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The Word – ATypI 2010 in Dublin


Logo: The Word – ATypI 2010
In einer Woche ist es wieder soweit: die ATypI lädt zu ihrem alljährlichen Treffen. In diesem Jahr findet die Konferenz im Schloss zu Dublin statt. Vom 8. bis 12. September treffen sich Schriftgestalter, Fonttechniker, Kalligrafen, Grafikdesigner und andere Typoleute in der irischen Hauptstadt, um sich über ihr Lieblingsthema auszutauschen.

Dublin Castle

Dublin Castle – der Veranstaltungsort. Foto: William Murphy

Marjan Bantjes

Die kanadische Designerin und Künstlerin Marian Bantjes. Foto: Kris Krüg/Pop!Tech

Unter den knapp 100 Sprechern der Konferenz finden sich eine Menge bekannter und vielversprechender Namen, z.B. Marian Bantjes, Jean François Porchez, David Berlow, Fiona Ross, Erik Spiekermann, Richard Kegler, Bas Jacobs, Oded Ezer, Timothy Donaldson oder Michael Everson.

Robert Bringhurst: The Elements of Typographic Style
Ellen Lupton: Mit Schrift denken
Mit Ellen Lupton und Robert Bringhurst zählen zwei nordamerikanische Autoren zu den ATypI-Hauptrednern, deren Bücher auch hierzulande populär sind:
Bringhursts The Elements of Typographic Style gilt im englischsprachigen Raum als das Standardwerk zum Umgang mit Schrift und wurde bereits in viele Sprachen übersetzt – allerdings noch nicht ins Deutsche. Luptons Mit Schrift denken versteht sich als ›kritischer Ratgeber für Grafiker, Autoren, Lektoren und Studenten‹.

Martin Majoor und Jos Buivenga

Foto: Martin Majoor, Jos Buivenga

Ein Schwerpunktthema der ATypI Dublin wird neben der typografischen Tradition Irlands und dem aktuellen Stand von Webfonts auch das Gestalten von Schrift als Teamwork sein. Einen solchen kollaborativen Ansatz verfolgen zum Beispiel Martin Majoor (Scala, Nexus, Seria) und Jos Buivenga (Museo, Calluna, Geotica). Die beiden niederländischen Schriftgestalter stellen ihr gemeinsames Questa-Projekt vor.

Verena Gerlach: Algier-Plakate

Abbildung: Verena Gerlach

Im Rahmenprogramm der Konferenz finden eine Reihe von Touren, Film­vorführungen und Buchvorstellungen statt. Die Berlinerin Verena Gerlach zeigt eine Ausstellung mit Plakaten, die als Resultat zweier Reisen nach Algier entstanden sind.

Die ATypI

Die Association Typographique Internationale wurde 1957 als eine Art Branchenverband der typografischen Industrie gegründet. Die Initiative dazu kam von Charles Peignot, Eigentümer der damals größten Schriftgießerei Frankreichs, Deberny & Peignot. Er sorgte sich, dass es mit der gerade anbrechenden Ära des Fotosatzes zu einem Verfall der typografischen Qualität und insbesondere zu einem Anstieg von Raubkopien führen könnte. So kümmerte sich die ATypI in ihren Anfangsjahren in erster Linie um den Schutz von Urheberrechten.

Vox-Klassifikation

1962 übernahm die ATypI in leicht veränderter Form die von Maximilien Vox entwickelte Einteilung von Druckschriften. Dieses als Vox-ATypI-Klassifikation bekannte System fand internationale Verbreitung.

Die Jahrestreffen der ATypI dienten den Schriftherstellern anfangs dazu, sich zu begegnen, zu diskutieren und Geschäfte abzuschließen. Mehr als 50 Jahre nach ihrer Gründung besteht die ATypI nicht mehr nur aus einigen wenigen großen Firmen, sondern hat viele kleine Foundries, Fontlabels und unabhängige Type- und Grafik-Designer unter ihren Mitgliedern. Nach wie vor aber bildet die ATypI eine weltweite Interessengemeinschaft der an Schrift und Typografie Interessierten. Zu ihren Zielen zählt sie unter anderem die Förderung neuer, zeitgenössischer Fonts, die Stärkung der typografischen Qualität und den rechtlichen Schutz von Schriftentwürfen.

Die Konferenz, die jeden Herbst in einer anderen Stadt stattfindet (zuletzt in Mexiko-Stadt, davor in Sankt Petersburg) bietet der internationalen Typoszene die Gelegenheit, sich persönlich zu treffen und zahlreiche Vorträge rund um Schriftgestaltung, -geschichte, -kultur, -herstellung und -vertrieb zu erleben.

50 Jahre ATypI: Affair-T-Shirt von Ale Paul

Zum 50. Geburtstag der ATypI vor drei Jahren gestaltete der Argentinier Alejandro Paul ein Jubiläums-Shirt mit seiner Schreibschrift Affair. Foto: Ale Paul

Erste Abbildung: Das Logo der diesjährigen Konferenz wurde von Clare Bell und Dara Ní Bheacháin entworfen. Die verwendete Schrift heißt Nib und kommt von Thomas Foley. Der Londoner Designer, der letztes Jahr seinen Master am Central Saint Martins College gemacht hat, wurde beim Entwerfen der – bislang unveröffentlichten – Schrift von Freda Sack betreut.

In dieser Reihe sind erschienen:

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