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	<title>MyFonts.de &#187; Typo-Szene</title>
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	<description>Die deutsche Dependance von MyFonts.com</description>
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		<title>TypeTalks 2010 in Brno, Teil 2</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 13:28:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Hardwig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Von der Tornado-Glyphe, den Vorzügen des Studentenstatus, Typo-Snobs und der Kunst der Kuppelei

Im ersten Teil des Berichts zu den TypeTalks in Brno hatte ich die Präsentationen von Michael Hochleitner, Rob Keller und mir selbst zusammengefasst. Hier in Teil&#160;2 geht es um das Nachmittagsprogramm der TypeTalks, mit Vorträgen von Veronika Burian, Dan Rhatigan, Dan Reynolds und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Von der Tornado-Glyphe, den Vorzügen des Studentenstatus, Typo-Snobs und der Kunst der Kuppelei</h2>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/TypeTalks-Plakat.jpg" alt="TypeTalks-Plakat" title="TypeTalks-Plakat" width="504" height="324" class="alignnone size-full wp-image-1014" /></p>
<p>Im <a href="http://www.myfonts.de/2010/06/typetalks-brno-1/">ersten Teil des Berichts zu den TypeTalks in Brno</a> hatte ich die Präsentationen von Michael Hochleitner, Rob Keller und mir selbst zusammengefasst. Hier in Teil&nbsp;2 geht es um das Nachmittagsprogramm der TypeTalks, mit Vorträgen von Veronika Burian, Dan Rhatigan, Dan Reynolds und Tomáš Brousil.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/TypeTalks-Publikum-1.jpg" alt="Das TypeTalks-Publikum" title="Das TypeTalks-Publikum" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1008" /></p>
<p class="caption">Gut gestärkt mit tschechischen <em>Knedlíky</em> und <em>Palačinky</em> findet sich das Publikum nach der Mittagspause wieder im Haus der Künste ein.</p>
<p><span id="more-985"></span><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Tomas-Brousil.jpg" alt="TypeTalks: Tomáš Brousil" title="TypeTalks: Tomáš Brousil" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-987" /></p>
<p>Mit seiner <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Suitcase_Type_Foundry/?refby=mfde">Suitcase Type Foundry</a> ist <a href="http://new.myfonts.com/person/Tomas_Brousil/?refby=mfde">Tomáš Brousil</a> eine etablierte Größe im tschechischen Typedesign. Durch Veröffentlichungen wie <a href="http://new.myfonts.com/fonts/suitcase/bistro-script/?refby=mfde">Bistro Script</a> oder <a href="http://new.myfonts.com/fonts/suitcase/purista/?refby=mfde">Purista</a> findet der vielseitig talentierte Gestalter längst <a href="http://typographica.org/category/designer/tomas-brousil/">auch international Beachtung</a>.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Publikum.jpg" alt="Das TypeTalks-Publikum" title="Das TypeTalks-Publikum" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-986" /></p>
<p class="caption">Tomáš Brousil spricht auf Tschechisch. Dank David Březinas Live-Übersetzung ins Englische können auch die internationalen Gäste folgen.</p>
<p>Bei den TypeTalks stellt Tomáš sein jüngstes, noch unveröffentlichtes Werk vor. <em>Tabac</em> ist ein Schriftsystem für Zeitungs- und Magazintypografie, und es ist ein wahres Mammutprojekt. Als er den Umfang umreißt, ertönt aus dem Publikum ein ungläubiges bis bewunderndes Raunen: 96&nbsp;Einzelschnitte wird die Schriftfamilie enthalten. </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Tomas-Brousil-Tabac-System.gif" alt="Tomáš Brousil: Die Struktur der Tabac-Familie" title="Tomáš Brousil: Die Struktur der Tabac-Familie" width="504" height="288" class="alignnone size-full wp-image-988" /></p>
<p>Neben dem Fettegrad (von <em>Regular</em> über <em>Medium</em> und <em>Semibold</em> bis <em>Bold</em>) und der Breite (<em>Normal, Narrow</em> und <em>Condensed</em>) kennt das System der Tabac eine dritte Achse, den Duktus. In vier Abstufungen (<em>Grades</em>) wird aus einer grazilen Displayschrift mit ausgeprägtem vertikalen Kontrast und spitz zulaufenden Serifen (<em>Grade&nbsp;1</em>) eine robuste, serifenbetonte Textschrift mit einer fast gleichbleibenden Strichstärke (<em>Grade 4</em>). Die feine <em>Grade&nbsp;1</em> hat ihre Stärken in großen Anwendungen wie Titeln und Überschriften, während die detailarme <em>Grade 4</em> eher am unteren Ende der Größenskala angesiedelt ist, sich also für Bildtitel, Fußnoten und anderes Kleingedrucktes eignet. Neben dem Aspekt der <a href="http://new.myfonts.com/tags/optical+sizes/?refby=mfde">optischen Größe</a> können Typografen das <em>Grades-</em>System auch dazu benutzen, um in letzter Sekunde auf die Qualität des Druckträgers zu reagieren: ist das Zeitungspapier schlechter als erwartet, wechselt man z.B. von <em>Grade&nbsp;2</em> auf <em>3</em>. Die kräftigeren Formen verkraften einen saugstarken, ungleichmäßigen Untergrund und gewährleisten selbst unter ungünstigen Bedingungen eine ordentliche Lesbarkeit. Der Clou dabei: die Metrik aller <em>Grades</em> ist gleich, bei einem Wechsel kommt es deshalb nicht zu Veränderungen des Umbruchs. </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Tomas-Brousil-Tabac-Dingbats.jpg" alt="Tomáš Brousil: Tabac-Dingbats" title="Tomáš Brousil: Tabac-Dingbats" width="504" height="276" class="alignnone size-full wp-image-989" /><br />
Auch hinsichtlich des Zeichenumfangs lautet Tomáš’ Motto offenbar ›Klotzen, nicht kleckern!‹. Seine Tabac hat er mit einer Unzahl von brauchbaren und, wie er augenzwinkernd gesteht, weniger brauchbaren Glyphen hochgerüstet. Neben einem wahren Pfeilregen gibt es Spielkarten-Symbole, für französisches und deutsches Blatt. Speziell für die Bewertung von Filmen oder Büchern in Rezensionen stehen Stern- und Halbstern-Formen zur Verfügung. Um die Wettervorhersage typografisch illustrieren zu können, enthält die Schrift ein komplettes Set von Wetter-Piktogrammen, von ›Gewitter‹ über ›Schneeregen‹ bis ›Tornado‹. Selbst an die Schachecke ist gedacht: dank ausgeklügelter OpenType-Technik (<em>contextual alternates</em>) lässt sich im Handumdrehen ein schwarz-weiß kariertes Schachfeld mitsamt Figuren setzen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Tomas-Brousil-Tabac-Specimen.gif" alt="Tomáš Brousil: Tabac-Specimen" title="Tomáš Brousil: Tabac-Specimen" width="504" height="861" class="alignnone size-full wp-image-990" /></p>
<p class="caption">Die Tabac-Großfamilie wird in Kürze bei der <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Suitcase_Type_Foundry/?refby=mfde">Suitcase Type Foundry</a> erscheinen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Reynolds.jpg" alt="TypeTalks: Dan Reynolds" title="TypeTalks: Dan Reynolds" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-991" /></p>
