er die Strategie der »gemäßigten Mimese«, durch Einbringen von Temporalkolorit – also gestalterische Verweise auf die Entstehungszeit des Textes – will er »Wärme-Effekte« erzeugen. Forssman plädiert dafür, sich historisch zu bilden, denn wer sich in der Entwicklung der Typografie nicht auskennt, »läuft Gefahr, in einem banalen Heute gefangen zu bleiben«. Die zunehmende Theoretisierung in der Designausbildung sieht er dagegen mehr als skeptisch. Deleuze, Foucault &#038; Co. verwirrten angehende Gestalter nur unnötig. »Muss denn ein Vogel Ornithologe sein?«</p>
<h2 id="wolf" style="margin-top: 2em;">The Deep Reading Brain</h2>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Maryanne-Wolf.jpg" alt="" title="Maryanne Wolf" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1925" /></p>
<p>Der enthusiastische Vortrag von <strong>Maryanne Wolf</strong> bildet den Abschluss des zweiten Tages. Die Leiterin des Center for Reading and Language Research an der Tufts University betont, dass wir einen Text nie ›neutral‹ lesen können, sondern ihn stets verändern, weil wir uns selbst miteinbringen. Wer ein Buch im Lauf seines Lebens mehrmals gelesen hat, wird es jedes Mal anders aufgenommen haben – unsere Erfahrungen verändern die Assoziationen.</p>
<p>Für das Lesen gibt es keine Gene, das Hirn kennt kein ›Lesezentrum‹. Jeder Mensch muss es neu erlernen. Interessanterweise lässt sich bei Chinesen während des Lesens auch Aktivität in den für Motorik zuständigen Hirnregionen feststellen, während das bei lautbasierten Alphabetsprachen nicht der Fall ist. Hirnforscher sehen das Lesenlernen als beispielhaft für die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, sich für neue Aufgaben umzubilden. </p>
<p>Verschiedene Faktoren spielen im komplexen Leseprozess eine Rolle: Phoneme, Rechtschreibung, Semantik, Syntax. Bei Legasthenikern ist das Lesen mehrfach verzögert: für die visuelle Zeichenerkennung, die wort-spezifische Aktivierung, die Lautverarbeitung und die semantische Verarbeitung brauchen sie jeweils länger als normale Leser.</p>
<p>Aktuell findet eine massive Verschiebung der Lesegewohnheiten statt: Mehr Texte werden am Bildschirm gelesen. Schon heute verwenden Jugendliche 6 bis 8 Stunden auf den Konsum digitaler Medien. Online-Informationen sind unmittelbar, von endlosem Umfang und oft nach Popularität gewichtet. Uns bestimmt aber nicht nur, was wir lesen, sondern auch, <em>wie</em> wir lesen. Das Medium bildet sich im Gehirn ab, so Wolf. Welche Auswirkungen haben die Veränderungen für Leseanfänger und die intellektuelle Entwicklung unserer Spezies? Stirbt <a href="http://www.pulse-berlin.com/index.php?id=160">vertieftes Lesen</a> in der Google-Ära aus? </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/09/Im-Schlosshof.jpg" alt="" title="Im Schlosshof" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1926" /></p>
<p>Teil 2 des Berichts mit den Vorträgen von Martin Tiefenthaler, Rainer E. Scheichelbauer und Markus Sterz, Ann Bessemans, Luc(as) de Groot, Kevin Larson und Jost Hochuli <a href="http://www.myfonts.de/2011/09/unsichtbar-2/">ist hier zu finden</a>.</p>
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		<title>TypeTalks2 in Posen</title>
		<link>http://www.myfonts.de/2011/06/typetalks2/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 08:14:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Hardwig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Vergangenes Wochenende, am 18. und 19. Juni, fanden im polnischen Posen die TypeTalks statt (siehe Ankündigung auf MyFonts.de). Rund 100 Gäste kamen in die schöne Stadt an der Warthe, um sich Ausstellungen und Vorträge anzusehen und ausgiebig über Schrift und Typografie zu diskutieren. Typedesign-Ausstellung Eingeleitet werden die TypeTalks mit der Eröffnung einer Ausstellung in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Posen-1.jpg" alt="" title="Posen" width="504" height="373" class="alignnone size-full wp-image-1787" /></p>
<p>Vergangenes Wochenende, am 18. und 19. Juni, fanden im polnischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Posen">Posen</a> die TypeTalks statt (siehe <a href="http://www.myfonts.de/2011/05/typetalks2-posen/">Ankündigung auf MyFonts.de</a>). Rund 100 Gäste kamen in die schöne Stadt an der Warthe, um sich Ausstellungen und Vorträge anzusehen und ausgiebig über Schrift und Typografie zu diskutieren.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Posen-2.jpg" alt="" title="Am Alten Markt in Posen" width="504" height="278" class="alignnone size-full wp-image-1788" /><br />
<span id="more-1785"></span></p>
<h2 id="szyperska" style="padding-top: 1em;">Typedesign-Ausstellung</h2>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Spectra.jpg" alt="" title="Spectra" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1789" /></p>
<p>Eingeleitet werden die TypeTalks mit der Eröffnung einer Ausstellung in der Galerie Szyperska. Zu sehen sind studentische Arbeiten des von <a href="http://new.myfonts.com/person/K._Kochnowicz/?refby=mfde">Prof. Krzysztof Kochnowicz</a> geleiteten <a href="http://typo.com.pl/english.html">Studios für Schrift und Typografie</a>.</p>
<p class="caption">Oben: Die 9&nbsp;Strichstärken von <a href="http://www.kurzajewski.com/">Kamil Kurzajewskis</a> Spectra</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Signika.png" alt="" title="Signika" width="504" height="381" class="alignnone size-full wp-image-1790" />
