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Novel

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Die Novel hat ihren Namen nicht von ungefähr – Christoph Dunst wollte beim Entwurf der Novel nicht das Rad neu erfinden, sondern eine verdammt gute Renaissance-Antiqua zeichnen; eine Schriftgattung, die gerne in Romanen und Lesebüchern verwendet wird.

Dabei hat er es geschafft, holländischer zu sein als viele Holländer. Die Perfektion jeder einzelnen Kurve, das umfassende Verständnis des Schreibwerkzeugs und seiner Spuren stehen unverkennbar in der Tradition Gerrit Noordzijs.

Der mutmaßliche Grund hierfür: Christoph hat nicht nur seinen Master an der Koninklijke Academie van Beeldende Kunsten in Den Haag erhalten, sondern dort schon vorher sein gesamtes Designstudium absolviert.

An den klassischen Proportionen, dem leicht schrägen Bindestrich, der römischen Mediäval-1, der offenen Punze am P und den vielen Großbuchstabenligaturen ist gut zu erkennen, dass Christoph sich an historischen Vorbildern orientiert hat. Im Gegensatz zu vielen anderen zeitgenössischen Gestaltern verzichtet Christoph komplett auf sogenannte Ink Traps .

In der Pro-Version gibt es ein ſ (Lang-s), Standard- und Schmuckligaturen, 14 verschiedene Zahlenarten und Formvarianten, sowie den heutzutage gebräuchlichen Grad an Internationalisierung für das lateinische Alphabet. Doch auch mit der weniger umfassenden aber deutlich günstigeren Std-Version lässt es sich sehr ordentlich arbeiten.

Die Novel besteht aus 6 Schnitten, jeweils mit Kursiver und Kapitälchen:

Die Aufrechte der Novel wirkt im Schriftbild neutral, während die extrem schmale und schwungvolle Kursive sich gibt wie mit der Breitfeder oder einem breiten Pinsel geschrieben. Christoph betont gerne, dass dem finalen Entwurf endlose Kalligrafiestudien vorausgegangen sind. Die kursiven Novel-Schnitte eignen sich nicht nur gut für Auszeichnungen im Text, sie macht sich auch hervorragend in großen Überschriften.

Novel ist Understatement und Extravaganz in einem. Eine Schrift, die nicht durch Innovation, sondern durch Eleganz und Perfektion zu einem Klassiker werden könnte. Dieser Meinung scheint auch der Type Directors Club zu sein: Für die Novel erhielt Christoph 2009 den begehrten TDC Award.

Hoffentlich wird der ein oder andere Verlag auf diese fantastische Schrift aufmerksam – Novel ist ein guter Grund, sich von Garamond, Sabon oder gar Rotis Serif zu verabschieden und durch dieses frische, zeitlose Meisterwerk zu ersetzen. Als Buchschrift kann sie vollkommen überzeugen und den Klassikern das Wasser reichen.

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