<p>Nach Tomáš betritt <a href="http://www.typeoff.de/">Dan Reynolds</a> die Bühne. Der gebürtige <span class="caps">US</span>-Amerikaner, der in Berlin lebt, in Bad Homburg für <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Linotype/?refby=mfde">Linotype</a> arbeitet und an der <a href="http://www.fbg.h-da.de/">Hochschule Darmstadt</a> unterrichtet, erzählt von der <em>Leidenschaft des jungen Multiscript-Schriftgestalters</em>. Am Beispiel seines eigenen Werdegangs beschreibt er das Berufsbild des modernen Typedesigners – inklusive der Außenwahrnehmung. Dan beginnt mit einer Anekdote aus seiner Zeit an der University of Reading. In einem Pub wird er angesprochen, ob er vielleicht Sänger in einer Rockband sei. Als Dan erläutert, dass er Student im <a href="http://www.reading.ac.uk/typography/pg-taught/typ-pgtmatypefacedesign.aspx">Masters-Programm für Schriftgestaltung</a> sei, entgegnet der Mann: »Okay – also prinzipiell dasselbe.«</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Reynolds-Russproben-Viktor-Hammer.jpg" alt="Dan Reynolds: Rußproben von Victor Hammer" title="Dan Reynolds: Rußproben von Victor Hammer" width="504" height="212" class="alignnone size-full wp-image-992" /></p>
<p class="caption">Rußproben von <a href="http://new.myfonts.com/person/Victor_Hammer/?refby=mfde">Victor Hammer</a></p>
<p>Durch die digitalen Werkzeuge ist der Gestaltungsprozess schneller geworden. Schriftentwürfe können heute problemlos in <a href="http://www.adhesiontext.com/">per Generator erstellten Text</a> umgesetzt und via Laserdrucker ausgegeben werden. Änderungen lassen sich sofort im Font-Editor vornehmen und unmittelbar im nächsten Ausdruck überprüfen. Wie mühsam dagegen die Arbeit des Stempelschneiders erscheint, der sein Werk einzeln über Rußproben kontrollieren musste, keinen Rückgängig-Befehl kannte und so selten mehr als ein Zeichen pro Tag schaffte!</p>
<p>An die zahlreich im Publikum vertretenen Studenten richtet Dan einen eindringlichen Appell: sie müssen sich ihrer einzigartigen Position bewusst werden und diese nutzen. Als er während seiner Reading-Zeit versucht, in London indische Zeitungstypografie zu recherchieren, stößt er zwar auf Verblüffung und muss mehrere Irrwege gehen, doch wird ihm stets und überall bereitwillig weitergeholfen. Am Ende findet er sich – ausgestattet mit zahlreichen Tips und Empfehlungen – im Flieger nach Indien wieder. So etwas sei nur als Student möglich – würde er heute als Berufstätiger bei der <em>Royal Asiatic Society</em> oder dem <em>Nehru Centre</em> anklopfen, blieben ihm die meisten Türen wohl verschlossen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Reynolds-Malabar-Latein-und-Devanagari.jpg" alt="Dan Reynolds: Malabar, Latein und Devanagari" title="Dan Reynolds: Malabar, Latein und Devanagari" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-993" /></p>
<p class="caption">Die <a href="http://ilovetypography.com/2009/03/17/malabar-type-family-released/">Malabar</a> umfasst neben den lateinischen Buchstaben auch Devanagari-Zeichen. Die Kontrastachse ist bei diesem indischen Schriftsystem genau zur anderen Seite geneigt. Um trotzdem eine möglichst große stilistische Verwandtschaft zu etablieren, hat der Gestalter formal ähnliche Lösungen für Details wie Strichenden eingesetzt.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Reynolds-Zitat-Matthew-Carter.jpg" alt="Dan Reynolds: Zitat Matthew Carter" title="Dan Reynolds: Zitat Matthew Carter" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-994" /></p>
<p class="caption">Die Typedesign-Koryphäe <a href="http://new.myfonts.com/person/carter/matthew/?refby=mfde">Matthew Carter</a> ist der Meinung, es gäbe heute mehr fähige Schriftgestalter unter 30 Jahren als jemals zuvor – Zitat gesetzt in <a href="http://ilovetypography.com/2009/03/17/malabar-type-family-released/">Malabar</a>.</p>
<p>Zum Ende seines Vortrags stellt Dan kurz vier weitere junge Designer vor, die wie er <a href="http://www.typefacedesign.org/">in Reading studiert</a> haben und exemplarisch für eine Generation stehen, die sich wie selbstverständlich mit fremden Schriftsystemen auseinandersetzt: <a href="http://www.typofonderie.com/profile/profilemr">Mathieu Réguer</a> (Paris), der sich an eine lateinisch-arabische <a href="http://fontfeed.com/archives/tdc2-2009-type-systems/">Sippe aus Serifenloser und Antiqua</a> wagte; <a href="http://www.typojo.com/">Dr. Jo de Baerdemaeker</a> (Antwerpen), Spezialist für tibetische Schrift; <a href="http://www.ultrasparky.org/">Dan Rhatigan</a> (siehe unten) und <a href="http://davi.cz/">David Březina</a> (Brno), dessen <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/skolar/?refby=mfde">Skolar</a> neben den bereits erhältlichen lateinischen und <a href="http://type-together.com/Skolar">kyrillischen</a> Zeichen in Zukunft um <a href="http://davi.cz/Typefaces/Skolar/Multilingual.html">Griechisch und Gujarati</a> erweitert werden wird.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Rhatigan.jpg" alt="TypeTalks: Dan Rhatigan" title="TypeTalks: Dan Rhatigan" width="504" height="334" class="alignnone size-full wp-image-995" /></p>
<p><a href="http://www.ultrasparky.org/">Dan Rhatigan</a>  ist der Überraschungsgast des Tages. Der in London lebende <span class="caps">US</span>-Amerikaner beschäftigt sich zur Zeit im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts der <a href="http://www.reading.ac.uk/typography/pg-taught/typ-pgtmatypefacedesign.aspx">University of Reading</a> und <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Monotype_Imaging/?refby=mfde">Monotype Imaging</a> mit der Erforschung und Gestaltung nicht-lateinischer Schriftsysteme, insbesondere solcher, die für indische Sprachen verwendet werden.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Rhatigan-How-I-learned-to-stop-worrying-and-love-bad-type.jpg" alt="Dan Rhatigan: How I learned to stop worrying and love bad type" title="Dan Rhatigan: How I learned to stop worrying and love bad type" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-996" /></p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Rhatigan-Sale.jpg" alt="Dan Rhatigan: Sale" title="Dan Rhatigan: Sale" width="504" height="356" class="alignnone size-full wp-image-997" /></p>
<p>In seiner im Titel auf Stanley Kubrick verweisenden Präsentation <em>How I learned to stop worrying and love bad type</em> geht Dan zunächst auf ein anderes Thema ein. Es ist ein Leichtes, exquisite Typografie und edle Schriften zu  bewundern. Ebenso einfach ist es, auf weniger gelungene Entwürfe herabzublicken und die alltägliche Realität von Laientypografie und Grafikdesign-Pfusch zu ignorieren. Doch manche dieser ›hässlichen‹ Buchstaben erfüllen ihre Aufgaben wunderbar, ihrer ästhetischen Schwäche zum Trotz. Es lohnt sich, genauer hinzusehen um herauszufinden, warum manche Dinge nicht – oder gerade schon – funktionieren. Wer aufhört, ein Typo-Snob zu sein, der kann eine Menge lernen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Rhatigan-Schildermaler-Indien.jpg" alt="Dan Rhatigan: Schildermaler in Indien" title="Dan Rhatigan: Schildermaler in Indien" width="504" height="356" class="alignnone size-full wp-image-998" /></p>