<p class="caption">Eindeutig erkennbare, Spiekermannsche Zeichenformen, gepaart mit »weichen« Details: <a href="http://www.ancymonic.com/Projects/signika.html">Signika</a> von Anna Giedryś ist eine ungewöhnlich sanfte Schrift für Wegeleitsysteme.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/In-der-Ausstellung-3.jpg" alt="" title="In der Ausstellung" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1791" /><br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Kursive.jpg" alt="" title="Kursive" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1792" /></p>
<p class="caption">Zackige, kaum geneigte Kursive – der Entwurf von Agata Pietraszko steht in der <a href="http://rosettatype.com/index.php?action=portal/viewContent&#038;cntId_content=2901">Tradition tschechischer Gestalter</a> wie <a href="http://new.myfonts.com/person/Oldrich_Menhart/?refby=mfde">Menhart</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Vojtech_Preissig/?refby=mfde">Preissig</a> oder <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/maiola/?refby=mfde">Burian</a>.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/In-der-Ausstellung-1.jpg" alt="" title="In der Ausstellung" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1793" /><br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Element.jpg" alt="" title="Element" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1794" />
<p class="caption">Serifen inspiriert von der <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/skolar/?refby=mfde">Skolar</a> und tiefe Ansätze bei der Kursiven sind die Formmerkmale der Element von <a href="http://typolis.pl/">Szymon Sznajder</a>.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/In-der-Ausstellung-2.jpg" alt="" title="In der Ausstellung" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1795" /><br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Fraktur.jpg" alt="" title="Fraktur" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1796" />
<p class="caption">Versuch einer vereinfachten Fraktur von Anna Czuż</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Hippie.jpg" alt="" title="Hippie" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1797" />
<p class="caption"><a href="http://www.behance.net/gallery/Hippie-font/552064">Hippie</a> – eine fidele, energetisch-gelockte Displayschrift von Agata Pietraszko</p>
<h2 id="typeshorts" style="padding-top: 1em;">TypeShorts</h2>
<p>Am Samstag abend geht es weiter mit TypeShorts – zehn je 5-minütigen Kurzvorträgen. Den Anfang macht <a href="http://www.forthehearts.net/">Claus Eggers Sørensen</a>, der über die Besonderheiten von Smartphones und anderen kleinformatigen Pixelmedien spricht. Da hier kein Platz für Extra-Brandingelemente bleibt und die sichtbare Navigation auf das Nötigste reduziert werden muss, kommt der Typografie eine größere Rolle zu. Schrift kommuniziert nicht nur den Inhalt, sondern ist zudem verstärkt Orientierungshilfe und Träger der Markenidentität.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Viktoriya.jpg" alt="" title="Viktoriya" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1798" /></p>
<p><a href="http://www.vikaniesiada.blogspot.com/">Viktoriya Gadomska-Grabowska</a> zeigt drei ihrer Schriftentwürfe. Fjord (oben) ist eine kontrastarme Antiqua-Familie, <a href="http://www.behance.net/gallery/Armata-Font/373794">Armata</a> eine der derzeit so beliebten <a href="http://new.myfonts.com/search/tag%3Asquarish+tag%3Asans-serif/fonts/?refby=mfde">recht&shy;eckigen Groteskschriften</a>. Die unten gezeigte, in wenigen kantigen Strichen gezeichnete und wie in Stein gehauen erscheinende Serifenlose heißt <a href="http://www.behance.net/gallery/Jackson-Font/121015">Jackson</a>.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Jackson.jpg" alt="" title="Jackson" width="504" height="345" class="alignnone size-full wp-image-1799" /></p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Dan.jpg" alt="" title="Dan" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1800" /></p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/person/Dan_Reynolds/?refby=mfde">Dan Reynolds</a> erzählt, welche Auftraggeber ihm am liebsten sind. Hier sieht man ihn vor einer Seite aus dem <a href="http://www.gutenberg-gesellschaft.de/index.php?id=35">Gutenberg-Jahrbuch</a>. Der Typograf Ralf de Jong wollte dafür die <a href="http://www.designmadeingermany.de/magazin/4/malabar/">Malabar</a> verwenden. Als sich herausstellte, dass diese für den Zeitungssatz konzipierte Schrift eigentlich zu dunkel und zu kompakt ist, wurde Reynolds kurzerhand mit der Erstellung eines leichteren Buch-Schnitts mit verlängerten Ober- und Unterlängen beauftragt.</p>
<p><a href="http://wojtekzajac.com/">Wojciech Zając</a> fasst kurz zusammen, was Webdesigner über das Einbetten von Fonts wissen sollten.</p>
<p>Angelika Kaltenbrunner präsentiert ein <a href="http://www.somethingsimade.com/three-dimensional/a-three-dimensional-poster/">dreidimensionales Typo-Poster</a>. Die maßgearbeiteten Stanzbuchstaben werden so aus der Fläche herausgeklappt, dass von allen Perspektiven aus Wörter zu lesen sind. Auch die Stanzlöcher selbst ergeben neue Wörter. Für diese ausgetüftelte Minimalismus-Spielerei wurde die österreichische Designerin mit einem Red-Dot-Award ausgezeichnet.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Jakub.jpg" alt="" title="Jakub" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1801" /></p>
<p><a href="http://footro.pl/photoscapes/">Kuba Rudziński</a>, Absolvent der Krakauer Akademie, zeigt sein fotografisches Diplomprojekt <a href="http://www.printcontrol.pl/?section=young">über Schrift auf Fenstern</a>.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Meskalina.jpg" alt="" title="Meskalina" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1802" />
