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JAF Bernini Sans, A und O der modernen Grotesk


Dieses Muster wurde erstellt mit Hilfe von Bavaria Ipsum, dem bairischen Blindtext-Generator.

Vor genau drei Jahren hatten wir an dieser Stelle die JAF Facit vorgestellt, die erste Grotesk der Just Another Foundry. Nun hat Tim Ahrens eine weitere schnörkellose Serifenlose veröffentlicht, die JAF Bernini Sans. Genau genommen handelt es sich bei dieser Schrift sogar um eine Doppelfamilie. Sie besteht aus der rationaleren, eher strengen Bernino und der freundlicheren, ein wenig runderen Bernina.

Beide Familien bieten fünf Strichstärken von Light bis Extrabold, in je vier Breiten von Normal über Narrow und Condensed bis Compressed. Die normalbreiten Stile sind zudem mit einer Kursiven ausgestattet. Insgesamt zählt die JAF Bernini Sans also stolze 2 × 25 Schnitte. Mit Akzentzeichen für den Fremdsprachensatz, Pfeilen, Kapitälchen, verschiedenen Ziffernsätzen und weiteren typografischen Rafinessen kommt ein jeder Schnitt auf knapp 1.000 Einzelzeichen. Angesichts dieses üppigen Ausbaus lassen sich die lobenden Worte von Stephen Coles gut nachvollziehen:

In vielerlei Hinsicht ist die Bernini die Krönung der modernen humanistischen Serifenlosen – nicht völlig neuartig, aber vollständig und vollendet.

Wir haben mit Tim Ahrens über seine neue Schrift gesprochen.

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Henriette, Schriftfamilie mit Wiener Blut


Wenn eine neue Schrift von den Typejockeys herauskommt, ist das jedes Mal ein Ereignis. Das Trio aus Wien ist nicht eben bekannt dafür, möglichst viel und schnell zu produzieren: Ihre letzte Veröffentlichung, die sympathische Displayschrift Aniuk, ist schon seit zwei Jahren auf dem Markt. Dass die Designer sich für jede Schriftfamilie die nötige Zeit nehmen, zahlt sich jedoch aus. Die Schriften der Typejockeys sind nicht nur funktionell und formschön, sie haben auch Inhalt; sie sind Träger einer typografischen Kultur. Auch ihr neuestes Werk namens Henriette ist ein solcher Fall. Mit ihr ist Michael Hochleitner eine charaktervolle Gebrauchsschrift gelungen, die ihre Herkunft – die Straßen von Wien – nicht auf der Stirn trägt. weiterlesen

7.–22.7.: »Grafikdesign der Nachkriegszeit. Die Lux-Lesebogen-Sammlung 1946–1964« – Ausstellung in Wuppertal


Zwischen 1946 und 1964 erschien im Verlag Sebastian Lux eine Heftreihe für junge Leute. Auf 32 postkartengroßen Seiten zeigte der Lux-Lesebogen die große weite Welt: ferne Länder, berühmte Personen, versunkene Kulturen – das Miniatur-Magazin hatte zum Ziel, das ganze Spektrum des Allgemeinwissens abzudecken. Alle 14 Tage erschien eine neue Edition, zu einem Thema aus Wissen­schaft und Technik, Kunst und Geschichte, Fauna und Flora. Über die Jahre kamen so über 400 Ausgaben zusammen. Gestaltet wurden die Hefte allesamt von Karlheinz Dobsky, welcher nicht nur die Umschläge zeichnete, sondern auch Illustrationen anfertigte und Texte beitrug.

Mit dem Namen Dobsky können heute die wenigsten etwas anfangen. Wie viele seiner Kollegen zählt er zu den vergessenen Helden der Gebrauchsgrafik. Nun hat Michael Schekalla diesen Künstler und sein atemberaubendes Werk wieder zu Tage befördert. Im Rahmen seines Abschlussprojekts an der FH Düsseldorf begab er sich auf Spurensuche. Das Resultat der Diplomarbeit ist ein Buch und eine Ausstellung. Schekalla dokumentiert darin die Geschichte des Lux-Lesebogens und das reichhaltige Schaffen von Karlheinz Dobsky (1909–1975) – und hebt damit einen wichtigen Designschatz der Nachkriegszeit. weiterlesen

6.7.–3.8.: »A Billsticker Type Specimen« – Ausstellung in Leipzig


Ab Freitag, den 6. Juli ist in Leipzig eine Ausstellung über aktuelle Schriftgestaltung zu sehen. »A Billsticker Type Specimen« präsentiert neue Schriftentwürfe von Maurice Göldner, Katharina Köhler, Phillipp Majdamin, Pierre Pané-Farré und Franziska Weißgerber – plakatiert auf einem Billboard. Eine verkleinerte Version dieses Billboards mit den Plakaten der ausgestellten Schriften wird als gebundenes Specimen zu erhalten sein.

Ort der Ausstellung ist das MZIN, Buchhandlung und Projektraum für Grafik und Kunst in der Paul-Gruner-Straße 64. Während der vier Wochen währenden Veranstaltung finden drei begleitende Vorträge statt. Am 11. Juli spricht Dan Reynolds zu Albert Kapr. Die Termine der Vorträge von Christoph Knoth (»Computed Type«) und Maurice Göldner stehen noch nicht fest. Ebenfalls in diese Zeit fällt die Diplomausstellung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Übrigens, die dort angesiedelte und von Fred Smeijers und Stephan Müller geleitete Fachklasse für Typedesign hat seit Kurzem eine neue Website.

Die Ausstellung eröffnet ab 19 Uhr mit einem ABC-Buffet.

Weitere Informationen gibt es beim Mitveranstalter der Ausstellung, dem MZIN Leipzig (mzin.de).