<p>Das unvoreingenommen Beobachten hilft Dan auch beim Entwerfen indischer Schriftzeichen. In Chennai (Tamil Nadu) sah er zwei Schriftmalern bei ihrem Handwerk zu. So erfuhr er, in welcher Reihenfolge die verschiedenen Elemente der Schrift zusammengeführt werden und welcher Spielraum bei der Ausgestaltung zulässig ist. Auch das Studium von Verpackungen, Schildern oder Anzeigen – alles Bereiche, in denen die Gestaltung oft von Amateuren gemacht wird – kann aufschlussreich sein. Dan betont, dass ›schlecht‹ ein sehr subjektiver Begriff ist. Wichtig ist es, kritisch, aber zugleich objektiv zu sein und Funktionalität nicht mit dem eigenen Geschmack zu verwechseln.  </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Rhatigan-Multiscript.jpg" alt="Dan Rhatigan: ein Font für viele verschiedene Schriftsysteme" title="Dan Rhatigan: ein Font für viele verschiedene Schriftsysteme" width="504" height="356" class="alignnone size-full wp-image-999" /></p>
<p class="caption">Multiscript-Font für Indien – Dan Rhatigan überprüft den Grauwert und die stilistische Verwandtschaft zwischen den verschiedenen Schriftsystemen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Veronika-Burian.jpg" alt="TypeTalks: Veronika Burian" title="TypeTalks: Veronika Burian" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-1000" /><br />
Abgerundet wird der Tag durch <a href="http://new.myfonts.com/person/Veronika_Burian/?refby=mfde">Veronika Burian</a>, Gründerin der Foundry <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Type-Together/?refby=mfde">Type Together</a> und einzige weibliche Sprecherin auf den TypeTalks.</p>
<p>In ihrem Vortrag geht es um <em>typografische Kuppelei</em> – also welche Faktoren beim Kombinieren von Schriften beachtet werden müssen. Zunächst analysiert Veronika die Kriterien, die bei der Wahl einer Schrift generell eine Rolle spielen. Neben morphologisch-funktionalen Fragen (Handelt es sich um Text oder Titelei? Wird der Text linear oder selektiv gelesen? Welche Sprachen kommen vor, welche Zeichen müssen also enthalten sein?) gibt es auch technische Aspekte (Wird der Text am Bildschirm gelesen, ist der Font dafür optimiert? Liegt die Schrift im richtigen Fontformat vor?). Zentral ist desweiteren natürlich die Ästhetik: Passt die Anmutung zum Inhalt, zur beabsichtigten Wirkung und Lautstärke, zu den anderen eingesetzten Schriften? Auch ökonomische Überlegungen entscheiden über die Schriftwahl: Wie hoch sind die Lizenzgebühren, wie viele Lizenzen müssen bezahlt werden? Lassen sich die Fonts später für andere Projekte wiederverwenden?</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Veronika-Burian-Alan-Haley.jpg" alt="Veronika Burian: Zitat Alan Halley" title="Veronika Burian: Zitat Allan Haley" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-1001" /></p>
<p class="caption">»Mit Fonts verhält es sich wie mit Kartoffelchips und Buchstaben in Abkürzungen: ein einziger reicht selten aus.« – Zitat von <a href="http://new.myfonts.com/person/Allan_Haley/?refby=mfde">Allan Haley</a>, gesetzt in <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/ronnia/?refby=mfde">Ronnia</a></p>
<p>Weil eine einzige Schriftart schnell monoton und langweilig wirken kann, werden Schriften gerne gemischt – klassischerweise eine Antiqua (mit Serifen) mit einer Grotesk (ohne Serifen). Wenn Schriften in einer Zeile nebeneinander stehen und optisch gleichwertig erscheinen sollen, muss die x-Höhe angeglichen werden. Der numerische Schriftgrad dagegen ist irrelevant. Für eine harmonische Verbindung empfiehlt es sich, Schriften mit ähnlichem Grundcharakter zu wählen, also z.B. eine <a href="http://new.myfonts.com/search/tag%3Ahumanist+tag%3Asans-serif/fonts/?refby=mfde">organische Serifenlose</a> mit einer <a href="http://new.myfonts.com/search/tag%3Ahumanist+tag%3Aserif/fonts/?refby=mfde">organischen Serifenschrift</a>, oder eine <a href="http://new.myfonts.com/tags/grotesk/?refby=mfde">mechanische Grotesk</a> mit einer ebenfalls eher <a href="http://new.myfonts.com/search/century/fonts/?refby=mfde">mechanischen Antiqua</a>.</p>
<p>Leichter wird das Schriftenmischen, wenn man sich auf Kontrast konzentriert – so zitiert Veronika die Typografin <a href="http://kupferschrift.de">Indra Kupferschmid</a>. Wenn die Aufgabenteilung der beteiligten Schriften klar definiert ist, sind stilistische Differenzen eher möglich. Auch deutliche Größenunterschiede sind beim Mischen anderweitig wenig kompatibler Schriften von Vorteil. Besonders viel Erfahrung und Geschick erfordern »gleichgeschlechtliche Paare«, also die Kombination von z.B. zwei Serifenlosen.  </p>
<p>Anhand zahlreicher Alltagsbeispiele aus der Zeitungs-, Magazin- und Buchcover-Typografie bespricht Veronika, welche Kombinationen gut, welche weniger gut funktionieren und erklärt, warum dies so ist. Manchmal, so räumt sie ein, ist es natürlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Veronika-Burian-Dominants.jpg" alt="Veronika Burian: Dominante und Unterwürfige" title="Veronika Burian: Dominante und Unterwürfige" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-1002" /><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/TypeTalks-Veronika-Burian-Cousins.jpg" alt="Veronika Burian: Heirat zwischen Cousin und Cousine" title="Veronika Burian: Heirat zwischen Cousin und Cousine" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-1019" /></p>
<p class="caption">Jedes Kapitel ist mit einer Buchstaben-Beziehung des argentinischen Zeichners Damian Couceiro illustriert.</p>
<p>Schriftgestalter reagieren auf die Bedürfnisse von Typografen und Grafikdesignern und schaffen Schriftsippen, die mit Sans- und Serifenvariante gleich beide Partner enthalten. Die einzelnen Schnitte solcher Systeme sind ideal aufeinander abgestimmt und bieten eine schnelle Lösung für komplexe Aufgaben.<br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Veronika-Burian-Karmina.jpg" alt="Veronika Burian: Karmina Serif und Karmina Sans" title="Veronika Burian: Karmina Serif und Karmina Sans" width="504" height="189" class="alignnone size-full wp-image-1003" /></p>
<p class="caption"><a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/karmina/?refby=mfde">Karmina (Serif)</a> und <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/karmina-sans/?refby=mfde">Karmina Sans</a>, eine Schriftsippe von <a href="http://new.myfonts.com/person/Veronika_Burian/?refby=mfde">Veronika Burian</a> und <a href="http://new.myfonts.com/person/José_Scaglione/?refby=mfde">José Scaglione</a></p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-David-Brezina-und-Team.jpg" alt="David Březina und das TypeTalks-Team" title="David Březina und das TypeTalks-Team" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-1004" /></p>
<p class="caption">TypeTalks-Ausrichter David Březina und sein studentisches Team holen sich am Ende eines äußerst interessanten Symposiums den verdienten Applaus ab.</p>
<p>Auch wenn es schwierig ist, eine Veranstaltung zu beurteilen, in die man selbst involviert ist, meine ich, dass die ersten <a href="http://typetalks.com/">TypeTalks</a> ein voller Erfolg waren. Besonders gut gefallen haben mir die entspannte Atmosphäre mit der – dank der moderaten Preisgestaltung – richtigen Mischung aus studentischem und professionellem Publikum, die ambitionierte und doch reibungslos funktionierende Organisation und nicht zuletzt die hochwertigen Vorträge. Anders als bei vielen anderen Konferenzen gab es keine einzige Portfolio-Nabelschau. Selbst dort, wo die eigene Arbeit im Mittelpunkt stand (wie bei Tomáš Brousil), waren dies keine schon oft gesehenen Retrospektiven, sondern exklusive Einblicke in aktuelle Projekte.</p>