<p class="caption">Das Publikum in der Kaffeebar <a href="http://www.meskalina.com/">Meskalina</a> verfolgt die kurzweiligen TypeShorts.</p>
<p>David Březina stellt das Programm der <a href="http://rosettatype.com/">Rosetta Type Foundry</a> vor. Diese 2010 gestartete Kooperation konzentriert sich auf die Veröffentlichung von Fonts, die mehrere Schriftsysteme unterstützen und dabei technisch wie ästhetisch beste Qualität bieten.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Neacademia.jpg" alt="" title="Neacademia" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1803" /></p>
<p class="caption">Neacademia ist eine zeitgenössische Interpretation der Schriften von <a href="http://new.myfonts.com/person/Francesco_Griffo/?refby=mfde">Francesco Griffo</a>, die dieser im 15. Jahrhundert für den venezianischen Drucker Aldus Manutius schnitt. Das Besondere von Sergei Egorovs Version: Neacademia umfasst auch kyrillische Zeichen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Arek-Armenian.jpg" alt="" title="Arek Armenian" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1804" /></p>
<p class="caption">Demnächst bei Rosetta: Arek, eine kalligrafische Armenisch. Dieses von westlichen Font&shy;herstellern oft vernachlässigte Schriftsystem kennt traditionell keine typografische Kursive. Khajag Apelian hat Arek mit einer Italic versehen, um die Lücke in der Palette der Differen&shy;zierungs&shy;möglichkeiten zu schließen. Auf Armenotype ist ein <a href="http://armenotype.com/2010/10/interview-khajag-apelian/">Interview mit Apelian</a> zu lesen.</p>
<p>Der Open-Source-Missionar <a href="http://understandingfonts.com/">Dave Crossland</a> führt eine Menge Zahlen an, die den Erfolg der <a href="http://www.google.com/webfonts">Google-Webfonts</a> belegen sollen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Kamil.jpg" alt="" title="Kamil" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1805" /></p>
<p>Der Posener Schriftgestalter <a href="http://www.kurzajewski.com/">Kamil Kurzajewski</a> hat seine Spectra mit zahlreichen Alternativformen versehen, darunter ein ausgespartes @-Zeichen für den fettesten Schnitt.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/12015997?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="503" height="283" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Den Abschluss macht der Prager Bewegtbild-Designer <a href="http://www.vitzemcik.com/">Vít Zemčík</a> mit einer Vorführung seiner typografisch geprägten Clips.</p>
<h2 id="typetalks" style="padding-top: 1em;">TypeTalks</h2>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Vor-dem-Start.jpg" alt="" title="Vor dem Start" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1806" /></p>
<p class="caption">Vorfreude am Sonntag morgen – in der Galerie der Kunsthochschule stehen die Stuhlreihen bereit. Um 10 Uhr beginnen hier die eigentlichen TypeTalks.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Trump.jpg" alt="" title="Trump" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-1807" /></p>
<p>Den Anfang macht <a href="http://kupferschrift.de">Indra Kupferschmid</a>. Die Saarbrücker Typo-Professorin hat einst antiquarisch eine Mappe erstanden. Neben einem Schwung alter Specimen fand sich darin auch ein kleiner schrifthistorischer Schatz: <a href="http://www.flickr.com/photos/kupfers/5821040460/in/photostream">Alternativ&shy;entwürfe, Probedrucke und unvollendete Schriften</a> – allesamt von <a href="http://new.myfonts.com/person/Georg_Trump/?refby=mfde">Georg Trump</a>. </p>
<p>Trump hatte gleich doppeltes Pech: Kaum hat er sein Studium in Stuttgart begonnen, bricht der Erste Weltkrieg aus. Als er später dem Ruf <a href="http://new.myfonts.com/person/Paul_Renner/?refby=mfde">Paul Renners</a> folgt und an der Münchner Meisterschule lehrt, werden seine Karrierepläne erneut durchkreuzt – ein weiteres Mal muss er in den Krieg. Trotzdem wird Trump zu einem der produktivsten deutschen Schriftgestalter. Besonders in den 50er und 60er Jahren ist sein Schaffen beeindruckend; so gut wie jedes Jahr bringt er eine neue Schrift heraus.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Fette-Antiqua-Kursiv.jpg" alt="" title="Fette-Antiqua-Kursiv" width="504" height="287" class="alignnone size-full wp-image-1808" />
<p class="caption">Fette Antiqua-Kursiv – Proben zu einer unveröffentlichten Schrift. Abb.: <a href="http://www.flickr.com/photos/kupfers/5815460412/in/photostream/">Indra Kupferschmid</a></p>
<p>Stilistisch kennt Trump keine Berührungsängste – von der <a href="http://new.myfonts.com/fonts/rmu/amati-pro/?refby=mfde">klassizistisch-strengen Amati</a> über die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/linotype/codex/?refby=mfde">leger-handschriftliche Codex</a> bis hin zur aparten <a href="http://new.myfonts.com/fonts/canadatype/trump-gothic/?refby=mfde">Groteskschrift Signum</a> ist alles dabei. Dazwischen macht er immer wieder Schreibschriften: die exzentrische <a href="http://new.myfonts.com/fonts/canadatype/trump-script/?refby=mfde">Jaguar</a>, die beinahe aufrechte <a href="http://new.myfonts.com/fonts/adobe/delphin/?refby=mfde">Delphin</a> oder die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/urw/time-script/?refby=mfde">Time Script</a> mit ihren drei Strichstärken. Stets sucht Trump dabei nach neuen, kreativen Lösungen – besonders gut zu beobachten bei Umlauten, &#038;-Zeichen und <a href="http://typefacts.com/artikel/grundlagen/anfuehrungszeichen">Guillemets</a>. In den Digitalisierungen seien diese Verrücktheiten leider allzu oft glattgebügelt worden, so Kupferschmid.</p>