Vtg Stencil US No.4 & Wood Bonnet Antique No.7


Über Andreas Seidel hatten wir erst im Februar berichtet, als er seine Ademo vorstellte. Nun hat der jüngst nach Berlin gezogene Schriftgestalter nachgelegt, und zwar gleich doppelt: Auf seinem Label ASType veröffentlichte er zwei neue Display-Schriften. Die Wood Bonnet Antique No.7 ist eine schmale Egyptienne, die Vtg Stencil US No.4 eine fette serifenbetonte Schablonenschrift. Beiden gemein ist, dass sie auf historische Modelle aus dem 19. Jahrhundert zurückgehen.
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Escehaeriefte #2 – Magazin für alphabete Kultur


Vor drei Jahren veröffentlichte die Typographische Gesellschaft München e.V. (tgm) ein Magazin mit einem scheinbar unaussprechlichen Titel: Escehaeriefte. Wer hinter den Sinn dieses Namens kommen will, muss einfach mal das Wort Schrift laut buchstabieren. Wie die Erstausgabe in Teamarbeit entstand und welche spannenden Inhalte darin zu finden sind, lässt sich bei den Kollegen von Slanted nachlesen: Dort hat die Workshop-Teilnehmerin Carmen Klaucke ein Protokoll über Escehaeriefte #1 veröffentlicht.

Nun ist die zweite Ausgabe des »Magazins für alphabete Kultur« erschienen. Erneut haben sich professionelle Designer und Autoren zusammengefunden, um unter der Leitung von Horst Moser, Herbert Lechner, Blasius Thätter und Boris Kochan eine Zeitschrift zu machen, von der Konzeption bis hin zum Vertrieb. Gestalterisch hat das Resultat wenig mit der ersten Ausgabe gemein, lediglich Titel und Format wurden beibehalten. Wieder aber war es das Ziel, Schrift in all ihren Facetten, »als Lebensmittel und Weltprojekt, als Kunstobjekt und Kulturgut«, ins Gespräch zu bringen.

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Selva



Von Gunnar Link habe ich zum ersten Mal gehört, als er 2010 seine Frido Black auf 26plus-zeichen.de vorstellte, der – nicht genug anzupreisenden – Web-Plattform für studentische Schriftentwürfe. Gunnar hat vor zwei Jahren sein Studium an der FH Mainz abgeschlossen und konzentriert sich nun auf die Entwicklung digitaler Satzschriften. Die schmale Variante der Frido – eine fette Headline-Type basierend auf einem kleinen ›r‹ mit Papageienschnabel – ist mittlerweile bei MyFonts erschienen. Vor kurzem hat der im Schwarzwald lebende Gestalter eine weitere originelle Displayschrift namens Selva herausgebracht.
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Krul


Wer schon einmal in Amsterdam war, dem sind sie sicherlich aufgefallen: die typischen bruine café’s, in denen Einheimische wie Touristen einkehren, um dem Trubel der Großstadt für einen Moment zu entkommen. Dort kann man in Ruhe die Zeitung lesen und ein Biertje oder einen Jenever trinken. Ihren Namen haben die urig-gemütlichen »braunen Kaffeehäuser« von der hölzernen Inneneinrichtung und den vom Tabakrauch dunkel verfärbten Wänden.

Ein weiteres Merkmal dieser Lokale sind die eigentümlichen Schriftzüge auf den Fenstern. Noch prägen sie das Antlitz Amsterdams, doch viele sind bereits verschwunden oder drohen zu verblassen. Nun wurden die opulenten Schnörkelbuchstaben in einen digitalen Font überführt und von ReType unter dem Namen Krul veröffentlicht. Noch bis 28. Juni gilt ein um 40 Prozent reduzierter Einführungspreis.

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Schwedische Post würdigt Schriftgestaltung mit Sonderbriefmarken


Seit der Erfindung des Postwertzeichens im Jahre 1840 gab es wohl noch keine Briefmarke, die ganz ohne Schrift auskommt. Meist ist darauf zumindest der Frankierwert und die Landesbezeichnung zu lesen, viele Marken sind sogar rein typografisch gestaltet. Dass aber die Schrift selbst im Mittelpunkt steht, war bislang nie der Fall. Die schwedische Post erweist sich nun als wegweisend: Gestern veröffentlichte sie einen Satz Sonderbriefmarken zum Thema Schrift und würdigt damit die Bedeutung von Typedesign für die visuelle Kultur. Die Serie »Typsnitt« stellt das Schaffen schwedischer Schriftgestalter anhand von fünf Beispielen aus verschiedenen Epochen vor.
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Creative Characters: Dieter Hofrichter


Es ist gerade einmal ein Jahr her, da meldete sich ein neuer deutscher Schriftverlag bei MyFonts an – Hoftype. In dieser kurzen Zeit hat Hoftype eine unwahrscheinlich große Zahl brauchbarer, schöner und origineller Textschriften veröffentlicht. Hinter Hoftype steht Dieter Hofrichter, Schriftgestalter in Oberschleißheim bei München. Hofrichter fing seine Karriere 1989 bei der H. Berthold AG an. In deren Taufkirchener Atelier arbeitete er direkt mit Günter Gerhard Lange (1921–2008) zusammen, dem strengsten deutschen Lehrmeister der Nachkriegszeit in Sachen Schrift.

Dan Reynolds, amerikanischer Typedesigner in Berlin, traf Dieter Hofrichter letzten Monat bei einem Besuch in der Hauptstadt. In der Kreuzberger Chocolaterie Sünde konnte er ihn für MyFonts.de interviewen.

Dieter Hofrichter (rechts) beantwortet die Fragen seines jungen Kollegen Dan Reynolds.

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