<p>Ich wünsche mir, dass die <a href="http://typetalks.com/">TypeTalks</a> im nächsten oder spätestens übernächsten Jahr eine Fortsetzung erfahren und kann jedem an Schrift und Typografie Interessierten die Reise nach Brno ans Herz legen.  </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Brno.jpg" alt="Die Dächer von Brno" title="Die Dächer von Brno" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-1006" /></p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Blick-auf-Brno.jpg" alt="Blick auf Brno" title="Blick auf Brno" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-1005" /></p>
<p>Weitere Berichte von den diesjährigen TypeTalks:<br />
<small><a href="http://www.typejockeys.com/blog/TypeTalks-2010-in-Brno">Michael Hochleitner: <em>TypeTalks 2010 in Brno</em> auf Typejockeys.com</a><br />
<a href="http://www.typeoff.de/?p=1102">Dan Reynolds: <em>First Brno TypeTalks</em> auf Typeoff.de</a></small></p>
<p><small>Alle Abbildungen: © bei den jeweiligen Vortragenden. Fotos: <a href="http://motaitalic.com/">Rob Keller</a>, <a href="http://florian.hardwig.com/">Florian Hardwig</a></small></p>
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		<title>TypeTalks 2010 in Brno, Teil 1</title>
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		<comments>http://www.myfonts.de/2010/06/typetalks-brno-1/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 08:12:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Hardwig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Schreibschrift-Dialekten, technischen Wirrungen und den Vorzügen des Lettering

Vergangene Woche fanden im tschechischen Brno zum ersten Mal die TypeTalks statt. Organisiert wurde dieses eintägige Symposium vom ortsansässigen Schriftgestalter David Březina und einigen seiner Studenten. Über 100 interessierte Grafikdesigner und Typografen aus Tschechien, der Slowakei und Österreich, aber auch aus Polen, Deutschland und sogar England folgten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Von Schreibschrift-Dialekten, technischen Wirrungen und den Vorzügen des Lettering</h2>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Haus-der-Kuenste.jpg" alt="Veranstaltungsort: Das Haus der Künste in Brno" title="Veranstaltungsort: Das Haus der Künste in Brno" width="504" height="444" class="alignnone size-full wp-image-953" /></p>
<p>Vergangene Woche fanden im tschechischen Brno zum ersten Mal die <a href="http://typetalks.com/Symposium2010/index.html">TypeTalks</a> statt. Organisiert wurde dieses eintägige Symposium vom ortsansässigen Schriftgestalter <a href="http://new.myfonts.com/person/David_Březina/?refby=mfde">David Březina</a> und einigen seiner Studenten. Über 100 interessierte Grafikdesigner und Typografen aus Tschechien, der Slowakei und Österreich, aber auch aus Polen, Deutschland und sogar England folgten der Einladung und kamen am 21.&nbsp;Juni ins <a href="http://www.dum-umeni.cz/en">Haus der Künste</a> in der Brünner Altstadt.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Wegweiser.jpg" alt="TypeTalks: Wegweiser" title="TypeTalks: Wegweiser" width="504" height="169" class="alignnone size-full wp-image-954" /><br />
<span id="more-951"></span><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-David-Brezina.jpg" alt="TypeTalks-Organisator David Březina" title="TypeTalks-Organisator David Březina" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-955" /></p>
<p>David Březina, vielen bekannt als Gestalter der Schriftfamilie <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/skolar/?refby=mfde">Skolar</a>, dirigiert die zahlreichen Gäste auf ihre Plätze und führt pünktlich um 10:12 Uhr in das Programm ein. Insgesamt sieben Vorträge rund um Schrift und Typografie erwartet das Publikum.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Goodiebag.jpg" alt="TypeTalks-Goodiebag" title="TypeTalks-Goodiebag" width="504" height="358" class="alignnone size-full wp-image-956" /></p>
<p>Großes Lob an die Organisatoren der <a href="http://typetalks.com/">TypeTalks</a> – an alles ist gedacht: Schilder in selbstgestalteten Schriften weisen den Weg zum Veranstaltungsort. Am Eingang erhalten die Teilnehmer einen Anstecker, der als Eintrittskarte fungiert. Auf der Veranda zum Innenhof stehen Snacks und Getränke bereit. Das TypeTalks-Team lässt sich nicht lumpen, sogar ein <em>Goodie Bag</em> wird verteilt – wie man es von großen Konferenzen kennt. In der speziell bedruckten Tüte finden sich ein zweisprachiges Programmheft sowie diverse Poster, Schriftmuster und anderes Info- und Werbematerial. Das tschechisch-englischsprachige Magazin <a href="http://www.typo.cz/en/">Typo</a> hat als Sponsor der TypeTalks eine Gratisausgabe beigesteuert.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Florian-Hardwig.jpg" alt="TypeTalks: Florian Hardwig" title="TypeTalks: Florian Hardwig" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-957" /></p>
<p>Ich habe die Ehre, gleich den Anfang zu machen. Ausgehend von meiner <a href="http://florian.hardwig.com/manuscribe/">Recherche internationaler Schulschriften</a> zeige ich, dass sich lokale Vorlieben für bestimmte Buchstabenformen auch in Fonts, also typografischen Satzschriften, wiederfinden. Auch wenn in Ländern wie Tschechien, Deutschland oder den USA überall das lateinische Alphabet verwendet wird, lassen sich in geschriebener Schrift – und davon abgeleiteten Schreibschrift-Fonts – doch manche Unterschiede feststellen, wie die einzelnen Buchstaben konstruiert werden. Diese Charakteristika sind im Schulunterricht und in der Schriftzeichner- und Schildermaler-Tradition eines Landes verankert und werden nun von zeitgenössischen Grafik- und Type-Designern wiederentdeckt.<br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Florian-Hardwig-deutsches-W-amerikanisches-e.jpg" alt="Florian Hardwig: Deutsches W, US-amerikanisches e" title="Florian Hardwig: Deutsches W, US-amerikanisches e" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-958" /></p>
<p class="caption">Oben: drei Schreibschriften aus Deutschland, jeweils mit einem asymmetrischen, der Fraktur-Konstruktion folgenden <em>W</em>. Unten: Script-Fonts mit einem zweistöckigen <em>e</em>, wie es im US-amerikanischen Lettering gebräuchlich ist.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Florian-Hardwig-Minuskelform.jpg" alt="Florian Hardwig: Studio Lettering Collection von Ken Barber (House Industries)" title="Florian Hardwig: Studio Lettering Collection von Ken Barber (House Industries)" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-959" /></p>
<p class="caption">Die Fonts der <a href="http://www.houseind.com/fonts/studiolettering">Studio Lettering Collection</a> von <a href="http://new.myfonts.com/person/Ken_Barber/?refby=mfde">Ken Barber</a> (House Industries) enthalten zahlreiche Alternativformen. Über Änderung der Textsprache lassen sich diese ›umgangssprachlichen‹ Sets per OpenType-Zauberei automatisch aktivieren.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Florian-Hardwig-Tschechisches-t.jpg" alt="Florian Hardwig: Ein tschechisches t in Lokal Script (František Štorm)" title="Florian Hardwig: Ein tschechisches t in Lokal Script (František Štorm)" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-960" /></p>