<p>Im Anschluss verschafft Jacek Mrowczyk einen Überblick über die polnische Typedesign-Szene – angefangen bei den Konstruktivisten über <a href="http://new.myfonts.com/person/Bronislaw_Zelek/?refby=mfde">Bronislaw Zelek</a> mit seinen 70er-Displayfonts bis hin zu aktuellen Akteuren wie <a href="http://new.myfonts.com/person/Lukasz_Dziedzic/?refby=mfde">Łukasz Dziedzic</a> (siehe auch diese <a href="http://www.twardoch.com/download/poltype/">visuelle Übersicht</a> von Adam Twardoch). Leider endet die Zeitreise bei den bereits etablierten Figuren, die vielversprechenden Entwicklungen der allerjüngsten Zeit (<a href="#szyperska">siehe oben</a>) bleiben unerwähnt.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Grotesk-Polski.jpg" alt="" title="Grotesk Polski" width="500" height="459" class="alignnone size-full wp-image-1809" />
<p class="caption">Die in den 1920ern entstandene <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%B3%C5%82tawski-Antiqua">Antykwa Półtawskiego</a> gilt als Meilenstein der Schriftgeschichte Polens. Ihre Formen berücksichtigen die Besonderheiten der polnischen Sprache: Die gehäuft vorkommenden Buchstaben k,w, y sind rund gehalten, um die Zahl störender Diagonalen zu reduzieren. Artur Frankowski hat mit der <a href="http://fontarte.com/fonts/grotesk-polski/">Grotesk Polski</a> eine passende Serifenlose entworfen und die eigentümlichen Formen inklusive des »Kobra-g« beibehalten. Abb.: <a href="http://fontarte.com/fonts/grotesk-polski/">Artur Frankowski</a></p>
<p><img id="tiefenthaler" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Martin1.jpg" alt="" title="Martin" width="504" height="340" class="alignnone size-full wp-image-1829" /></p>
<p>Martin Tiefenthaler hat eine einleuchtende Theorie zur Relevanz von gut gemachter Typografie parat: Wenn der Stuhl drückt, wird der Mensch grantig. Dass die schlechte Laune vom unergonomischen Möbelstück kommt, ist den wenigsten bewusst. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Leseprozess. Wird das Auge beim Wechsel aus <a href="http://www.typografie.info/2/wiki.php?title=Wie_man_liest">Sakkaden und Fixationen</a> durch suboptimal gewählte Parameter (zu lange und zu enge Zeilen, unrhythmische Buchstaben- und Wortabstände etc.) zu vielen Regressionen gezwungen, färbt sich das – unterbewusst – auf die Rezeption des gelesenen Inhalts ab. Die typografische Form beeinflusst unsere emotionale Wahrnehmung – und ändert den Inhalt.</p>
<p>In einer <a href="http://www.thepsychologist.org.uk/archive/archive_home.cfm?volumeID=23&#038;editionID=185&#038;ArticleID=1629">Studie</a> von Hyunjin Song und Norbert Schwarz wurden Probanden in zwei Vergleichsgruppen ein gedrucktes Rezept vorgelegt. Nach der Lektüre fragte man sie, wie lange wohl die Zubereitung dauern würde und wie anspruchsvoll die Ausführung sei. Inhaltlich waren die Texte identisch, sie unterschieden sich lediglich durch die gewählte Schriftart. Die Gruppe mit der schlechter lesbaren Schrift schätzte Dauer und Schwierigkeitsgrad des Rezepts als signifikant höher ein. Was dagegen angenehm zu lesen ist, wird als leicht, schön, gut und wahr angesehen. In eigenen, ähnlich gelagerten Untersuchungen konnte Tiefenthaler diese Ergebnisse reproduzieren.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Kaffeepause-1.jpg" alt="" title="Kaffeepause" width="504" height="364" class="alignnone size-full wp-image-1811" /><br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Kaffeepause-2.jpg" alt="" title="Kaffeepause" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1812" /></p>
<p class="caption">SmallTypeTalk in der Kaffeepause</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Jasso.jpg" alt="" title="Jasso" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1813" /></p>
<p>Jasso Lamberg hat viele Jahre bei der größten finnischen Tageszeitung gearbeitet. Der Informationsgrafiker berichtet vom Alltag in dieser Branche, der von täglichen, unverrückbaren Abgabefristen und einer nicht selten geringen Wertschätzung der grafischen Arbeit geprägt ist. Viele Textautoren betrachten Bilder lediglich als Lückenfüller. Ihnen fehlt das Verständnis, wie viel Zeit für die Erstellung einer guten Grafik nötig ist. Auch lassen sie die in ihren Texten so hochgeschätzte Objektivität vermissen, sobald es »nur« um Diagramme geht.</p>
<p>In einer typischen Nachricht müssen die sechs journalistischen Ws untergebracht werden: Wer, was, wo, wann, warum, wie? Wenn manche dieser Fakten durch Illustrationen und Schaubilder beantwortet werden können, befreit das den Text von der Last, alles abdecken zu müssen. Dem Informationsdesigner kommt dabei eine große Verantwortung zu. Er ist der Sachwalter des Lesers und muss das von Experten gelieferte, teils hochkomplexe Wissen so herunterbrechen und in visuelle Form umwandeln, dass es vom Publikum verstanden wird.</p>
<p>Der »Transformer« – ein Begriff, der auf Isotype bzw. die Wiener Methode der Bildstatistik zurückgeht – handelt nicht allein und ist nicht unbedingt selbst der ausführende Illustrator. Bei Isotype etwa arbeiteten Marie und <a href="http://www.amazon.de/Hieroglyphics-Isotype-Visual-Autobiography/dp/0907259448ref=nosim?tag=myfode-21">Otto Neurath</a> eng mit dem Grafiker <a href="http://www.gerdarntz.org/">Gerd Arntz</a> zusammen. Wer mehr über das Prinzip der Erstellung von Isotype-Grafiken erfahren möchte, dem sei das kürzlich von Robin Kinross herausgegebene Buch <a href="http://www.amazon.de/Transformer-Principles-Making-Isotype-Charts/dp/0907259405ref=nosim?tag=myfode-21">The Transformer</a> ans Herz gelegt.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Lucas.jpg" alt="" title="Luc(as)" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1814" /></p>
