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Noch bis 28.9.: »Vom Buch auf die Straße. Große Schrift von 1600 bis 1920«


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Wer diese Ausstellung noch nicht gesehen hat, dem sei dringend eine Fahrt nach Leipzig an Herz gelegt. Noch bis 28. September 2014 zeigt das dortige Museum für Druckkunst in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst »Vom Buch auf die Straße. Große Schrift von 1600 bis 1920« – eine erhellende Schau über Schrift im öffentlichen Raum.

Schriften verließen seit dem 18. Jahrhundert zunehmend den lange begrenzenden Raum des Buches und prägten das Stadtbild vor allem im 19. Jahrhundert wesentlich mit.

Unter der Leitung von Julia Blume, Pierre Pané-Farré und Prof. Fred Smeijers (alle HGB Leipzig) recherchierten Studierende der Fachklasse Type-Design nach bildlichen Zeugnissen, die die visuelle Kraft und den Facettenreichtum von Schrift von 1600 bis 1920 darlegen. Die Ausstellung umfasst Plakate, Postkarten, Drucksachen und Fotografien sowie Objekte und Filme. Ein weiterer Teil der Ausstellung zeigt die für Schrift häufig verwendete Methode des Schablonierens.

Museum für Druckkunst
Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig
www.druckkunst-museum.de
Öffnungszeiten: täglich außer Samstag, jeweils von 11 bis 17 Uhr
Die letzte öffentliche Führung finder am Sonntag, 28.9., um 12 Uhr statt.

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Der besondere Reiz von Schrift aus der Epoche der aufkommenden kommerziellen Gebrauchsgrafik liegt in der ungeheuren Vielfalt sowohl der Fertigungstechniken als auch der Formsprache.

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Links: Albrecht Dürers Anleitung zur Buchstabenkonstruktion (»So dann die bauleut auch maler […] schrift an die hohen gemeuer pflegen zu machen / so thut not das sie recht bustaben leren machen«), 1525. Rechts: Im Sandguß hergestellte »Large Letters« von William Caslon, 1785.

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Im 19. Jahrhundert galt die Devise »Viel hilft viel«: für jede Zeile eine andere Schrift, von musierter (d.h. verzierter) Gotisch über Fat Face bis hin zu gesperrter schmaler Egyptienne.

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Wer von der heutigen Werbeflut genervt ist, der erfährt hier: Früher war’s auch nicht besser. Diese historischen Fotos zeigen Leipziger Straßenzüge, die zur Messe-Saison mit Reklamebotschaften vollgekleistert sind.

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Oben: Durch neue Techniken halten Farbe und Bildmotive Einzug, das Sachplakat wird erfunden. In den Vitrinen sind u.a. Schreibvorlagen aus dem Unterricht von Hermann Delitsch zu sehen, nach denen wohl auch dessen Student Jan Tschichold einst übte.

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An einem Schabloniertisch kann man sich selbst die Finger dreckig machen.

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»Reading & Leipsch« – viele der Schablonenexponate wurden beigesteuert von Stencil-Koryphäe Eric Kindel. Siehe dazu auch die von Kindel und Smeijers kuratierte und bei OurType veröffentlichte Font-Serie.

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Motive 1, 4, 7–9: Verwendung mit freundlicher Genehmigung des Museums für Druckkunst Leipzig. All Rechte vorbehalten. Gestaltung des Ausstellungsplakats: Simone Vollenweider.

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