<p class="caption">František Štorms <a href="http://new.myfonts.com/fonts/storm/lokal-script/?refby=mfde">Lokal Script</a> enthält ein alternatives <em>t</em>, bei dem der Querbalken als Schleife auf der Grundlinie gezogen wird. Dieses Muster findet sich auch in der tschechischen Schulschrift.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Tschechisches-t-in-Brno.jpg" alt="Ein tschechisches t in Brno" title="Ein tschechisches t in Brno" width="504" height="319" class="alignnone size-full wp-image-961" /></p>
<p class="caption">Später werde ich auf diese Tafel an einem Brünner Bierlokal stoßen: <em>Staročeský Malvaz</em> – mit einem weiteren Exemplar dieses typisch tschechischen <em>t</em>.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Rob-Keller.jpg" alt="TypeTalks: Rob Keller" title="TypeTalks: Rob Keller" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-962" /></p>
<p>Nach mir übernimmt <a href="http://www.youshouldliketypetoo.com/blog/">Rob Keller</a> das Mikrofon. Der Berliner Amerikaner betreibt zusammen mit seiner Frau Sonja die Firma <a href="http://motaitalic.com/">Mota Italic</a> und spezialisiert sich auf Fonts für indische Schreibsysteme. Er nimmt uns auf eine spannende Reise durch die Geschichte der Schrifttechnologie – von der in Tontafeln eingedrückten Keilschrift bis hin zum iPad – und beschreibt, wie Werkzeug, Material und Maschinen zu allen Zeiten die Gestaltung und das Aussehen von Buchstaben beeinflusst haben. Zwar brachte jede technologische Neuerung bestimmte Vorteile mit sich, doch blieb auch immer etwas auf der Strecke, sei es mikrotypografische Qualität oder gar die Integrität ganzer althergebrachter Schriftsysteme.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Rob-Keller-Monotype-Tastatur.gif" alt="Rob Keller: Monotype-Tastatur" title="Rob Keller: Monotype-Tastatur" width="504" height="575" class="alignnone size-full wp-image-963" /></p>
<p class="caption">Die Tastatur einer Monotype-Setzmaschine. Aufrechte und kursive Zeichen und selbst Kapitälchen können alle direkt eingegeben werden. Allerdings ist die Gesamtzahl der Zeichen beschränkt. Obendrein enthalten verschiedene Fonts nicht unbedingt die selben Zeichen; die Tastaturbelegung wird von der jeweiligen Schrift bestimmt.  </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Rob-Keller-Matrize.gif" alt="Rob Keller: Linotype-Matrize" title="Rob Keller: Linotype-Matrize" width="504" height="561" class="alignnone size-full wp-image-964" /></p>
<p class="caption">Weil eine Linotype-Matrize sowohl die kursive als auch die aufrechte Variante eines Zeichens enthält, waren Setzer in der Lage, beide Stile zu mischen, ohne die Matrizen wechseln zu müssen. Der Nachteil: beide Formen mussten auf die gleiche Breite gezeichnet werden.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Rob-Keller-Monticello.gif" alt="Rob Keller: Linotype Monticello" title="Rob Keller: Linotype Monticello" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-965" /></p>
<p class="caption">In der digitalen Version der <a href="http://new.myfonts.com/fonts/linotype/monticello-lt/?refby=mfde">Monticello</a> wurde dieser Missstand korrigiert: die Kursive ist in ihrer Breite unabhängig von der Aufrechten und darf schmaler laufen. </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Rob-Keller-Linotype-Devanagari.jpg" alt="Rob Keller: Linotype Devanagari" title="Rob Keller: Linotype Devanagari" width="503" height="225" class="alignnone size-full wp-image-966" /></p>
<p class="caption">Zwei Fonts in Devanagari, dem System, mit dem indische Sprachen wie Sanskrit, Hindi oder Marathi geschrieben werden. Eigentlich sind rund 600 bis über 1.000 Einzelzeichen nötig, um Devanagari mit all seinen Finessen setzen zu können. Die Linotype-Version ist auf spärliche 90 Zeichen zusammengekürzt und offenbart im Vergleich mit der Handsatz-Schrift auch verschiedene gestalterische Mängel: Neben der wenig eleganten Form des ersten Zeichens (<em>Mu</em>) und den zu großen Innenabständen im dritten Wort fällt insbesondere das Fehlen einer Ligatur für den <em>kka</em>-Laut auf (im zweiten Wort, hervorgehoben). Zwar ist ein doppeltes <em>k</em> technisch nicht falsch, feine Typografie ist das jedoch nicht.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Michael-Hochleitner.jpg" alt="TypeTalks: Michael Hochleitner" title="TypeTalks: Michael Hochleitner" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-967" /></p>
<p>Nach Rob ist der Österreicher <a href="http://new.myfonts.com/person/Michael_Hochleitner/?refby=mfde">Michael Hochleitner</a> an der Reihe. Anna Fahrmaier, Thomas Gabriel und er bilden zusammen die <a href="http://typejockeys.at/">Typejockeys</a>, ein Gestaltungsbüro für Schrift und Grafikdesign in Wien. In seiner Präsentation erklärt Michael die Unterschiede von Typografie und Lettering und zeigt anhand zahlreicher Beispiele, wo die jeweiligen Stärken liegen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Michael-Hochleitner-Chalkboard-Lettering.jpg" alt="Michael Hochleitner: Blackboard Lettering" title="Michael Hochleitner: Blackboard Lettering" width="504" height="533" class="alignnone size-full wp-image-968" /></p>
<p>Gerade in einer überperfekt-digitalen Welt gibt es wieder einen Trend zu Handgemachtem. Salopp gescribbelte Buchstaben können durch ihren zwanglosen Charme bestechen, man findet sie auf Buchcovern oder Konzertpostern. Gleichzeitig zeichnen sich eigens angefertigte Wortmarken und Schriftzüge durch ihre Exklusivität aus; anders als bei Fonts kann man die gezeichneten Buchstabenformen nicht mal eben schnell lizenzieren und nachsetzen. In England beispielsweise werben viele Pubs mit <a href="http://www.flickr.com/groups/blackboardlettering/">kunstvoll beschriebenen Kreidetafeln</a>, die bei professionellen Schildermalern in Auftrag gegeben werden.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Michael-Hochleitner-Zitat-Mark-Simonson.jpg" alt="Michael Hochleitner: Zitat Mark Simonson" title="Michael Hochleitner: Zitat Mark Simonson" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-969" /></p>
<p class="caption">Ein Zitat des amerikanischen Schriftgestalters <a href="http://new.myfonts.com/person/Mark_Simonson/?refby=mfde">Mark Simonson</a>, gesetzt in Michaels <a href="http://new.myfonts.com/fonts/typejockeys/ingeborg/?refby=mfde">Ingeborg</a>: »Lettering unterscheidet sich von Typografie ungefähr in der Weise, wie sich Knetmasse von Legosteinen unterscheidet.«</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Michael-Hochleitner-Vorteile-des-Lettering.jpg" alt="Michael Hochleitner: Vorteile des Lettering" title="Michael Hochleitner: Vorteile des Lettering" width="504" height="173" class="alignnone size-full wp-image-970" /></p>
<p class="caption">Manche gestalterischen Ideen lassen sich nur mit den Mitteln des Lettering umsetzen.</p>