<p class="caption">Faszination Kyrillisch: In der Kursiven nimmt der Buchstabe т eine Form an, die für uns Banausen wie ein Minuskel-m aussieht.</p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/person/Lucas_de_Groot/?refby=mfde">Luc(as) de Groot</a> nimmt uns mit auf einen Parforceritt durch sein bisheriges Schaffen. In einigen hundert Slides geht es von frühen Gemälden und dem Studium an der <span class="caps">KABK</span> zu seiner heutigen Tätigkeit als <a href="http://design.fh-potsdam.de/fachbereich/personen/portrait/groot-prof-lucas-de.html">Potsdamer Professor</a> und Leiter einer eigenen, auf große Fontfamilien für Zeitungen und Unternehmen spezialisierten <a href="http://new.myfonts.com/foundry/LucasFonts/?refby=mfde">Typefoundry</a> in Berlin.</p>
<p>Bei seiner Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung <a href="http://jungle-world.com/">Jungle World</a> führte De Groot ein Experiment durch: Über einen längeren Zeitraum wurden die Absätze stets abwechselnd in zwei – vom Grauwert recht ähnlichen, in den Details aber doch deutlich unterschiedlichen – Schriften gesetzt. Nie hat ein Leser dieses permanente Hin und Her zwischen <a href="http://new.myfonts.com/fonts/adobe/minion/?refby=mfde">Minion</a> und <a href="http://new.myfonts.com/fonts/agfa/news-plantin-mt/?refby=mfde">News Plantin</a> kritisiert oder auch nur angemerkt. Das – ernüchternde oder befreiende? – Fazit des Schriftgestalters: Zumindest bei kleiner Schrift auf grobem Papier spielen Details wie genaue Serifenform und Kurvenlauf kaum eine Rolle. Was dagegen wirklich einen Unterschied macht, sind Schriftgröße und Durchschuss.</p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/person/Adam_Twardoch/?refby=mfde">Adam Twardoch</a> wurde von der Stiftung Modernes Polen gebeten, bei der typografischen Aufbereitung der Online-Bibliothek <a href="http://www.wolnelektury.pl/katalog/">Wolne Lektury</a> zu helfen. Dieses mit dem Projekt Gutenberg vergleichbare Verzeichnis gemeinfreier polnischer Texte soll in verschiedenen Formaten (<span class="caps">PDF, HTML, EPUB</span>) v.a. für die Lektüre am Bildschirm ausgegeben werden. Die »Leiden des jungen Konverters«, wie Twardoch seinen Vortrag betitelt hat, bestanden darin, bei der Umwandlung des <span class="caps">XML</span>-Ausgangsmaterials eine möglichst umfassende Kontrolle über die typografische Qualität zu bewahren.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Adam.jpg" alt="" title="Adam" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1815" />
<p class="caption">Da das Endprodukt Open Source sein sollte, mussten auch alle »Zutaten« frei sein – einschließlich der Schrift. Auf der Suche nach einem geeigneten <span class="caps">GPL</span>-lizenzierten Font wurde Twardoch in der Junicode fündig. Die Open-Source-Regeln erlaubten es ihm, selbst Optimierungen vorzunehmen: So wurden die <a href="http://www.twardoch.com/download/polishhowto/index.html">polnischen Sonderzeichen verbessert</a> und der übergroße Zeichenvorrat auf das nötige Maß reduziert.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Linkse-hobby.jpg" alt="" title="Linkse hobby" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1820" /></p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/person/Akiem_Helmling/?refby=mfde">Akiem Helmling</a> erzählt von <a href="http://www.davidhorvitz.com/">David Horwitz</a>. Dieser Künstler bietet an, für einen Dollar eine Minute lang über den Geldgeber nachzudenken. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Slominski">Andreas Slominski</a> stellt eine gewöhnlich aussehende Ziegelmauer aus – das Besondere verrät der Titel der Arbeit, »Wall Built from Top to Bottom«. Auf dem Kasseler Friedrichsplatz liegt eine <a href="http://www.flickr.com/photos/nothinglefttoadjust/1471273173/">unscheinbare Metallscheibe</a>. Es ist aber keine Scheibe, sondern das Ende des vertikalen Erdkilometers, einer Arbeit von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_De_Maria">Walter De Maria</a>, der im Rahmen der documenta 6 ein tausend Meter tiefes Loch bohren ließ, um darin Messingstäbe zu versenken. All diesen Arbeiten ist gemein, dass das Unsichtbare ebenso wichtig ist wie das direkt Sichtbare. Prozesse zählen mehr als Resultate, what you see is <em>not</em> what you get.</p>
<p>Die aktuelle niederländische Regierung unter Beteiligung der Rechtspopulisten diffamiert alles, was nicht ihrer kurzsichtigen marktwirtschaftlichen Logik folgt, als »linkes Hobby«. Kunst und Kultur sehen sich mit <a href="http://slashart.nl/">massiven Einschnitten</a> konfrontiert. Auch das Den Haager <a href="http://www.meermanno.nl">Museum Meermanno</a>, ältestes Buchmuseum der Welt, ist wegen der neoliberalen Kürzungspolitik akut von der Schließung bedroht – weil es sich nicht allein aus den Eintrittsgeldern finanziert. Helmling, dessen Freundin Mare-José Sondeijker die Galerie <a href="http://www.west-denhaag.nl/">West</a> betreibt, sieht den blinden Sparkurs als Folge der auf bloße und schnelle Ergebnisse fokussierten <abbr class="caps" title="What you see is what you get">WYSIWYG</abbr>-Gesellschaft.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/MyFonts.jpg" alt="" title="MyFonts" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1816" />
<p class="caption">Keine Pinsel-, eine Besenschrift! Zwischenstand auf dem Weg zum <a href="http://blog.myfonts.com/blog/2009/1/7/a-new-logo-for-the-new-myfonts.html?refby=mfde">neuen MyFonts-Logo</a>, für welches Underware verantwortlich zeichnet.</p>
