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Quadon / Foundry-Porträt René Bieder


Seit einigen Jahren zählt Berlin zu den Hauptstädten des europäischen Schriftdesigns. Das hat viel zu tun mit dem Einfluss Erik Spiekermanns sowie dem Unterricht und den Aktivitäten von ehemaligen MetaDesign- und FontFont-Designern wie etwa Lucas de Groot, Alessio Leonardi oder auch Ole Schäfer. Aber auch in Berlin gibt es Außenseiter: Schriftgestalter, deren Wurzeln nicht in Typo-Kreisen liegen, sondern zum Beispiel in der Werbe­branche. Ein Hintergrund als Artdirector in der Werbung kann eine gute Vorbereitung sein auf das selbständige Schriftgestalterdasein, das zeigt das Beispiel von Hannes von Döhren. Eine Vergangenheit in einer Werbeagentur hat auch der jüngste Berliner Erfolgsdesigner vorzuweisen – René Bieder.

Quadon Specimen
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Liebelei – from Vienna with Love


Liebelei: Specimen

© Wienbibliothek im Rathaus (Quelle)

Bildnachweis: Wienbibliothek im Rathaus, Plakatsammlung, AC10522457

Vor genau achtzig Jahren, im Februar 1933, kam »Liebelei« in die Kinos. Für den jungen Regisseur Max Ophüls bedeutete die Verfilmung des Schauspiels von Arthur Schnitzler den Durchbruch. Für den Wiener Grafiker Rudolf Vogl bot der Titel des Liebesdramas die Gelegenheit, das Film­plakat mit einer zuckrig glänzenden Schreibschrift zu verzieren – inklusive Herzchen anstelle der i-Tüpfelchen.

Ekke Wolf hat das Plakat in der Sammlung der Wienbibliothek entdeckt und sich sofort in den alten Schriftzug verliebt. Ausgehend von den gerade mal fünf verschiedenen Buchstaben der Vorlage hat der Schrift­gestalter weitere Zeichen abgeleitet und nach und nach das Alphabet ver­vollständigt. Doch damit gab er sich noch lange nicht zufrieden. Sein Ziel: eine zeit­genössische und vielfältig verwendbare Familie schaffen – und dabei trotzdem den Charme der 30er-Jahre-Lettern erhalten.

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Marat Sans


Wenn aus einer Schrift eine Schriftsippe werden soll, steht der Gestalter üblicherweise vor einer von zwei Ausgangssituationen: Entweder es gibt bereits eine Serifenschrift und es soll eine passende Serifenlose ergänzt werden – oder umgekehrt.

Um die Zusammengehörigkeit zwischen Serifenloser und Serifenschrift herzustellen, müssen sich in beiden Familienmitgliedern prägnante oder außergewöhnliche Details in der Konstruktion sowie charakteristische Formen wiederfinden.

Dient eine Serifenlose als Ausgangspunkt, sind die Vorgaben eher nüchtern – die ergänzende Serifenvariante kann entsprechend zurückhaltend, klassisch, langweilig werden oder aber Wärme und neue Details hinzugewinnen.
Ist hingegen eine Serifenschrift die Vorlage, gibt es bereits mehr Komplexität, Verspieltheit und kalligrafischen Duktus; viele Details, die mehr oder weniger intensiv in den serifenlosen Entwurf übertragen werden können.

Ludwig Übele jedenfalls geht mit seiner neuen Schrift weit über das bloße Weglassen der Serifen und das Verringern des Strichstärkenkontrasts hinaus. Seine neue Sans zur erfolgreichen Marat überrascht mit eigenwilligen Details und eher geschlossenen Formen.

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10 Jahre Cape Arcona


Vor zehn Jahren wurde die Cape Arcona Type Foundry gegründet. Damit zählt das in Essen beheimatete Schriften-Label zu den Urgesteinen der deutschen Indie-Fontszene. Seit 2002 produzieren Thomas Schostok und Stefan Claudius ernsthaft gute Schriften, ohne sich dabei aber selbst allzu ernst zu nehmen. Legendär sind ihre Pressekonferenzen oder auch die Foundry-eigene Cape Arcona Love Band. Anlässlich des runden Geburtstages hat Jan Middendorp die beiden Elvis-Klone befragt.
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Ingrid Mono, die charmantere Schreibmaschinenschrift


Ingrid Mono Muster

Unter den Neuerscheinungen der letzten Wochen fiel uns die Ingrid Mono des in Köln lebenden Designers Jörg Schmitt sofort positiv auf. Für die Ingrid hat Jörg sich von Schreibmaschinenschriften inspirieren lassen. Die gut ausgebaute Familie ist tatsächlich eine »Monospace« — auf Deutsch: die Schrift ist dicktengleich, jedes Zeichen hat in der Breite gleich viel Platz. Sie ist sowohl für Programmierer als auch für anspruchsvolle Designer eine gelungene Alternative zu den Couriers, Monacos und Andales dieser Welt. Wir haben den jungen Gestalter über seinen Hintergrund und seine Pläne befragt. weiterlesen

JAF Bernini Sans, A und O der modernen Grotesk


Dieses Muster wurde erstellt mit Hilfe von Bavaria Ipsum, dem bairischen Blindtext-Generator.

Vor genau drei Jahren hatten wir an dieser Stelle die JAF Facit vorgestellt, die erste Grotesk der Just Another Foundry. Nun hat Tim Ahrens eine weitere schnörkellose Serifenlose veröffentlicht, die JAF Bernini Sans. Genau genommen handelt es sich bei dieser Schrift sogar um eine Doppelfamilie. Sie besteht aus der rationaleren, eher strengen Bernino und der freundlicheren, ein wenig runderen Bernina.

Beide Familien bieten fünf Strichstärken von Light bis Extrabold, in je vier Breiten von Normal über Narrow und Condensed bis Compressed. Die normalbreiten Stile sind zudem mit einer Kursiven ausgestattet. Insgesamt zählt die JAF Bernini Sans also stolze 2 × 25 Schnitte. Mit Akzentzeichen für den Fremdsprachensatz, Pfeilen, Kapitälchen, verschiedenen Ziffernsätzen und weiteren typografischen Rafinessen kommt ein jeder Schnitt auf knapp 1.000 Einzelzeichen. Angesichts dieses üppigen Ausbaus lassen sich die lobenden Worte von Stephen Coles gut nachvollziehen:

In vielerlei Hinsicht ist die Bernini die Krönung der modernen humanistischen Serifenlosen – nicht völlig neuartig, aber vollständig und vollendet.

Wir haben mit Tim Ahrens über seine neue Schrift gesprochen.

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Henriette, Schriftfamilie mit Wiener Blut


Wenn eine neue Schrift von den Typejockeys herauskommt, ist das jedes Mal ein Ereignis. Das Trio aus Wien ist nicht eben bekannt dafür, möglichst viel und schnell zu produzieren: Ihre letzte Veröffentlichung, die sympathische Displayschrift Aniuk, ist schon seit zwei Jahren auf dem Markt. Dass die Designer sich für jede Schriftfamilie die nötige Zeit nehmen, zahlt sich jedoch aus. Die Schriften der Typejockeys sind nicht nur funktionell und formschön, sie haben auch Inhalt; sie sind Träger einer typografischen Kultur. Auch ihr neuestes Werk namens Henriette ist ein solcher Fall. Mit ihr ist Michael Hochleitner eine charaktervolle Gebrauchsschrift gelungen, die ihre Herkunft – die Straßen von Wien – nicht auf der Stirn trägt. weiterlesen

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