<p>Die Buchstaben typografischer Satzschriften werden als System entworfen: sie müssen in allen Kombinationen gut miteinander harmonieren und einen gleichmäßigen Rhythmus einhalten – das macht sie wenig flexibel. Der Zeichenumfang begrenzt die Möglichkeiten eines typografischen Fonts. Im Lettering dagegen kann der Designer eine einzigartige, maßgeschneiderte Lösung für die jeweilige Aufgabe finden. Die Buchstaben müssen nur in diesem einen Kontext funktionieren.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Michael-Hochleitner-Comics.jpg" alt="Michael Hochleitner: Comic Lettering" title="Michael Hochleitner: Comic Lettering" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-971" /></p>
<p>Mit einem Exkurs über Comics beleuchtet Michael einen Bereich, in dem Lettering nach wie vor eine große Rolle spielt. Gewöhnlicherweise werden zunächst die Sprechblasen in die Panels eingezeichnet, dann erst kommen die Illustrationen hinzu. Für die Textgestaltung in Comics gelten <a href="http://www.blambot.com/grammar.shtml">besondere Regeln</a>. Prinzipiell gibt es nur Versalien. Betonungen werden fettkursiv hervorgehoben. Der Gedankenstrich wird mit zwei kurzen Striche dargestellt. Neben dem gewöhnlichen großen <em>I</em> gibt es ein zweites mit Serifen, welches ausschließlich für das englische ›Ich‹ gebraucht wird. Austoben können sich Lettering-Künstler bei den sogenannten <em>Sound Effects</em> – lautmalerische Darstellungen wie <span class="caps">›BOOM‹, ›WHOOOSH‹</span> oder <span class="caps">›SPLONK‹</span>.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Michael-Hochleitner-Shiretypes.jpg" alt="Michael Hochleitner: Lettering inspiriert von den Shiretypes" title="Michael Hochleitner: Lettering inspiriert von den Shiretypes" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-972" /></p>
<p class="caption">Oft lassen sich Typedesigner von Lettering-Ideen zu neuen Schriften inspirieren. Manchmal ist es aber auch umgekehrt: die Vorlage zu dieser handgemachten Schaufenster&shy;beschriftung war ganz offensichtlich die <a href="http://www.typography.net/type/the_shire_types">Worcestershire</a>, eine Satzschrift von Jeremy Tankard.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-In-der-Pause.jpg" alt="TypeTalks: In der Pause" title="TypeTalks: In der Pause" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-973" /></p>
<p class="caption">Type Talking auch in der TypeTalks-Pause</p>
<p>Nach diesem aufschlussreichen Vortrag geht es in die Mittagspause. Vom Nachmittagsprogramm mit den Präsentationen von <a href="http://new.myfonts.com/person/Tomas_Brousil/?refby=mfde">Tomáš Brousil</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Dan_Reynolds/?refby=mfde">Dan Reynolds</a>, <a href="http://www.ultrasparky.org/">Dan Rhatigan</a> und <a href="http://new.myfonts.com/person/Veronika_Burian/?refby=mfde">Veronika Burian</a> werde ich in einem gesonderten Beitrag berichten. TypeTalks Teil 2 <del datetime="2010-07-05T13:25:51+00:00">folgt in Kürze</del> <a href="http://www.myfonts.de/2010/07/typetalks-brno-2/">ist hier zu finden</a>.</p>
<p><small>Alle Abbildungen: © bei den jeweiligen Vortragenden. Fotos: <a href="http://motaitalic.com/">Rob Keller</a>, <a href="http://florian.hardwig.com/">Florian Hardwig</a></small></p>
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		</item>
		<item>
		<title>21. Juni: TypeTalks in Brno</title>
		<link>http://www.myfonts.de/2010/06/typetalks-brno/</link>
		<comments>http://www.myfonts.de/2010/06/typetalks-brno/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 08:21:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MyFonts.de</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[
Schrift und Typografie werden in der Visuellen Kommunikation und dem Grafikdesign oft nur stiefmütterlich behandelt – trotz der großen kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung, die ihnen zweifelsohne zukommt. Besonders akut ist dieser Missstand im postkommunistischen Mitteleuropa. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat David Březina zusammen mit einigen seiner Grafikdesign-Studenten von der Fakultät für bildende Künste an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/typetalks.gif" alt="TypeTalks" title="TypeTalks" width="504" height="159" class="alignnone size-full wp-image-930" /><br />
Schrift und Typografie werden in der Visuellen Kommunikation und dem Grafikdesign oft nur stiefmütterlich behandelt – trotz der großen kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung, die ihnen zweifelsohne zukommt. Besonders akut ist dieser Missstand im postkommunistischen Mitteleuropa. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat <a href="http://new.myfonts.com/person/David_Březina/?refby=mfde">David Březina</a> zusammen mit einigen seiner Grafikdesign-Studenten von der Fakultät für bildende Künste an der TU Brno (Tschechien) das Projekt <em>TypeTalks</em> ins Leben gerufen. <a href="http://typetalks.com/Symposium2010/">TypeTalks</a> will Aufklärungsarbeit leisten und sowohl bei Designprofis als auch Studenten das Bewusstsein für das Potential von Schriftgestaltung und Typografie schärfen.<br />
<span id="more-929"></span><br />
Am 21. Juni (Montag nächster Woche) ist es erstmals soweit: ab 10:12 Uhr finden im <em>Dům Pánů z Kunštátu</em> zu Brno die <a href="http://typetalks.com/Symposium2010/">TypeTalks 2010</a> statt. Das eintägige Symposium steht ganz im Zeichen der Buchstaben. Sechs internationale Redner wurden eingeladen, zu einem Thema aus den Bereichen Schriftgestaltung, Schriftanwendung (also Typografie), Schriftgeschichte oder Fonttechnologie zu referieren.</p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/person/Veronika_Burian/?refby=mfde"><strong>Veronika Burian</strong></a> (CZ/D) ist vielen bekannt als Designerin von preisgekrönten, bei <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Type-Together/?refby=mfde">TypeTogether</a> veröffentlichten Fonts wie <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/adelle/?refby=mfde">Adelle</a>, <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/bree/?refby=mfde">Bree</a> oder <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/karmina-sans/?refby=mfde">Karmina Sans</a>. Sie erklärt in ›Typographic Matchmaking‹, welche Faktoren bei der Auswahl und Kombination von Schriften beachtet werden müssen.<br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/VB.jpg" alt="Veronika Burian" title="Veronika Burian" width="504" height="252" class="alignnone size-full wp-image-931" /></p>
<p class="caption"><a href="http://www.flickr.com/photos/lorp/4059970099/">Foto</a>: Laurence Penney</p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/person/Michael_Hochleitner/?refby=mfde">Michael Hochleitner</a> (AT) von den Wiener <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Typejockeys/?refby=mfde">Typejockeys</a>, der mit seiner <a href="http://new.myfonts.com/fonts/typejockeys/ingeborg/?refby=mfde">Ingeborg</a> beim TDC² Award 2010 ausgezeichnet wurde, geht der Frage nach, wo die Unterschiede zwischen Lettering (also gezeichneter, gemalter oder anderweitig <em>ad hoc</em> erstellter Schrift) und Typografie liegen: was sind die jeweiligen Vorteile, in welcher Beziehung  stehen sie in zeitgenössischen Anwendungen zueinander?<br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/MH.jpg" alt="Michael Hochleitner" title="Michael Hochleitner" width="504" height="252" class="alignnone size-full wp-image-932" /></p>