<h2 id="typetogether" style="padding-top: 1em;">TypeTogether-Ausstellung</h2>
<p>Beschlossen wird das offizielle TypeTalks-Programm mit dem Besuch der Galeria Słodownia. Dort ist eine Werkschau der noch jungen Foundry <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Type-Together/?refby=mfde">TypeTogether</a> zu sehen. Neben »Klassikern« wie <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/ronnia/?refby=mfde">Ronnia</a> und <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/karmina/?refby=mfde">Karmina</a> von den Gründern Veronika Burian und José Scaglione können dort auch neueste Veröffentlichungen von weniger bekannten Gestaltern bewundert werden, darunter die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/pollen/?refby=mfde">Pollen</a> (2011) von Eduardo Berliner oder die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/sirba/?refby=mfde">Sirba</a> (2010) von Nicolien van der Keur.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Rue-Display.jpg" alt="" title="Rue Display" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1817" /></p>
<p class="caption"><a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/rue-display/?refby=mfde">Rue Display</a> von <a href="http://new.myfonts.com/person/Winnie_Tan/?refby=mfde">Winnie Tan</a>, Schriftgestalterin aus Singapur</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Coranto-2.jpg" alt="" title="Coranto 2" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1818" /></p>
<p class="caption"><a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/coranto-2/?refby=mfde">Coranto 2</a>, erweiterte Überarbeitung der eleganten Zeitungsschrift von <a href="http://new.myfonts.com/person/Gerard_Unger/?refby=mfde">Gerard Unger</a></p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Anna-und-David.jpg" alt="" title="Anna und David" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1819" /></p>
<p>Herzlichen Dank für die professionelle Durchführung der zweiten TypeTalks an die Organisatoren <a href="http://ancymonic.com/">Anna Giedryś</a> und <a href="http://new.myfonts.com/person/David_B%C5%99ezina/?refby=mfde">David Březina</a>! Erneut war die Veranstaltung ein echtes Highlight – in Anbetracht der moderaten Teilnahmegebühr bieten die <a href="http://typetalks.org">TypeTalks</a> sogar das wohl beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Bereich der Typo-Events. So bleibt nur schwer nachzuvollziehen, warum sich nicht mehr Studentinnen und Studenten aus Potsdam, Berlin oder Leipzig auf den kurzen Weg nach Polen gemacht haben.</p>
<p>Tschüss Posen, cześć Poznań! Bis zum nächsten Jahr – dann voraussichtlich <a href="http://www.myfonts.de/2010/06/typetalks-brno-1/">wieder</a> im tschechischen Brno.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Fassade.jpg" alt="" title="Fassade" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1823" /></p>
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		</item>
		<item>
		<title>25.–28.8.: unsichtbar – Symposion der tga in Raabs (A)</title>
		<link>http://www.myfonts.de/2011/06/unsichtbar/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Jun 2011 06:54:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Hardwig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Ende August lädt die Typographische Gesellschaft Austria (tga) ins niederösterreichische Raabs an der Thaya. Auf der dortigen Burg, der wohl spektakulärsten Kulisse für eine Designveranstaltung, findet nach zwei Jahren Pause wieder ein Symposion statt, welches der Form des Buches, seinem Inhalt und seiner Lektüren gewidmet ist. Unter dem Titel »unsichtbar« geht es vier Tage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1765" title="Burg Raabs" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Burg-Raabs.jpg" alt="" width="504" height="685" /></p>
<p>Für Ende August lädt die Typographische Gesellschaft Austria (tga) ins niederösterreichische Raabs an der Thaya. Auf der dortigen Burg, der wohl spektakulärsten Kulisse für eine Designveranstaltung, findet nach zwei Jahren Pause wieder ein Symposion statt, welches der Form des Buches, seinem Inhalt und seiner Lektüren gewidmet ist. Unter dem Titel »unsichtbar« geht es vier Tage lang um den Themenkomplex Lesbarkeit.<br />
<span id="more-1764"></span></p>
<h2>Referenten und Themen</h2>
<ul>
<li><strong>Dirk Wendt</strong> (D) – Psychologische Lesbarkeitsforschung</li>
<li><strong>Georg Seifert</strong> (D) – Glyphs, der Schrift-Editor</li>
<li><strong>Tim Ahrens</strong> (D/UK) – Eine Frage des Maßstabs</li>
<li><strong>Friedrich Forssman</strong> (D) – Lesbarkeiten: Stabile Kerne? Antriebs Ekel? Alberne Kiste?</li>
<li><strong>Maryanne Wolf</strong> (USA) – The reading brain</li>
<li><strong>Martin Tiefenthaler</strong> (A) – Mehrwert durch Grauwert</li>
<li><strong>Kevin Larson</strong> (USA) – Research into making legible letters</li>
<li><strong>Ann Bessemans</strong> (BE) – How science influences me as a designer researcher</li>
<li><strong>Luc(as) de Groot</strong> (NL/D) – Lesbarkeit pro Quadratzentimeter</li>
<li><strong>Rainer Scheichelbauer und Marcus Sterz</strong> (A) – Aliens, George W. Bush und die Universität Princeton</li>
<li><strong>Jost Hochuli</strong> (CH) – Die Arbeitsbibliothek von Jan Tschichold in der Vadiana St. Gallen</li>
<li><strong>Babsi Daum und Andreas Ortag</strong> (A) bieten einen Buchbinde-Workshop an.</li>
</ul>
<p>Detaillierte Informationen zu den <a href="http://www.typographischegesellschaft.at/k_symposium/raabs_2011_vortragende.html">Referenten</a> und dem <a href="http://www.typographischegesellschaft.at/k_symposium/raabs_2011.html">Programm</a> finden sich auf der tga-Website.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1768" title="Publikum" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Raabs-Publikum.jpg" alt="" width="504" height="337" /></p>
<p class="caption">Im Ambiente des Rittersaals diskutiert das Publikum über Vortragsinhalte. (Foto: tga)</p>
<p>Die Auseinandersetzung mit dem Medium Buch, so die tga, findet zunehmend auch außerhalb der Typografie-Szene in den Kulturwissenschaften statt.</p>
<blockquote><p>Begonnen wurde sie Ende der 80er Jahre unter der Devise »Materialität der Kommunikation«. Trotzdem hat man den Eindruck, dass diese gleichartig ausgerichteten Unternehmungen noch immer außerhalb ihres jeweiligen Horizontes liegen.</p>
<p>Das tga-Symposion im Schloss Raabs ist ein Ort des Austauschs, um die unterschiedlichen Konzeptualisierungen des Buches durch Praktiker und Theoretiker fassbar zu machen. Nicht zuletzt soll bei diesem Zusammentreffen die zeitgenössische Buchgestaltung die notwendige Aufmerksamkeit und Reflexion durch Kulturwissenschaftler erhalten.</p>
<p>Das Symposion 2011 unter dem Titel »unsichtbar« wird generell auf den Leseprozess und spezifisch auf die Veränderung unseres Leseverhaltens eingehen. Kommunikation und gesellschaftlicher Diskurs finden hauptsächlich über den Lesevorgang statt – gleichgültig ob auf Papier, Bildschirm oder Architektur. Dabei laufen physiologische und kognitive Prozesse ab, die in ihrer Motorik und neuronalen Verschaltung nicht ausreichend bekannt und zusätzlich noch nicht restlos erforscht sind.</p>
<p>Zwar bewältigen in der Praxis des Grafikdesign handwerkliches und gestalterisches Können Funktion und Ästhetik der Kommunikation, zusätzlich zeigt aber seine Geschichte, dass wissenschaftliche Erkenntnisse und Theorie wesentliche Impulse setzen und Paradigmenwechsel der Gestaltung einleiten können. Auf Rezipientinnenseite laufen Prozesse, die das Lesen betreffen, unbewusst ab und beeinflussen dergestalt die Rezeption von in Form gebrachten Texten auf der inhaltlichen Ebene. Das hat direkte Folgen für Bereiche der Ökonomie, Soziologie und Politik. Aufklärung über diese unbewussten Vorgänge und Umsetzung der Erkenntnisse im Gestaltungsprozess sind daher erstrebenswert.</p></blockquote>
<p>Im Unterschied zu vielen anderen Typografie-Veranstaltungen finden beim tga-Symposion jeden Tag nur wenige Vorträge statt. Um so mehr Zeit bleibt, während der gemeinsamen Mittag- und Abendessen im Burghof zusammenzukommen und bei Grünem Veltliner über die Thesen zu diskutieren. Das Rahmenprogramm besteht u.a. aus der Eröffnung der Ausstellung »Ex Libris« mit Arbeiten der Meisterschule der Graphischen, Abenden mit Live-Musik und, zum Abschied, einem Waldviertler Schmankerlbuffet.</p>
<h2>Teilnahme</h2>
<p>Raabs liegt im Norden des idyllischen Waldviertels auf der Linie Wien—Prag, kurz vor der Grenze zur Tschechischen Republik, und ist in rund vier Autostunden von München aus erreichbar.</p>
<p>Anmelden kann man sich über die <a href="http://www.typographischegesellschaft.at/k_symposium/raabs_2011.html">tga-Website</a>. Dort sind auch Unterkunfts­möglichkeiten gelistet, von Hotels über die Jugendherberge bis hin zum Zelten zwischen den Burgmauern.</p>
<p>Die Teilnahme für die vollen vier Tage (25.–28. August 2011) kostet 460 € (inkl. Verpflegung). Mitglieder der tga zahlen 280 €, Menschen in Ausbildung 230 €. Darüberhinaus sind auch günstigere Tickets für einzelne Tage zu haben, welche die Vorträge und das Mittagessen umfassen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1770" title="Veranstalter" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Raabs-Veranstalter.jpg" alt="" width="504" height="390" /></p>
<p class="caption">Veranstalter: Erich Monitzer, Martin Tiefenthaler, tga-Gründerin Karen Gröbner &amp; Kurator Walter Pamminger (Foto: tga)</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1771" title="Norm" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Norm.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">Zu den Referenten des letzten tga-Symposions 2008 zählten die Schweizer Manuel Krebs und Dimitri Bruni von Norm …</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1772" title="Irma Boom" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/06/Irma-Boom.jpg" alt="" width="504" height="336" /></p>
<p class="caption">… und die niederländische Buchgestalterin Irma Boom.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>18./19.6.: TypeTalks2 in Posen (PL)</title>
		<link>http://www.myfonts.de/2011/05/typetalks2-posen/</link>
		<comments>http://www.myfonts.de/2011/05/typetalks2-posen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 May 2011 07:30:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MyFonts.de</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 18. und 19. Juni ist es wieder soweit: Zum zweiten Mal finden die TypeTalks statt. Dieses Symposium will Aufmerksamkeit auf die Themen Typografie und Schriftgestaltung lenken und hierzu eine Informationsplattform speziell für den mittel- und osteuropäischen Raum schaffen. Organisiert wird es von Anna Giedryś in Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule Posen, Kurator der Vortragsreihe ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/05/TypeTalks2.png" alt="" title="TypeTalks2" width="504" height="250" class="alignnone size-full wp-image-1745" /></p>