<p class="caption"><a href="http://www.flickr.com/photos/wasianed/3784571817/">Foto</a>: Michael Hochleitner</p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/person/Tomas_Brousil/?refby=mfde"><strong>Tomáš Brousil</strong></a> (CZ) ist tschechischer Schriftgestalter und Kopf hinter der <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Suitcase_Type_Foundry/?refby=mfde">Suitcase Type Foundry</a>. Er spricht über die besonderen Anforderungen von Zeitungs- und Magazintypografie und wie diese das Design einer neuen, umfassenden Schriftsippe inspiriert haben. Seine bislang noch unveröffentlichte Schriftfamilie <em>Tabac</em> zeichnet sich durch ein ungewöhnliches Konzept von Abstufungen aus und umfasst allein in der Serifenvariante 96 Schnitte.<br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TB.jpg" alt="Tomáš Brousil" title="Tomáš Brousil" width="504" height="252" class="alignnone size-full wp-image-933" /></p>
<p class="caption">Tomáš Brousil</a></p>
<p><a href="http://www.motaitalic.com/info/about-us"><strong>Rob Keller</strong></a> (US/D) zeichnet in seinem Vortrag ›Font technology is crazy!‹ die Entwicklungsschritte der Schrifttechnologie nach. Der Typedesigner aus Illinois, der in Berlin die Firma <a href="http://motaitalic.com/">Mota Italic</a> betreibt, erzählt, wie technische Neuerungen die typografischen und linguistischen Möglichkeiten erweiterten, oft genug aber auch althergebrachte Traditionen ignorierten, ganze Schriftsysteme verstümmelten und eine Verschlechterung der typografischen Qualität verursachten.<br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/RK.jpg" alt="Rob Keller" title="Rob Keller" width="504" height="252" class="alignnone size-full wp-image-934" /></p>
<p class="caption">Rob Keller</p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/person/Dan_Reynolds/?refby=mfde"><strong>Dan Reynolds</strong></a> (US/D), Typo-Experte bei <a href="http://new.myfonts.com/foundry/linotype/?refby=mfde">Linotype</a> und Dozent an der Hochschule Darmstadt, berichtet von der ›Leidenschaft des jungen Multi-Script-Schriftgestalters‹ und erläutert, warum viele Nachwuchsdesigner von fremden Schriftsystemen wie Kyrillisch, Griechisch oder Devanagari fasziniert sind und sich an diesen versuchen.<br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/DR.jpg" alt="Dan Reynolds" title="Dan Reynolds" width="504" height="252" class="alignnone size-full wp-image-935" /></p>
<p class="caption"><a href="http://www.flickr.com/photos/typeoff/3180498082/">Foto</a>: Dan Reynolds</p>
<p><a href="http://florian.hardwig.com/"><strong>Florian Hardwig</strong></a> (D) untersucht regionale Vorlieben für bestimmte Buchstabenformen und wie diese in der jeweiligen Handschrift- und Schriftmaler-Tradition verwurzelt sind. In seiner Präsentation zeigt der Berliner Typograf und MyFonts.de-Autor, wie Schriftgestalter und Grafikdesigner sich diese ›Dialekte der Handschrift‹ zunutze machen.<br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/FH.jpg" alt="Florian Hardwig" title="Florian Hardwig" width="504" height="252" class="alignnone size-full wp-image-936" /></p>
<p class="caption"><a href="http://www.flickr.com/photos/hardwig/2345042313/in/set-72157604184888114">Foto</a>: Florian Hardwig</p>
<p>Die Vorträge werden in englischer und tschechischer Sprache gehalten. Weitere Informationen gibt es auf der <a href="http://typetalks.com/Symposium2010/index.html">Website von TypeTalks</a>.</p>
<p>Wer mit dabei sein will, kann sich <a href="https://typetalks.wufoo.com/forms/typetalks-symposium-registration/">online registrieren</a> – allerdings nur noch <strong>bis Donnerstag, 17. Juni</strong> um 17:06 Uhr! Die Teilnahmegebühr beträgt 22 Euro, für Studenten ermäßigt 12 Euro.</p>
<p>Brno ist die zweitgrößte Stadt Tschechiens und liegt im Süden des Landes. Von Berlin oder München aus ist Brno in knapp 8, von Dresden in 5 Stunden erreichbar, ab Wien sind es nur rund 2 Stunden. Die Deutsche Bahn hat für Reisen nach Tschechien ein günstiges <a href="http://www.bahn.de/p/view/angebot/international/europaspezial/tschechien.shtml">Europa-Spezial-Ticket</a> im Angebot.</p>
<p>Das <a href="http://typetalks.com/Symposium2010/index.html">TypeTalks-Symposium</a> findet im Vorfeld der <a href="http://www.moravska-galerie.cz/en/biennial/24th-international-biennial-of-graphic-design-brno-2010/">24. Internationalen Biennale für Grafikdesign Brno 2010</a> statt, welche am 22. Juni eröffnet wird. Ab Mittwoch, den 23. Juni beginnt dann das im Rahmen der Biennale organisierte <a href="http://www.moravska-galerie.cz/en/biennial/24th-international-biennial-of-graphic-design-brno-2010/symposium/">zweitägige Design-Symposium</a> zum Thema ›Are Ideas Enough Today?‹.</p>
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		<title>Slanted: Typografische Impulse aus Karlsruhe</title>
		<link>http://www.myfonts.de/2009/12/slanted/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 17:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MyFonts.de</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foundry-Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Lesetipps]]></category>
		<category><![CDATA[Typo-Szene]]></category>

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		<description><![CDATA[Magma Brand Design ist eine mittelgroße Agentur in Karlsruhe, die trotz ihrer bescheidenen Größe (ca. 10 Mitarbeiter) unwahrscheinlich viel in der deutschen Kommunikationslandschaft bewegt. Das hat vor allem mit ihren zahlreichen Nebenprojekten zu tun, darunter Slanted (das Blog), Slanted (das quartalsweise erscheinende Printmagazin) und Typodarium, der Typo-Abrisskalender, welcher gerade zum zweiten Mal realisiert wurde. Obendrein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.magmabranddesign.de/">Magma Brand Design</a> ist eine mittelgroße Agentur in Karlsruhe, die trotz ihrer bescheidenen Größe (ca. 10 Mitarbeiter) unwahrscheinlich viel in der deutschen Kommunikationslandschaft bewegt. Das hat vor allem mit ihren zahlreichen Nebenprojekten zu tun, darunter <a href="http://www.slanted.de/">Slanted</a> (das Blog), <a href="http://www.slanted.de/magazines/current_issue">Slanted</a> (das quartalsweise erscheinende Printmagazin) und <a href="http://typodarium.de/">Typodarium</a>, der <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B001SOY5QW/ref=nosim?tag=myfode-21">Typo-Abrisskalender</a>, welcher gerade zum zweiten Mal realisiert wurde. Obendrein gibt es noch <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Volcano/?refby=mfde">Volcano</a>, Magmas eigene Typefoundry.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-654" title="Typoda_8" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Typoda_8.jpg" alt="Typoda_8" width="504" height="309" /></p>
<p><span id="more-651"></span></p>