<p>Am 18. und 19. Juni ist es wieder soweit: Zum zweiten Mal finden die <a href="http://typetalks.org/Symposium2011/index.html">TypeTalks</a> statt. Dieses Symposium will Aufmerksamkeit auf die Themen Typografie und Schriftgestaltung lenken und hierzu eine Informationsplattform speziell für den mittel- und osteuropäischen Raum schaffen. Organisiert wird es von <a href="http://ancymonic.com/">Anna Giedryś</a> in Zusammenarbeit mit der <a href="http://uap.edu.pl/">Kunsthochschule Posen</a>, Kurator der Vortragsreihe ist <a href="http://new.myfonts.com/person/David_B%C5%99ezina/?refby=mfde">David Březina</a>.<br />
<span id="more-1744"></span><br />
<iframe src="http://player.vimeo.com/video/24812614?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=fdb913" width="505" height="284" frameborder="0"></iframe></p>
<p class="caption">TypeTalks-Trailer. Design &amp; Animation: <a href="http://vitzemcik.com/">Vít Zemčík</a> |  Musik: Marian Balata | Schrift: <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/etica/?refby=mfde"><span class="caps">LFT</span> Etica</a></p>
<p>Nach der Premiere 2010 im tschechischen Brno (siehe <a href="http://www.myfonts.de/2010/06/typetalks-brno-1/">Bericht auf MyFonts.de</a>) findet die zweite Ausgabe der TypeTalks im polnischen Posen (Poznań) statt. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Posen">Posen</a> liegt gerade einmal 160&nbsp;km von der deutsch-polnischen Grenze entfernt, so dass dieses Jahr auch zahlreiche Gäste aus Deutschland erwartet werden. Von Berlin aus ist die Stadt in 2½&nbsp;Stunden zu erreichen, die Deutsche Bahn bietet ein <a href="http://www.bahn.de/p/view/angebot/international/europaspezial/polen.shtml">Europa-Ticket</a> ab €&nbsp;19.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/05/Martin.jpg" alt="" title="Martin" width="504" height="300" class="alignnone size-full wp-image-1746" /></p>
<p class="caption">Martin Tiefenthaler</p>
<p>Der erste Tag (Samstag, 18. 6.) beginnt mit diversen Workshops. Abends gibt es eine Ausstellungseröffnung. Im Anschluss finden <a href="http://typetalks.org/Symposium2011/TypeShorts.html">TypeShorts</a> statt – Kurzvorträge, in denen Schriftentwerfer und Grafikdesigner ihre Arbeiten vorstellen können.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/05/carry_on2.jpg" alt="" title="carry on" width="504" height="118" class="alignnone size-full wp-image-1759" /></p>
<p class="caption">Underware</a> sagt <em>carry on</em></p>
<p>Am zweiten Tag (Sonntag, 19. 6.) kann man sich auf <a href="http://typetalks.org/Symposium2011/Talks.html">Vorträge</a> von sieben internationalen Gästen freuen: </p>
<p><a href="http://kupferschrift.de/cms/"><strong>Indra Kupferschmid</strong></a>, Fachautorin und Professorin an der HBKSaar, stellt die weniger bekannten Schriftentwürfe <a href="http://new.myfonts.com/person/Georg_Trump/?refby=mfde">Georg Trumps</a> (1896–1985) vor, welchen die meisten lediglich von seiner <a href="http://new.myfonts.com/fonts/adobe/trump-mediaeval/?refby=mfde">Trump-Mediäval</a> oder der <a href="http://new.myfonts.com/fonts/berthold/city-pro/?refby=mfde">serifenbetonten City</a> her kennen. <a href="http://2plus3d.pl/"><strong>Jacek Mrowczyk</strong></a>, Mitbegründer und Herausgeber des polnischen Designmagazins 2+3D,  gibt eine Übersicht über die Akteure der <a href="http://new.myfonts.com/country/pl/?refby=mfde">polnischen Typoszene</a>. <a href="http://www.idiidiiidesign.at/"><strong>Martin Tiefenthaler</strong></a>, Lehrer an der <a href="http://www.graphische.at/">Graphischen</a> in Wien und Gründungsmitglied der <a href="http://www.typographischegesellschaft.at/">Typographischen Gesellschaft Austria</a>, zeigt auf, welche Auswirkungen gute und schlechte Typografie zur Folge haben können. Der Vortrag des Finnen <a href="http://www.typo.fi/"><strong>Jasso Lamberg</strong></a>, der in Lahti lehrt und an der University of Reading forscht,  trägt den Titel <em>Transformer with a daily deadline</em>. <a href="http://new.myfonts.com/foundry/LucasFonts/?refby=mfde"><strong>Lucas de Groot</strong></a>, Schöpfer u.a. der Thesis-Sippe, referiert über das Entwerfen umfangreicher Fontfamilien. <a href="http://new.myfonts.com/person/Adam_Twardoch/?refby=mfde"><strong>Adam Twardoch</strong></a>, ausgewiesener Kenner von Fonttechnologie, liefert einen Erfahrungsbericht über die Möglichkeiten, Typografie zu automatisieren und dabei gleichzeitig hohe Qualität zu sichern. <a href="http://new.myfonts.com/person/Akiem_Helmling/?refby=mfde"><strong>Akiem Helmling</strong></a>, Mitglied des Designtrios <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Underware/?refby=mfde">Underware</a>, beschließt das Programm mit <em>Carry on</em>. Alle Vorträge werden in englischer Sprache gehalten.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/05/Adam.jpg" alt="" title="Adam" width="504" height="300" class="alignnone size-full wp-image-1747" /></p>
<p class="caption">Adam Twardoch</p>
<p>Nach einer weiteren Ausstellungseröffnung geht es dann zum informellen Part über. Geplant ist eine große Party – der gesellige Part soll nicht zu kurz kommen. Schließlich, so betonen die Veranstalter, geht das Wort <em>Symposium</em> zurück auf feucht-fröhliche Feste im antiken Griechenland.</p>
<p>Die Teilnahme (ohne Workshops) kostet €&nbsp;60, für Studenten gilt eine reduzierte Gebühr in Höhe von €&nbsp;38. Noch bis 10. Juni kann man sich auf der <a href="http://typetalks.org/Symposium2011/Registration.html">TypeTalks-Website</a> anmelden.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2011/05/Jasso.jpg" alt="" title="Jasso" width="504" height="300" class="alignnone size-full wp-image-1748" /></p>
<p class="caption">Jasso Lamberg</p>
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