<p>In einer Zeit, in der viele das Ende der gedruckten Medien vorhersagen und die Presse heftig über stetig sinkende Leserzahlen klagt, ist eine 10.000er-Auflage für eine vierteljährliche Zeitschrift, die einem so exotischen Thema wie dem ›Gefühl Typografie‹ gewidmet ist, ein kleines Wunder. Auch beeindruckend: das Blog <a href="http://www.slanted.de/">Slanted.de</a> erreicht momentan 1,6 Millionen Seitenaufrufe pro Monat.</p>
<p>Um mit so wenig Leuten soviel zu erreichen, sind nicht nur gute Ideen und eine spezielle Art von Energie gefragt – man braucht auch kluge Redaktions- und Produktionsmethoden. Und darin sind Slanted/Magma und ihr Chefstratege <a href="http://new.myfonts.com/person/Lars_Harmsen/?refby=mfde">Lars Harmsen</a> ziemlich genial. Slanted nutzt für seine Publikationen eine gewiefte Kombination von ›Community-Sourcing‹ und redaktioneller Arbeit, wodurch schnell auf Trends reagiert und eine ausgesprochene Spontanität bewahrt werden kann – das Ergebnis sind Druckwerke mit dem Enthusiasmus eines Blogs oder eines Fanzines. Während die meisten europäischen Designzeitschriften eine eher edle, qualitativ-hochwertige und etwas weltfremde Ausstrahlung bevorzugen, wirkt Slanted direkt, streetwise und dadurch sympathisch – man ist daher geneigt, ihnen die mittelmäßige Qualität mancher einzelner Beiträge nachzusehen. Was übrigens nicht heißt, dass in den Slanted-Publikationen nur die Stimme der alternativen Szene zu hören ist; auch etablierte Grafik- und Schriftdesigner liefern mittlerweile gerne Beiträge.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B001SOY5QW/ref=nosim?tag=myfode-21"><img class="aligncenter size-full wp-image-655" title="Typoda_1" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Typoda_1.jpg" alt="Typoda_1" width="504" height="336" /></a></p>
<p>Ein Musterbeispiel ist die neueste, zweite Ausgabe des <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B001SOY5QW/ref=nosim?tag=myfode-21">Typodariums</a>. Das Konzept ist einfach, aber effektiv: das Tageskalendarium als Schriftmuster, 365 Schriften von 180 Foundries und Designern – von uralt bis brandneu, von weltberühmt bis unentdeckt. Der Entwurf ist kollektiv: jeder Teilnehmer hat, basierend auf der Mustervorlage der Herausgeber, die eigenen Seiten redigiert und gestaltet. Funktional und ohne Schnickschnack produziert kommt das Ganze in einer hellgrünen Stülpschachtel daher, in der sich die abgerissenen Seiten schön sammeln lassen. Eine schlaue Lösung ist der auf der Außenseite durchlaufende Barcode. Im <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B001SOY5QW/ref=nosim?tag=myfode-21">Typodarium</a> bekommt jede Schrift die selbe Bühne und ist 24 Stunden lang berühmt. Fazit: eine demokratischere Weise, Schriften einem großen Publikum zu zeigen, ist kaum denkbar.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Slanted-MAGMA-Brand-Design-GmbH/dp/B002EA29YY/ref=nosim?tag=myfode-21"><img class="aligncenter size-full wp-image-656" title="Slanted_8_Cov" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Slanted_8_Cov.jpg" alt="Slanted_8_Cov" width="504" height="340" /></a></p>
<p>Für eine Besprechung der Sommerausgabe des Slanted-Magazins, der <a href="http://www.amazon.de/Slanted-MAGMA-Brand-Design-GmbH/dp/B002EA29YY/ref=nosim?tag=myfode-21">Nr. 8</a>, ist es vielleicht ein wenig zu spät. Sorry, liebe Leser, es gab soviel zu tun! Aber erwähnen möchten wir diese Nummer trotzdem. Inhaltlich und visuell ist es eine der besten Slanted-Hefte überhaupt. Die traditionelle Schwarzweiß-Strecke mit Schriftmustern rund um ein Thema ist sehr gelungen: Leitmotiv ist ›3D‹, und die Ausbeute ist beeindruckend. Mit <a href="http://new.myfonts.com/person/Viktor_Nübel/?refby=mfde">Viktor Nübels</a> <a href="http://new.myfonts.com/fonts/volcano/ostblock/?refby=mfde">Ostblock</a> hat <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Volcano/?refby=mfde">Volcano</a>, Magmas Schriftlabel, übrigens eine der raffiniertesten dreidimensionalen Schriften der letzten Zeit veröffentlicht.</p>
<p><a href="http://www.slanted.de/shop/typeviews-interview-kompendium"><img class="aligncenter size-full wp-image-657" title="Typeview_1" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2009/12/Typeview_1.jpg" alt="Typeview_1" width="504" height="354" /></a></p>
<p>Der neueste Streich des Slanted-Konglomerats ist <a href="http://www.slanted.de/shop/typeviews-interview-kompendium">Typeviews</a>, ein Kompendium von Interviews, die Slanted seit 2004 mit Typo-Spezialisten geführt hat, ›um mehr über die Gestaltenden und ihre Arbeit zu erfahren, direkt und aus erster Hand.‹ 61 dieser zuvor in den Heften und auf dem Weblog veröffentlichten Gespräche wurden in Typeviews gebündelt und der Zeitgeist somit dauerhaft auf Papier gebannt. Auch schließt Slanted so die Lücke zu den ersten fünf bereits vergriffenen Ausgaben des Magazins. Zu den Interview-Gästen zählen internationale Koryphäen wie <a href="http://www.integral.ruedi-baur.eu/">Ruedi Baur</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Edward_Benguiat/?refby=mfde">Ed Benguiat</a>, <a href="http://www.madeinspace.la/">April Greiman</a>, <a href="http://new.myfonts.com/newsletters/cc/200907.html?refby=mfde">Jean François Porchez</a> und <a href="http://www.sagmeister.com/">Stefan Sagmeister</a>. Im deutschsprachigen Bereich wurden u.a. <a href="http://new.myfonts.com/person/Erik_Spiekermann/?refby=mfde">Erik Spiekermann</a>, <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Typedifferent/?refby=mfde">Büro Destruct</a>, <a href="http://www.fonshickmann.com/">Fons Hickmann</a>, <a href="http://www.revolver-books.de/">Christoph Keller</a>, <a href="http://mariolombardo.com/">Mario Lombardo</a>, <a href="http://www.vier5.de/">Vier5</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Kurt_Weidemann/?refby=mfde">Kurt Weidemann</a> und <a href="http://new.myfonts.com/person/Cornel_Windlin/?refby=mfde">Cornel Windlin</a> befragt; das <a href="http://new.myfonts.com/about/people/?refby=mfde">MyFonts-Team</a> wird durch <a href="http://new.myfonts.com/person/John_Collins/?refby=mfde">John Collins</a> und Jan Middendorp repräsentiert.</p>
<p>Die minimalistische redaktionelle Herangehensweise (in anderen Worten: die offensichtlich ungefilterte Wiedergabe von E-Mail-Wechseln und Interviewmitschnitten) wirkt im Kontext eines Buches nicht so natürlich wie im Blog oder Magazin. Wortkarge Online-Interviews aus der Anfangszeit kontrastieren scharf mit manchen allzu ausführlichen Dialogen. Dadurch wirkt das Buch etwas unausgewogen. Vielleicht soll das so sein&nbsp;… unprätentiös und direkt. Am besten gefallen uns aber die Interviews, wo ein Gleichgewicht gefunden wird zwischen Spontanität und fachlichem Ernst, etwa das Gespräch von <a href="http://www.fontwerk.com/">Ivo Gabrowitsch</a> mit <a href="http://new.myfonts.com/person/Jürgen_Huber/?refby=mfde">Jürgen Huber</a>, oder der Dialog <a href="http://new.myfonts.com/person/Lars_Harmsen/?refby=mfde">Lars&nbsp;Harmsen</a>–<a href="http://www.independent-medien-design.de/">HorstMoser</a>. Insgesamt ist das Buch ein einzigartiges Dokument einer Kommunikationskultur, in dem sich Ernst und Oberflächlichkeit abwechseln, manchmal sogar kaum voneinander zu unterscheiden sind.</p>
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